| CD83 antigen | ||
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| Andere Namen |
B-cell activation protein, Cell surface protein HB15, CD83 | |
| Eigenschaften des menschlichen Proteins | ||
| Masse/Länge Primärstruktur | 205 Aminosäuren, 23.042 Da | |
| Bezeichner | ||
| Gen-Namen | CD83, BL11, HB15 | |
| Externe IDs | ||
| Vorkommen | ||
| Homologie-Familie | Hovergen | |
| Orthologe (Mensch) | ||
| Entrez | 9308 | |
| Ensembl | ENSG00000112149 | |
| UniProt | Q01151 | |
| Refseq (mRNA) | NM_001040280.1 | |
| Refseq (Protein) | NP_001035370.1 | |
| PubMed-Suche | 9308
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CD83 ist ein Oberflächenprotein der Immunglobulin-Superfamilie und wird als Typ-I-Transmembranprotein vor allem auf aktivierten Lymphozyten (wie dendritischen Zellen, T- und B-Zellen, regulatorischen T-Zellen), Mikroglia sowie im Thymus auf kortikalen Thymusepithelzellen (cTECs) exprimiert. Es ist maßgeblich an der Regulation und Modulation von Immunantworten, insbesondere der Auflösung von Entzündungsreaktionen (Resolution of Inflammation) sowie der Induktion immunologischer Toleranzmechanismen, beteiligt.

Beim CD83-Molekül wird zwischen zwei biologischen Formen unterschieden:
Beide Formen von CD83 sind glykosyliert. Die mRNA von CD83 wird über den Exportrezeptor CRM1 vom Zellkern ins Zytosol transportiert. Die lösliche Form besitzt strukturelle Ähnlichkeiten mit B7-1, B7-2 und CD48.
Das CD83-Gen ist beim Menschen auf dem kurzen Arm von Chromosom 6 (6p23) und bei der Maus auf Chromosom 13 lokalisiert. Der Promotor des humanen CD83-Gens umfasst etwa 261 Basenpaare stromaufwärts des Transkriptionsstarts und enthält mehrere Bindungsstellen für NF-κB sowie Interferon-Regulatorfaktoren. Dies spiegelt die Einbindung von CD83 in durch Zytokine und Entzündungsmediatoren gesteuerte Signalwege wider.
Zusätzlich wurden Bindungsstellen für den Aryl-Hydrocarbon-Rezeptor (AhR) sowohl im Promotor als auch in einer stromabwärts gelegenen Enhancer-Region innerhalb des zweiten Introns identifiziert. Diese Struktur deutet darauf hin, dass die CD83-Transkription durch mikrobielle Metaboliten aus dem Darm und andere AhR-Liganden negativ reguliert werden kann.
CD83 ist an der Reifung, Aktivierung und Homöostase von B- und T-Zellen sowie dendritischen Zellen beteiligt.
Die Transmembranregion von mCD83 stabilisiert MHC-II-Moleküle, Kostimulatorische Moleküle (z. B. CD86) und CD28 in der Plasmamembran, indem sie MARCH-Familien-E3-Ubiquitin-Ligasen antagonisiert. Durch diese Stabilisierung wirkt mCD83 als immunologischer Checkpoint, der die Effizienz der Antigenpräsentation und nachfolgende T-Zell-Aktivierung steuert.
Die exakten physiologischen Liganden von mCD83 sind bislang nicht abschließend charakterisiert. Frühe Bindungsstudien zeigten, dass murine B-Zellen, humane unreife und reife dendritische Zellen sowie aktivierte CD8+-T-Zellen an sCD83 binden können, ohne jedoch einen konkreten Einzelrezeptor zu identifizieren. Zudem wird berichtet, dass mCD83 homotypische Interaktionen mit der löslichen Form eingehen kann. Fehlt mCD83 auf Immunzellen, kommt es in präklinischen Modellen für Multiple Sklerose (MS), Rheuma, neuroinflammatorische Erkrankungen sowie entzündliche Darmerkrankungen zu stark überschießenden Autoimmunreaktionen.
Für sCD83 wurde nachgewiesen, dass es an den TLR4/MD-2-Komplex auf Monozyten und Osteoklasten bindet. Über den TRIF-Signalweg wird das Enzym Indolamin-2,3-Dioxygenase (IDO) aktiviert, welches den Tryptophan-Metaboliten Kynurenin bildet. Kynurenin induziert wiederum regulatorische T-Zellen (Treg), die überschießende Immunreaktionen verhindern oder auflösen. Darüber hinaus moduliert sCD83 allergische Th2-Immunantworten (z. B. bei Asthma) und verringert die Abstoßung von Organtransplantaten.
Die Entwicklung von CD4+-T-Zellen im Rahmen der positiven Selektion wird maßgeblich durch die CD83-Expression auf kortikalen Thymusepithelzellen (cTECs) reguliert. CD4+CD8+-doppelpositive Thymozyten interagieren mit cTECs („thymischen Ammenzellen“) hinsichtlich der Funktion ihres T-Zell-Rezeptors; ein nicht reaktiver TCR führt zum Zelltod. Eine erfolgreiche Rekombination eines reaktiven TCR ermöglicht das Überleben sowie die spezifische Restriktion der Expression auf CD4 oder CD8 allein, abhängig von der Fähigkeit, MHC II beziehungsweise MHC I zu erkennen. mCD83 reguliert die MHC-II-Expression auf cTECs, indem es die Aktivität der MHC-II-abbauenden MARCH8-E3-Ubiquitin-Ligase hemmt. Fehlt CD83 auf den cTECs, kommt es zu einer stark verminderten CD4+-T-Zellpopulation in der Peripherie.

Regulatorische T-Zellen (Treg-Zellen) liegen in zwei Hauptpopulationen vor: thymisch induzierte und peripher induzierte Treg-Zellen. Alle Treg-Zellen exprimieren den Transkriptionsfaktor FOXP3, der ihren suppressiven Phänotyp etabliert. Die FOXP3-Expression ist in CD83-Knockout-Mäusen unverändert; jedoch ist mCD83 für die periphere Induktion von Treg-Zellen wesentlich: Bei Treg-spezifisch CD83-defizienten Mäusen ist diese Population reduziert, was zu einem proinflammatorischen Phänotyp und überschießenden Autoimmunreaktionen (z. B. im Colitis-Modell) führt.
Die CD83-Deletion führt zudem zu einer Dysbalance der Effektor-Funktion von Treg-Zellen, unter anderem durch eine verringerte Expression des Transkriptionsfaktors GATA3, der für die Expression des ST2-Rezeptors wichtig ist. Aktivierte Treg-Zellen exprimieren und sezernieren darüber hinaus lösliches sCD83, was zur Herunterregulierung von IRAK-1 in entzündeten Geweben und letztlich zur Induktion von Toleranzmechanismen führt.
CD83-Expression ist ein klassischer Marker für reife dendritische Zellen. CD83 stabilisiert hierbei ebenso wie bei den cTECs die MHC-II-Expression, indem es MARCH1-E3-Ubiquitin-Ligasen antagonisiert. Dendritenzell-spezifische CD83-Knockout-Mäuse weisen eine Reduktion von MHC-II sowie CD86-Molekülen auf der Zelloberfläche auf. CD83 ist somit ein zentraler Regulator des Phänotyps dendritischer Zellen. Darüber hinaus führt die spezifische CD83-Deletion auf dendritischen Zellen zu überschießenden Autoimmunreaktionen, wie u. a. im MS-Modell gezeigt wurde.
Die mCD83-Expression korreliert mit dem Aktivierungsgrad von B-Lymphozyten und wird unter anderem durch den B-Zell-Rezeptor, CD40-Signalgebung und Toll-like-Rezeptor-Aktivierung gesteuert – vergleichbar mit anderen aktivierten Lymphozyten, in denen CD83 nach Stimulation exprimiert wird. In B-Zell-spezifischen CD83-Knockout-Mäusen ist die Proliferation von B-Lymphozyten gesteigert. mCD83 beeinflusst die Affinitätsreifung von Antikörpern nicht direkt, sondern verstärkt den Klassenwechsel zu IgE, was eine Rolle bei der Entwicklung allergischer Reaktionen nahelegt und CD83 als potenzielles therapeutisches Ziel bei Allergien erscheinen lässt.
Neuere präklinische Untersuchungen identifizieren lösliches CD83 (sCD83) als potenten Modulator für Haarwachstum und die Regeneration von ruhenden Haarfollikeln. In präklinischen Modellen induzierte die Applikation von sCD83 die Aktivierung von Haarfollikeln und beschleunigte den Übergang von der Ruhephase (Telogenphase) in die Wachstumsphase (Anagenphase).
Dem liegt ein multimodaler Mechanismus zugrunde: sCD83 differenziert Makrophagen in entzündungsauflösende M2-Phänotypen und rekrutiert regulatorische T-Zellen. Beide Zelltypen lösen das entzündliche Mikromilieu rund um die Haarfollikel auf und fördern die Aktivierung residenter Haarfollikel-Stammzellen. Zusätzlich zeigen Transkriptomanalysen mit humanen Haarfollikeln, dass sCD83 Wnt-Signalwege aktiviert sowie Inhibitoren der anagenen Wachstumsphase wie Dkk-1 herunterreguliert. In Ex-vivo-kultivierten humanen Haarfollikeln beschleunigt sCD83 die Verlängerung des Haarschaftes, verlängert die Anagenphase und verhindert den Übergang in die Telogenphase u. a. durch Hemmung der Apoptose in den Haarfollikeln.
In einem präklinischen Modell für Alopecia areata konnte sCD83 den autoimmunbedingten Haarausfall umkehren und neues Haarwachstum induzieren, was durch eine IDO-vermittelte Treg-Aktivierung erklärt wird. In einem begleiteten wissenschaftlichen Kommentar wurde zudem über die erste erfolgreiche kosmetische Anwendung eines auf sCD83 basierenden Produkts bei einem Probanden berichtet. Das Europäische Patentamt erteilte 2025 ein Patent für die Verwendung von sCD83 zur Förderung von Haarwachstum und Wundheilung.