Cash Flow Return on Investment

Der Cash Flow Return on Investment (deutsch „Rendite des Cashflow“; Abkürzung: CFROI) ist in der Betriebswirtschaftslehre der Anglizismus für eine betriebswirtschaftliche Kennzahl, die vom Return on Investment abgeleitet ist und die Rentabilität des operativen Geschäfts eines Unternehmens messen soll.

Allgemeines

Der CFROI wurde 1985 durch die HOLT Planning Associates entwickelt, welche später von der Boston Consulting Group (BCG) übernommen wurde. Bestandteil des auf der internen Zinsfußmethode beruhenden CFROI ist der Cashflow, der innerhalb einer Rechnungsperiode erwirtschaftet wurde. Damit ist der CFROI eine Cashflow-orientierte Kennzahl im Kennzahlensystem wie auch das Risikomaß des Cashflow at Risk.

Ermittlung

Beim Cashflow Return on Investment () wird der Brutto-Cashflow () dem Cash Value Added () gegenübergestellt:

.

Ziel des CFROI ist die Ermittlung der Rentabilität des operativen Geschäfts eines Unternehmens. Eine Wertschöpfung wird geschaffen, wenn der CFROI höher ist als die durchschnittliche Kapitalverzinsung nach den Weighted Average Cost of Capital (WACC).

CFROI I

CFROI II

Aufgrund der schlechten Verständlichkeit des CFROI auf der Zinsfußmethode für die Anwender entwickelte die BCG den CFROI II. Dieser berechnet sich durch

, wobei

= Bruttocashflow
= Ökonomische Abschreibung
= Bruttoinvestitionsbasis.

Die Höhe des CFROI II ist stets dann höher als der CFROI I, wenn der Kapitalkostensatz (WACC) unterhalb des CFROI liegt. Dies geschieht, da in Variante II die Abschreibungen zum Kapitalkostensatz angelegt werden, während in Variante I die Beträge zum CFROI I angelegt werden.

Rezeption

Bei stark schwankenden Fremdkapitalbedarfen innerhalb einer Rechnungsperiode kann eine falsche Darstellung des Zinsaufwandes erfolgen. Dies kann mittels Durchschnittsbildung des Fremdkapitals gelöst werden. Durch die Verwendung der historischen Anschaffungskosten für Sachanlagevermögen wird erreicht, dass Unternehmen mit unterschiedlicher Anlagestruktur trotzdem vergleichbar sind. Weiterhin ist der CFROI weitgehend frei von bilanzpolitischen Einflüssen, durch die retrograde Ermittlung ist er jedoch nicht ganz frei davon.

Nachteilig ist die Vergangenheitsorientierung der Kennzahl. Weiterhin hat die Nutzungsdauer der Sachanlagen einen hohen Einfluss auf den CFROI, wodurch selbige leicht das Ziel von Manipulationen sein kann. Die Periodenbezogenheit des CFROI bringt das Risiko mit sich, dass eine Kurzfristorientierung der Unternehmen erfolgt.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Michael Lorenz, Unternehmensbewertungsverfahren, 2009, S. 16 FN 54
  2. ↑ Springer Fachmedien Wiesbaden (Hrsg.), Kompakt-Lexikon Internationale Wirtschaft, 2013, S. 76
  3. ↑ Siegfried G. Häberle (Hrsg.), Das neue Lexikon der Betriebswirtschaftslehre, 2008, S. 186; ISBN 978-3-486-58305-2
  4. ↑ Martin Welge/Andreas Al-Laham, Strategisches Management, 2005, S. 354 ff.