| Calibre | |
|---|---|
Oberfläche von Calibre unter Windows 11 | |
| Basisdaten | |
| Entwickler | Kovid Goyal |
| Erscheinungsjahr | 31. Oktober 2006 |
| Aktuelle Version | 9.17.0 (23. Oktober 2026) |
| Betriebssystem | Linux, macOS, Windows |
| Programmiersprache | Python, C, JavaScript |
| Kategorie | E-Book-Verwaltung |
| Lizenz | GNU GPLv3 |
| calibre-ebook.com | |
Calibre ist ein freies Programmpaket zur Verarbeitung, Konvertierung und Verwaltung von E-Books für Linux, macOS und Windows. In vielen Linux-Distributionen lässt sich die Software direkt aus den Standard-Paketquellen installieren.
Kovid Goyal begann mit der Entwicklung am 31. Oktober 2006 anlässlich der US-Markteinführung des E-Book-Readers PRS-500 der Firma Sony, anfangs ohne grafische Benutzeroberfläche und unter dem Namen „libprs500“. Um diesen Reader unter Linux nutzbar zu machen, rekonstruierte Goyal mit Unterstützung aus der MobileRead-Gemeinde das Kommunikationsprotokoll für den Zugriff auf das Gerät über USB und schrieb einen Konverter für das verwendete proprietäre Dateiformat LRF.
Mitte 2008 wurde der Name zum heutigen „calibre“ geändert.

Eine Vielzahl unterstützter Dateiformate kann dargestellt, bearbeitet, konvertiert und ausgedruckt werden. Die Inhalte können dabei auch aufbereitet werden, beispielsweise durch Änderungen der zu verwendenden Schrift oder Einfügen eines automatisch erstellten Inhaltsverzeichnisses.
Calibre bietet zahlreiche Funktionen zur Katalogisierung elektronischer Bücher. Die erfassten Werke können mit verschiedenen Metadaten versehen werden, die auch aus Online-Katalogen (ISBNdb.com, Google Books, Amazon, LibraryThing) importiert werden können.
Die Bücher können in Calibre importiert und auf diverse Mobilgeräte exportiert werden. Es ist möglich, Bücher und Metadaten zu synchronisieren, wobei sie automatisch in jeweils passende Datenformate konvertiert werden.
Meldungen von Nachrichten-Websites (Web-Feeds) können automatisch aus dem Internet bezogen, in eine E-Book-Datei verpackt und an ein Mobilgerät übertragen werden. Auch Wikipedia-Artikel können mit Hilfe eines Wiki Readers als EPUB-Dokument gespeichert werden.
Die Unterstützung von Dateiformaten, Mobilgeräten, Nachrichten- und Metadatenquellen ist modular erweiterbar.
Inhalte der verwalteten Sammlung sind auch aus der Ferne über Internet, Webbrowser, Mobilgeräte usw. verfügbar oder können (beispielsweise abonnierte Inhalte) automatisch zugestellt werden („push“).
Die Anwendung ist in den Programmiersprachen Python und C geschrieben und wird unter den Bedingungen von Version 3 der GNU General Public License (GPL) als freie Software auch im Quelltext veröffentlicht.
Zur Nachrichtenabfrage betätigt sich Calibre als RSS-Feedreader; für Fernzugriff enthält es E-Mail- und Webserver (HTTP).
Die Software ist auch als portable Version verfügbar. Von Version 0.9.9 an gibt es auch eine 64-Bit-Version für Windows.
Durch verschiedene Plug-ins (z. B. DeDRM oder EpubMerge) kann die Funktionalität erweitert werden.
Calibre wird oft als klassisches Beispiel „Funktion vor Form“ beschrieben. Die Kritik an der graphischen Oberfläche (GUI) ist konsistent und weitreichend, während die Funktionalität als extrem mächtig gelobt wird. Das Interface wirkt mit Verwaltung, Konvertierung, Bearbeitung und Synchronisation oft überladen, weil versucht wird, Hunderte von Funktionen in einem Fenster abzubilden. Dies führt zu einer steilen Lernkurve für neue Nutzer. Das Design wird als altbacken im "90er-Jahre-Solaris-Stil" beschrieben. Es entspricht nicht modernen Designsprachen. Icons werden als kryptisch und wenig intuitiv empfunden, wichtige Funktionen sind tief in Kontextmenüs und komplex verschachtelten Einstellungsdialogen versteckt. Dies bewirkt eine mangelnde Einsteigerfreundlichkeit; dieses sogenannte Onboarding lässt eine gute Einführung vermissen, da Neunutzer sich von der Funktionsvielfalt erschlagen fühlen. Gebräuchliche Anleitungen im Netz referenzieren den gesamten Funktionsumfang bei gleichzeitigem Verzicht auf notwendige, didaktisch geleitete Gewichtung.