| Burg Maudach | |
|---|---|
| Staat | Deutschland |
| Ort | Maudach |
| Entstehungszeit | vor 1258 |
| Burgentyp | Niederungsburg |
| Erhaltungszustand | zerstört |
| Ständische Stellung | Ortsadel |
Die Burg Maudach ist eine abgegangene Niederungsburg im heute zu Ludwigshafen am Rhein gehörenden Stadtteil Maudach in Rheinland-Pfalz.
Bei der Burg handelte es sich wohl entweder um eine Zollburg oder den Sitz eines örtlichen Ministerialengeschlechts. Ihre genaue Lage ist heute nicht mehr auffindbar. Es wird lediglich davon ausgegangen, dass sie in der Niederung im Südwesten von Maudach stand. Dies wird auch auf die Flurnamen Burgweg und alter Burgweg und die Nähe zum damaligen Handelsweg zurückgeführt.
Erstmals wurde die prope villam Mudach (also nahe Maudach) gelegene Burg 1258 als militi castellum urkundlich erwähnt. Es handelt sich jedoch zugleich um die letzte Erwähnung der Burg, da die Urkunde u. a. dessen Schleifung erwähnt. Sie muss also kurz vor ihrer Ersterwähnung zerstört worden sein.
Die Urkunde erwähnt eine Streitigkeit zwischen der Stadt Worms und dem Ritter Heinrich von Ruppertsberg aus einer Speyerer Ministerialenfamilie, dem die Burg gehörte. Von dort aus belästigte er wohl Wormser Kaufleute. Im Verlauf der Streitigkeit war die Burg von Wormser Aufgeboten belagert und zerstört worden. Diese mussten sich daraufhin vor dem Wormser Bischof verantworten, der den Streit beilegte, indem er den an der Zerstörung beteiligten Kaufleuten 80 Mark Schadensersatz auferlegte. Offenbar baute man die Burg im Anschluss nicht wieder auf.
Die besagte Ministerialenfamilie hatte Teile der Ortsherrschaft über Maudach als Lehen des Hochstifts Speyer inne und benannte sich zwischenzeitlich nach dem Ort. Entsprechend könnte die Burg schon im 12. Jahrhundert als Sitz der Ministerialen erbaut worden sein.
Alternativ wird argumentiert, dass es sich um eine Zollburg gehandelt haben könnte, die als Konkurrenz zur nahe gelegenen Zollhütte der Leininger bei Oggersheim (Hüttengraben) gegründet wurde. Da dies in exponierter Lage wohl nicht ohne die Unterstützung Dritter möglich gewesen wäre, kommen die Pfalzgrafen am wahrscheinlichsten in Frage, die hier mit den Leiningern um die lukrativen Zölle in Konkurrenz standen.