Bushmaster Firearms International ist ein US-amerikanischer Waffenhersteller mit Sitz in Minden, Nevada und Produktion in Carson City. Das Produktportfolio umfasst halbautomatische Handfeuerwaffen wie Pistolen und Gewehre.
Die Maschinenkanone Bushmaster, z. B. als Hauptbewaffnung für den Schützenpanzer Bradley, hat nichts mit Bushmaster Firearms zu tun, sondern war eine Entwicklung von Hughes Helicopters.
Bushmaster wurde im Jahr 1973 vom Vietnamveteran Mark Gwinn in Bangor, Maine als Gwinn Arms gegründet, und im Rahmen eines Konkursverfahrens 1976 vom Richard Dyke für 241,000 US-Dollar übernommen. Dieser war ein Geschäftsmann, der bereits in viele KMUs investiert hatte. Er verlegte den Firmensitz nach Windham und änderte den Namen in Bushmaster.

Unter Dykes Führung entwickelte sich die Firma in den USA zum einem der führenden Anbieter von halbautomatischen Sturmgewehren für den zivilen Schusswaffenmarkt (M16-Klonen ohne Dauerfeuer), nachdem sich der bisherige Marktführer Colt nach dem Stockton-Massaker von 1989 aus dem Segment zurückgezogen hatte. Es war über mehr als ein Jahrzehnt Marktführer in diesem Segment und verkaufte etwa 1999 knapp 65.000 solcher Waffen, womit mehr abgesetzt wurden als von den zehn größten Konkurrenzunternehmen. Waffen des Unternehmens wurden bei der North-Hollywood-Schießerei 1997, den Beltway Sniper Attacks 2002, dem Amoklauf an der Sandy Hook Elementary School 2012, und dem Massaker in Buffalo 2022 eingesetzt. Nach diesen Verbrechen stieg jeweils der Umsatz und solche Massenmorde wurden intern als Marketingerfolge betrachtet.
2006 verkaufte Dyke das Unternehmen für 76 Millionen US-Dollar an Cerberus Capital Management, die weiter die „Couch Commando“ Kundengruppe mit kriegerischen Macho-Phantasien ausbaute. Die Cerberus Holding kaufte weitere Waffenhersteller wie Remington Arms auf und fasste sie in der Freedom Group zusammen; 2011 wurde der Produktionsstandort in Windham geschlossen und die Bushmaster-Fertigung in eine größere Remington-Fabrik verlagert. Nachdem das waffenbezogene Firmengeflecht Freedom Group der Cerberus Holding zerfiel, wurden 2020 Bushmaster-Teile vom jetzigen Eigentümer Franklin Armory aus Nevada erworben.
Weil die Heckenschützen von Washington D.C. vom Oktober 2002 ihre Opfer mit einem Bushmaster-Gewehr erschossen, hatte sich die Firma im Rahmen eines außergerichtlichen Vergleichs bereiterklärt, die Angehörigen mit 550.000 USD zu entschädigen. Dieser Vorgang wurde als historisch bewertet, da trotz der vergleichsweise kleinen Summe und fehlendem abgeschlossenem Präzenzfall, der von anderen Gerichten aufgegriffen werden kann, zum ersten Mal ein Waffenhersteller für die Taten von Waffenbesitzer finanziellen Ausgleich zahlte. Bisher waren bei ähnlichen Fällen vor Gericht gemäß dem Mantra der Waffenindustrie „Nicht Waffen töten, sondern Menschen“ die Hersteller stets aus einer Mitverantwortung bei illegaler Verwendung ihrer Produkte entlassen worden.
2005 wurde vom U.S. Kongress Protection of Lawful Commerce in Arms Act verabschiedet, das bis auf wenige Ausnahmen die zivilrechtliche Haftung von Waffenherstellern für den Missbrauch ihrer Produkte ausschließt. Trotz dieser rechtlichen Hürde wurde nach jahrelangen juristischen Verhandlungen bis vor dem obersten Gericht des Bundesstaates Connecticut am 15. Februar 2022 zwischen Remington Arms, der Muttergesellschaft von Bushmaster, und Angehörigen der Schießerei an der Sandy Hook Grundschule ein Vergleich in Höhe von 73 Mio. US-Dollar geschlossen. Diese Summe wurde von Remingtons Versicherungsunternehmen getragen, da der Waffenhersteller inzwischen Konkurs gegangen war. Bei dem Verfahren wurde als juristischer Hebel die Verbraucherschutzregeln des Bundesstaates Connecticut Unfair Trade Practices Act (CUPTA) genutzt, und der Tatsache, dass das Bushmaster-Marketing die paramilitärischen Schusswaffen an Zivilisten für kriminelle Zwecke anpries. Das Image, das von den Bushmaster-Kampagnen vermittelt wurde, bezog sich nicht auf Sammler, Sportschützen oder Jäger. Beispielsweise war ein genutzter Slogan „Forces of opposition, bow down. You are single-handedly outnumbered.“ (auf Deutsch etwa: Gegnerische Kräfte, beugt euch. Ihr seid einer einzelnen Person zahlenmäßig unterlegen.) oder auch „Clear the room.“, welche die Charakteristik einer Kriegswaffe in den Vordergrund stellte, mit dem Ziel mit hoher Feuerkraft Menschen zu töten. Für einen Amoklauf bot sich daher eine Schusswaffe an, die in der Werbung „Vorteile“ wie hohe Schussfrequenz, großer Magazininhalt und hohe Durchschlagkraft und Verletzungswirkung anpries.