Buyclass Framework

Das Buyclass Framework typisiert verschiedene Beschaffungssituationen in einem Unternehmen. Es wurde 1967 von Robinson, Faris und Wind entwickelt, weshalb dieses Konzept auch unter dem Begriff RFW-Framework geläufig ist. 1987 wurde es von Anderson, Chu und Weitz an zwei Großbetrieben empirisch getestet. Im organisationalen Kaufverhalten (englisch organizational buying behaviour) spielt das Buyclass Framework eine wichtige Rolle. Das Modell wird wegen der Allgemeingültigkeit und Einfachheit für Einkaufsprozesse in Industriebetrieben verwendet.

BeschaffungssituationNeuartigkeit des ProblemsInformationsbedarfAlternativensuche
Neue Aufgabehochsehr hochbedeutsam
Modifizierter Wiederkaufmittelmittelin begrenztem Umfang
Routineeinkaufniedrigsehr niedrigunterbleibt

Das Buyclass Framework erlaubt 27 mögliche Konstellationen (3 × 3 × 3), wobei jedoch nur drei Beschaffungssituationen tatsächlich vorkommen, welche mit drei Variablen beschrieben werden:

Daraus entstehen drei Beschaffungssituationen:

Einige Kritikpunkte

Verbesserungen des Modells

BeschaffungssituationNeuartigkeit des ProblemsInformationsbedarf
Neue Aufgabehochsehr hoch
Modifizierter Wiederkaufmittelmittel
Routineeinkaufniedrigsehr niedrig

Praktischer Nutzen

Im Rahmen des Investitionsgütermarketing kann das Buyclass Framework dazu verwendet werden, den spezifischen Informationsbedarf der einzelnen Interessenten gezielt zu befriedigen. Während Kunden in einer „new-buy“-Situation viele Informationen benötigen, brauchen die Kunden in den anderen Situationen weniger und auch andere Informationen und die Kaufkriterien sind andere. In einer Routinekaufsituation kann es zum Beispiel darum gehen, den Wiederkauf so bequem wie möglich zu machen, etwa durch weitgehend automatisierten Informationsaustausch zwischen Käufer und Verkäufer.

Literatur