| Myanma Railways မြန်မာ့ မီးရထား | |
|---|---|
| Sitz | Naypyidaw |
| Linien | |
| Spurweite | 1000 mm (Meterspur) |
| Länge Liniennetz | |
| Eisenbahnlinien | 5 125 km |
Myanma Railways (MR, birmanisch မြန်မာ့ မီးရထား) ist der Name des staatlichen Eisenbahnbetriebes von Myanmar.

Nach dem Zweiten Britisch-Birmanischen Krieg eroberten die Briten 1852 die Provinz Pegu. 1886 wurde die erste Eisenbahnstrecke Rangun–Letpandan eröffnet, die 1877 um 257 Kilometer bis nach Prome (jetzt Pyay) ausgebaut wurde. Zuerst wurde die Strecke von der Irrawaddy Valley State Railway betrieben. Diese Verwaltung wurde 1896 in Burma Railways Co. Ltd. und 1937 in Burma Railways Board umbenannt. Es gab in der Zeit von Britisch-Birma neben von Burma Railways betriebenen auch privat betriebene kleine Strecken, zum Beispiel die Buthidaung–Maungdaw-Line, die Mandalay–Madaya-Line und die Namtu–Bawdwin-Line für den Untertagebau.
Bis zur Unabhängigkeit Birmas von den Briten 1948 wurden die Burma Railways nach der von der indischen Regierung 1926 eingeführten Indian Railway Classification als Eisenbahn der Klasse I eingestuft. Nach der Unabhängigkeit benannte man die Gesellschaft in Union of Burma Railways um, 1972 in Burma Railways Corporation und seit dem 1. April 1989 heißt sie Myanma Railways (MR).
Die Gesamtstrecke maß etwa 2800 Kilometer in der Spurweite 1000 Millimeter (Meterspur). 1877 wurde die Strecke von Rangun nach Pyay eröffnet (257 Kilometer), 1889 die von Rangun nach Mandalay und 1914 die Strecke Thazi–Kalaw–Shwenyaung (139 Kilometer). Die bis 1988 gebauten Strecken wurden bis auf die grenzüberschreitende nach Thailand führende Bahnlinie Thanbyuzayat–Ban Pong von den Briten gebaut.
1936 war die Gesellschaft im Besitz von 389 Dampflokomotiven. Bis zum Zweiten Weltkrieg waren zahlreiche Dampflokomotiven von Beyer-Garratts und Krupp sowie Mallet-Lokomotiven in Betrieb, die bei der North British Locomotive Co. Ltd. gebaut wurden. Die Gelenklokomotiven waren vor allem auf den steigungsreichen Gebirgsstrecken mit Steigungen bis 40 ‰ im Einsatz. Während des Zweiten Weltkriegs wurden die Lokomotiven teilweise vom britischen War Department zur Verfügung gestellt. Die bei den Burma Railways eingestellten Garratt-Lokomotiven gehörten zu den stärksten Lokomotiven dieser Bauweise, die für Meterspurbahnen gebaut wurden.
Gelenklokomotiven der Burma Railway Company
Neben den Gelenklokomotiven wurden auch Schlepptender- und Tenderlokomotiven eingesetzt. Die Gelenklokomotiven kamen vor allem auf der Bahnstrecke Mandalay–Lashio und anderen Gebirgsstrecken zum Einsatz.
| Baureihe | Ausführung | Bauart | Anzahl | Baujahr | Hersteller | Bild |
|---|---|---|---|---|---|---|
| H | Fairlie | C+C | 7 | 1901–1906 | Vulcan Foundry | |
| N | Mallet | C'C | 20 | 1915–1923 | North British Locomotive Company | |
| GA, GB | Garatt | (1’D)(D1’) | 23 | 1924–1929
1943 |
Beyer-Peacock (5 Stück, GA I – GA III)
Krupp (8 Stück, GA IV) Beyer-Peacock (10 Stück, GB) |
|
| GC | Garatt | (1’D1’)(1’D1’) | 12 | 1943 | Beyer-Peacock | |
| GD, GE | Garatt | (2’D1’)(1’D2’) | 13 | 1943, 1949 | Beyer-Peacock |
1957 erfolgte die erste Lieferung von Alstom-Diesellokomotiven aus Frankreich. Im Januar 1988 betrieb die Burma Railways Corporation 149 dieselelektrische Lokomotiven von Alstom, 63 dieselhydraulische Lokomotiven von Krupp, 5 dieselhydraulische Lokomotiven von Hitachi und 45 dieselhydraulische Lokomotiven von Kawasaki, insgesamt 262 Lokomotiven. Davon waren im Jahr 1988 nur ca. 150 Dieselloks und zusätzlich 79 Dampfloks einsatzfähig.


Zwischen 1988 und 2008 baute Myanma Railways 1961 Kilometer Eisenbahnstrecke und besaß im Dezember 2008 ein Gesamtnetz von 5125 Kilometern Streckenlänge sowie 6549 Kilometern Gleislänge.
Die wichtigen Stecken, die nach 1988 ausgebaut worden sind:



Seit 1988 sind wegen der politischen Situation die Volksrepublik China und Indien die Hauptlieferanten von Lokomotiven. Nach Experten-Schätzung benötigt Myanma Railways jährlich ca. 6 Millionen US-$ für die Wartung älterer Alstom-Dieselloks. 1993 bekam Myanma Railways die erste chinesische Lok vom Dalian-Werk in der Provinz Liaoning. Im Oktober 1996 bestellte Myanma Railways 10 dieselelektrische Loks der Baureihe CKD7 (1250 kW) vom Dalian-Werk der CNR Corporation. 2005 traf die erste Lieferung von vier Dieselloks YDM-4 (1350 PS) von RITES aus Indien in Myanmar ein. Es folgten 2007 fünf Loks und im Februar 2008 15 Loks derselben Baureihe. Am 21. April 2008 bestellte Myanma Railways in China 20 dieselelektrische Loks (2000 PS). Am 1. September 2009 bekam Myanma Railways von der VR China 5 Dieselloks als Freundschaftsgeschenk, die technischen Daten sind unbekannt. Am 19. Oktober 2010 erhielt Myanma Railways 35 dieselhydraulische Loks von Sifang (1000 PS) als 3. Freundschaftsgeschenk der VR China.
2005 erhielt Myanma Railways 20 Neubauwagen von der RITES Ltd. aus Indien. Im September 2006 spendete China 130 Wagen (gebraucht aus Yunnan). Am 1. September 2009 spendete China 20 Personenwagen und 200 Güterwagen an Myanma Railways. Am 19. Oktober 2010 erhielt Myanma Railways 150 Personenwagen und 200 Güterwagen von der Volksrepublik China als Freundschaftsgeschenk. Es ist unbekannt, ob die Wagen neu oder gebraucht sind. Aus Indien sind Bestellungen der MR am 2. Mai 2013 endgültig geliefert worden. Es handelt sich um 20 neue Diesellokomotiven (1350HP), 20 Personen-, 100 Schüttgut-, 100 Container- und 50 Holztransportwagen, sowie sieben 50-Tonnen- und sechs 30-Tonnen-Road-Mobile-Kräne. Seit 2010 wurden außerdem gebrauchte Dieseltriebwagen aus Japan eingesetzt. Dies waren die ersten Fahrzeuge mit Klimaanlage, die in Myanmar verkehrten. Im Dezember 2020 erhielt ein Konsortium, das aus dem japanischen Mitsubishi und dem spanischen Construcciones y Auxiliar de Ferrocarriles (CAF) besteht, den Auftrag, 11 sechsteilige Dieselzüge zu liefern. Im Februar 2024 wurde das erste dieser Fahrzeuge an die MR ausgeliefert.