
Der Christopher Street Day Hamburg, kurz CSD Hamburg (auch Hamburg Pride), ist eine jährliche queere Demonstration in Hamburg am ersten August-Wochenende. Er fand erstmals 1980 statt und ist mit bis zu 300.000 Teilnehmenden eine der größten Pride-Veranstaltungen Deutschlands. Die Demonstration ist Höhepunkt der einwöchigen Pride Week und wird seit 2004 von dem gemeinnützigen Verein Hamburg Pride e. V. veranstaltet.
Die ersten CSDs in Deutschland unter diesem Namen fanden 1979 in Berlin und Bremen statt. In Hamburg fand der erste CSD am 28. Juni 1980 statt, organisiert von der Homosexuellen Aktion Hamburg. Rund 1.500 Menschen demonstrierten da gegen den Paragrafen 175 und für eine Besserung der Lebenssituation von Homosexuellen. Als die Polizei Fotos von Demonstrationsteilnehmenden machte, kam es im Sternschanzenpark zu einer Auseinandersetzung zwischen Polizei und Demonstrierenden, bei denen die Hamburger Polizei Reizgas und Schlagstöcke einsetzte. Zwei verletzte Demonstrationsteilnehmende mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden.
Von da an gab es regelmäßige Demonstrationen, wobei Differenzen zwischen Schwulen- und Lesbenbewegung zu Konflikten führten und Ende der 1980er Jahre nur noch wenige Menschen zu den Demonstrationen kamen. 1992 kam es unter dem Motto „Das Wärmste am Norden“ zu einer Neuausrichtung des CSD.

2003 wurde der Verein Hamburg Pride e. V. gegründet, der mittlerweile als gemeinnützig anerkannt ist. Mit mehr als 1000 Mitgliedern zählt er zu den größten CSD-Vereinen Deutschlands. Die Mitglieder wählen einen Vorstand, der ehrenamtlich für den Verein tätig ist. 2004 war der CSD Hamburg Austragungsort der paneuropäischen Europride. Dabei nahmen rund 360.000 Menschen an der Demonstration teil.
In den Jahren 2020 und 2021 wurden wegen der Corona-Pandemie keine klassischen Demonstrationen organisiert, sondern Fahrrad-Demonstrationen. In den folgenden Jahren wurden für die reguläre CSD-Demonstration Rekord-Teilnahmezahlen vermeldet. 2024 nahmen rund 250.000 Menschen teil und der CSD musste aufgrund des Andrangs seine Route ändern; 2025 mit etwa 260.000 Menschen noch mehr. Der CSD Hamburg ist damit eine der größten queeren Veranstaltungen Deutschlands. Prominente Politikerinnen und Politiker, auch Hamburgs Erster Bürgermeister, nehmen regelmäßig an der Demonstration teil. 2026 gab es mit 300.000 Menschen einen neuen Teilnehmerrekord.
Die Pride Week in Hamburg startet offiziell mit der „Pride Night“, die an wechselnden Eventlocations organisiert wird und sich inhaltlich am jeweiligen CSD-Motto orientiert. Dabei verleiht der Verein Hamburg Pride e. V. die „Pride Awards“ für queeres Engagement: den Hamburg Pride Award für ehrenamtliche Arbeit in der Stadt Hamburg und einen Ehren-Pride-Award für Personen des öffentlichen Lebens, die Vorbildcharakter für die queere Community und die Gesellschaft in Deutschland haben. In den vergangenen Jahren wurden u. a. die Juristin Susanne Baer (2025), der Aktivist Fabian Grischkat (2024), der Aktivist Riccardo Simonetti (2023), die Initiative #OutInChurch (2022) und die Journalistin Georgine Kellermann (2021) ausgezeichnet.
Im Rahmen der Pride Week organisiert Hamburg Pride e. V. das „Pride House“ in dem Stadtteil St. Georg, dem zentralen Veranstaltungsort. Jedes Jahr bieten dort unterschiedliche Vereine und Netzwerke rund 30 Veranstaltungen zu queeren Themen an.
Auf dem Volksfest Hamburger Dom, das zeitgleich mit dem CSD-Wochenende stattfindet, gibt es seit 2016 einen Regenbogentag.
Am Wochenende der CSD-Demonstration findet von Freitag bis Sonntag das CSD-Straßenfest um die Binnenalster und am Hamburger Rathaus statt. Zum Programm gehören politische Kundgebungen und musikalische Auftritte.
| Jahr | Teilnehmende | CSD-Motto |
|---|---|---|
| 2026 | 300.000 | Solidarisch queer. Haltung zeigen – für eine Zukunft ohne Angst! |
| 2025 | 260.000 | Wir sind hier, um zu bleiben. Queere Menschen schützen. |
| 2024 | 250.000 | 5 vor 12! Du & ich gegen Rechtsdruck |
| 2023 | 200.000–250.000 | Selbstbestimmung jetzt! Verbündet gegen Trans*feindlichkeit |
| 2022 | 250.000 | Auf die Straße! Vielfalt statt Gewalt! |
| 2021 | 8.500 | Keep on Fighting. Together. |
| 2020 | 2.500 | Keep on Riding. Together. |
| 2019 | 240.000 | Grundsätzlich gleich – Für eine bessere Verfassung |
| 2018 | 80.000 Teilnehmende, 100.000 Zuschauende | Freie Bahn für Genderwahn |
| 2017 | 20.000 | Kommt mit uns! Diskriminierung ist keine Alternative |
| 2016 | 15.000 Teilnehmende, 150.000 Zuschauende | Normal ist, wer Menschen achtet! |
| 2015 | 15.000 Teilnehmende, 150.000 Zuschauende | Akzeptanz ist schulreif: Sexuelle Vielfalt auf den Stundenplan! |
| 2014 | 150.000 | Grenzenlos stolz statt ausgegrenzt – In Hamburg und weltweit |
| 2013 | 125.000 | Mehrheit für Vielfalt: Du hast die Wahl |
| 2012 | 120.000 | Ehe 2.0 – Nach den Pflichten jetzt die Rechte! |
| 2011 | 100.000 | Trau Dich! Zeig Dich! Out ist In. |
| 2010 | 80.000 | Gleiche Rechte statt Blumen |
| 2009 | k. A. | Flotter 3er fürs Grundgesetz |
| 2008 | k. A. | Butter bei die Fische |
| 2007 | k. A. | Homo-Reform ’07 |
| 2006 | k. A. | Spielt doch keine Rolle. |
| 2005 | k. A. | Get in touch! |
| 2004 | k. A. | Love breaks barriers |