Cabrera (Pasto)

Cabrera
Basisdaten
Fläche: 14,310 km²
Lage 1° 13′ N, 77° 13′ WKoordinaten: 1° 13′ N, 77° 13′ W
Höhe ü. d. M.: 2820 m
Politik
Departamento: Nariño
Lage

Cabrera ist ein Corregimiento der Gemeinde (municipio) Pasto im Departamento de Nariño in Kolumbien. Es liegt östlich der Stadt Pasto an der Straße nach El Encano und Mocoa. Im Südosten grenzt Cabrera an La Laguna, im Nordosten an Buesaco und im Nordwesten an Buesaquillo. Das Corregimiento liegt auf einer Höhe von 2820 Metern.

Geschichte

Cabrera war früher eine Vereda des Corregimiento La Laguna. Das Corregimiento wurde durch den Acuerdo Municipal N.º 15 am 30. Juli 2001 durch den Concejo Municipal („Stadtrat“) von Pasto geschaffen.

Zwischen 1935 und 1941 restaurierte der Priester Gonzalo Napucil Mera die verfallene Kirche des Ortes und legte gemeinsam mit den Bewohnern den heutigen Friedhof an. Die Statue des Señor de la Buena Esperanza, des Schutzpatrons von Cabrera, wurde Ende des 19. Jahrhunderts aus Quito gebracht.

Geographie

Die amtliche Karte der Alcaldía weist eine Fläche von 14,310 km² aus. Das Corregimiento umfasst fünf Veredas, darunter Duarte, Buenavista Alto und La Paz.

Cabrera liegt im Einzugsgebiet der Quebrada La Pila, das zum Oberlauf des Río Pasto gehört und eine seiner wichtigsten Wasserquellen ist. Dieses Einzugsgebiet erstreckt sich über die Corregimientos Cabrera, San Fernando und La Laguna. Die Vereda La Paz liegt auf etwa 2800 m Höhe; die Durchschnittstemperatur beträgt 12 °C, der mittlere Jahresniederschlag 750 mm.

Bevölkerung und Wirtschaft

Im Corregimiento leben rund 5000 Menschen. Die meisten arbeiten in der Landwirtschaft, viele andere pendeln zur Arbeit in die Stadt Pasto. Angebaut werden vor allem Kartoffeln, Zwiebeln, Mais und aromatische Kräuter; daneben werden Rinder, Pferde, Meerschweinchen, Schweine und Hühner gehalten. Gemeinsam mit dem Corregimiento La Laguna ist Cabrera für seine Milchprodukte bekannt. In einer Untersuchung in der Vereda La Paz bewerteten die Bewohner die Erzeugung von Nahrungsmitteln und die Wasserversorgung als wichtigste Leistungen ihrer Umwelt.

An den Wochenenden kommen zahlreiche Besucher aus Pasto, um in den Restaurants des Ortes regionale Gerichte wie Cuy, Frito pastuso oder Dulce de chilacuán zu essen. Der ungelenkte Tourismus verursacht Müll. Die Haushalte beziehen ihr Wasser aus einem gemeinschaftlichen Wasserwerk (acueducto veredal). Die Bewohner berichten von Rationierungen bei Trockenheit und nennen die Viehhaltung nahe der Quebrada La Pila sowie Abfälle der Restaurants als Ursachen für die Verschmutzung des Wassers. Eine 2016 veröffentlichte Untersuchung stellte fest, dass in Cabrera im Rahmen von Zahlungen für Umweltleistungen Agroforstsysteme angelegt, Familien als Waldhüter (familias guardabosques) eingesetzt und Grundstücke angekauft wurden.

Kultur

Das wichtigste Fest ist das des Señor de la Buena Esperanza in der letzten Septemberwoche. Es beginnt mit einer neuntägigen Prozession, die durch La Laguna und San Fernando zurück nach Cabrera führt, und umfasst Messen, Sportwettbewerbe, andine Tänze und Feuerwerk. Weitere Feste gelten unter anderem der Virgen del Carmen und der Virgen de las Mercedes. In der Karwoche ziehen Prozessionen durch die Veredas, und Gläubige steigen auf den Gipfel der Montaña del Mono, auf dem ein Holzkreuz steht. Dort befindet sich ein Petroglyph, der einen Affen darstellt. In der Vereda La Paz finden das Fest der Virgen de La Paz und ein Drachenfest (festival de las cometas) statt; ein Ausflugsziel ist der kleine See La Cochita.

In der mündlichen Überlieferung der Bewohner spielen Gestalten wie der Duende („Wicht“), die Viuda („Witwe“) und die Llorona („Weinende“) eine wichtige Rolle.

Verkehr

Cabrera ist über die Buslinie C16 mit der Stadt Pasto verbunden.

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 Alcaldía de Pasto: CTO. DE CABRERA. Amtliche Karte.
  2. 1 2 3 García Yarce 2024, S. 214.
  3. 1 2 Rodríguez Gómez 2017, S. 21.
  4. ↑ Acuerdo Municipal N.º 15. Concejo Municipal de Pasto, 30. Juli 2001.
  5. ↑ Rodríguez Gómez 2017, S. 49.
  6. ↑ Rodríguez Gómez 2017, S. 25.
  7. ↑ Rodríguez Gómez 2017, S. 27–28.
  8. 1 2 Pantoja Guevara u. a. 2018, S. 64.
  9. ↑ Rodríguez Gómez 2017, S. 30.
  10. ↑ Pantoja Guevara u. a. 2018, S. 61, 66.
  11. ↑ Rodríguez Gómez 2017, S. 22, 27.
  12. 1 2 Pantoja Guevara u. a. 2018, S. 75.
  13. ↑ García Yarce 2024, S. 215–216.
  14. ↑ Narváez u. a. 2016.
  15. ↑ Rodríguez Gómez 2017, S. 25–26.
  16. ↑ Rodríguez Gómez 2017, S. 22–23.
  17. ↑ Rodríguez Gómez 2017, S. VI.
  18. ↑ Rodríguez Gómez 2017, S. 27.