| Calardis Soleil | |
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| Zuchtnummer | Gf.2010-011-0048 |
| Art | Edle Weinrebe (Vitis vinifera subsp. vinifera) |
| Beerenfarbe | grün |
| Verwendung | |
| Züchter | Rudolf Eibach; Reinhard Töpfer |
| Institut | JKI, Institut für Rebenzüchtung Geilweilerhof |
| Züchtungsjahr | 2010 |
| VIVC-Nr. | 27255 |
| Abstammung | |
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Kreuzung aus | |
| Liste von Rebsorten | |
Die Weißweinsorte Calardis Soleil ist eine Neuzüchtung des JKI, Institut für Rebenzüchtung Geilweilerhof. Der Sortenname leitet sich aus einer historischen Bezeichnung des Geilweilerhofs in Kombination mit der französischen Bezeichnung für die Sonne ab. Dies weist sowohl auf ihre Abstammung von Solaris als auch auf ihre frühe Reife hin.
Aus der Rebsorte entstehen laut Züchter harmonische und vollmundige Weine mit spritziger Säure. Der Geschmack zeichnet sich durch feine Fruchtaromen von Mirabelle, Aprikose, Ananas und reifem Apfel, mit einem würzigen Abgang und zarter Note von Limette aus.
Als Vertreter der PIWIs kombiniert die Rebe gute Weinqualitätseigenschaften mit einer hohen Widerstandsfähigkeit gegen die wichtigsten pilzlichen Schaderreger Echter Mehltau und Falscher Mehltau. Durch die Kombination (Pyramidisierung) von vier unterschiedlichen Resistenzfaktoren, die gegen den Falschen Mehltau wirken, ist Calardis Soleil hier besonders gut geschützt (Rpv1, Rpv3.1, Rpv3.3 und Rpv10). Mit dem Run1 aus der Wildart Vitis rotundifolia besitzt sie auch gegen den Echten Mehltau eine sehr hohe Widerstandsfähigkeit. Zudem besitzt sie auch Schwarzfäulefestigkeit (Rgb1) und auch die Botrytisfestigkeit wird durch eine meist lockere Traubensarchitektur mit kleinen Beeren als mittel-hoch eingestuft. Dadurch lassen sich sowohl in integrierten als auch im ökologischen Anbau bis zu 80 Prozent der Fungizide einsparen. Zudem gilt sie als wenig anfällig gegenüber Sonnenbrand. Der Austriebszeitpunkt ist mit dem von Müller-Thurgau vergleichbar. Die Lese erfolgt später als bei der Elternsorte Solaris und kurz vor oder mit Müller-Thurgau. Weinbaulich zeichnet sich die Sorte durch eine luftige Laubwand, einen aufrechten Wuchs und eine gute Holzreife aus.
Als Kreuzungseltern wurden der Zuchtstamm Gf.2000-305-0137 und die Sorte Solaris verwendet. Der komplexe Stammbaum kann im VIVC graphisch nachvollzogen werden.
Die Anmeldung zum Sortenschutz erfolgte 2024 und damit bereits 14 Jahre nach der Kreuzung. Nach der Beantragung der Sortenzulassung erfolgt aktuell die vergleichende Sortenprüfung durch das Bundessortenamt an neun Standorten. Interessierte Winzer können die Sorte bereits anpflanzen, allerdings ist es bis zur Sortenzulassung noch erforderlich einen Anbauvertrag mit dem Züchter abzuschließen.
Durch die noch ausstehenden Zulassung sind Weine aus dieser Rebsorten aktuell ausschließlich im Weinverkauf des JKI am Geilweilerhof erhältlich. Diese Weine wurden bereits ausgezeichnet, u. a. mit Silber beim Deutschen PIWI Weinpreis 2026 oder mit drei Sternen beim Fair Wine Award 2026. Von der FAZ wurde der 2024er Calardis Soleil als „Wein der Woche“ empfohlen.