| Canachus crocodilus | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
Canachus crocodilus, Pärchen | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
| ||||||||||||
| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Canachus crocodilus | ||||||||||||
| Stål, 1875 |

Canachus crocodilus ist eine bereits 1875 beschriebene Gespenstschrecken-Art aus Neukaledonien.
Die Männchen von Canachus crocodilus sind um 40 mm die Weibchen um 65 mm lang. Damit gehört die Art zu den eher kleineren Vertretern der Gattung. Ihre Körperoberfläche ist spärlich granuliert und weist anders als die der meisten anderen Canachus-Arten keine Stacheln oder Dornen auf. Wie alle Vertreter der Gattung hat auch Canachus crocodilus kleine, rudimentäre Flügel am Vorderrand des Metanotums, die bei ihnen als weiße Schuppen gut erkennbar sind. Ebenfalls gattungstypisch sind die vom ansonsten scheibenförmigen Metasternum gebildeten zu einer Spitze auslaufenden Lappen, die im Bereich der hinteren Coxen zu finden sind. Die Art ist vergleichsweise kontrastreich gefärbt. Zwar ist die Oberseite der Weibchen bis auf das schwarze Abdomenende und den ebenso gefärbten Ovipositor komplett in Brauntönen gefärbt, aber auch ihre Unterseite ist kontrastreich gezeichnet. Deren Grundfarbe ist beige bis gelb und zeigt auf den Bruststerniten graue Zeichnungen. Am auffälligsten sind die schwarzen Ränder am Vorderrand der Abdominalsegmente und im Übergang zwischen den Bruststerniten. Männchen sind auch oberseits sehr kontrastreich gezeichnet. Eine gelbliche Linie zieht sich bei ihnen vom Pronotum bis fast zum Abdomenende. Auch die Ränder sind in diesem Bereich hell gefärbt, während die dazwischen liegenden Bereiche vorn schwarzbraun sind und zum Abdomenende eher mittelbraun werden. Die Fühler sind bei beiden Geschlechtern kurz behaart. Auf dem Kopf befinden sich zwischen den Augen zwei sehr kleine, sehr stumpfe Höcker und weiter hinten auf jeder Seite zwei oder drei größere Höcker in schräg angeordneten Längsreihen. Das Pronotum zeigt am Vorderrand zwei deutliche, aber kleine Tuberkel und am hinteren Seitenrand einen Höcker oder Zahn. Der Mesothorax ist etwas länger als der Metathorax. Das Mesonotum ist vorn schmaler als hinten und hat an den Seitenränder zwei oder drei kleine Tuberkel. Sein Vorderrand ist leicht erhöht und undeutlich zweihöckrig. Am Oberrand der Mesopleuren befindet sich ein kleiner Tuberkel und drei oder vier weiter am Unterrand. Die Metapleuren sind nach hinten etwas verbreitert und haben am Ober- und Unterrand je drei Tuberkel. Anders als bei Canachus tyrrhaeus und Canachus harpyia zeigen die vordere Abdominalsegmente einschließlich des Mediansegments keine paarigen Dornen oder Höckern. Das Abdomen der Männchen ist viel schmaler als der Metathorax. Das Analsegment, also das neunte, dorsale Segment (Tergit) ist mäßig schmal, abgestutzt und nach hinten kielartig abgeflacht. Der innere Lappen (Lobus) ist mit einem schwarzen Zahn bewehrt. Das Analsegment des Weibchens ist gekielt, leicht verschmälert und zugespitzt. Es wird von der sehr langen, dorsal gelegenen Supraanalplatte (Epiproct) überragt. Beide bilden den gattungstypisch langen Ovipositor. Die Cerci sind kurz, stehen kaum hervor und sind stumpf lanzettlich. Die Femuren aller sechs Beine sind oben teilweise mit dornartigen Höckern besetzt und unten entlang der Mittellinie bedornt. Sie tragen vor der Spitze einen kleinen seitlichen Zahn. Die Hinterbeine der Männchen sind stark verdickt und unterseits entlang der Mittellinie mit einem schwarzen Seitenzahn sowie vier bis fünf großen Dornen versehen, wobei die Dornen zur Spitze hin größer werden. Die vorderen vier Tibien sind unterseits entlang der Mittellinie sowie am Hinterrand fein gezähnt. Die Hinterbeine der Männchen sind auffällig stark gebogen, oberseits höckerig und unterseits an der Spitze mit einigen Zähnchen besetzt. Bei den Weibchen sind die Hinterbeine annähernd gerade und über die gesamte Länge unterseits gezähnt.
Die Art stammt aus Neukaledonien. Der einzige genauere Fundort ist der des in den Terrarien der Liebhaber gehaltenen Zuchtstammes. Dieser wurde in Koniambo bei der Gemeinde Voh an der Westküste der Nordprovinz Neukaledoniens gesammelt.

Im Jahr 1875 errichtete Carl Stål die Gattung Canachus für die Arten Canachus crocodilus und Canachus salamandra. Stål beschrieb Canachus crocodilus anhand je eines Männchens und eines Weibchens aus der Sammlung von Karl Brunner-von Wattenwyl. Diese Sammlung befindet sich heute im Naturhistorischen Museum Wien, wo beide Tiere heute zu finden sind. Da bisher kein Holotypus festgelegt wurde, gelten sie als gleichwertige Syntypen der Art. Der Artname „crocodilus“ wird nicht erklärt, dürfte sich aber auf die Gesamtform der Weibchen beziehen, die mit ihrem lang ausgezogenen Ovipositor im Umriss einem Krokodil ähnelt. Josef Redtenbacher bearbeitete 1908 neben vielen anderen Gespenstschrecken auch die Gattung Canachus. Er beschrieb drei weitere Canachus-Arten, von denen eine seit 1915 in Paracanachus geführt wird. Außerdem überstellte er eine vorher in einer anderen Gattung geführte Art in die Gattung Canachus und veröffentlichte den bisher einzigen Bestimmungsschlüssel zur Unterscheidung aller sechs Arten. Nach seinen Angaben stammt das von ihm untersuchte und in Zeichnungen dargestellte Pärchen von Canachus crocodilus aus dem Naturkundemuseum Paris. Bereits 1904 hatte William Forsell Kirby Canachus crocodilus zur Typusart der Gattung bestimmt und diese sowie die beiden anderen bereits beschriebenen Arten in die damalige Unterfamilie Eurycantinae gestellt. Zwar wird die Gattung auch weiter in der heutigen Tribus Eurycantini geführt, allerdings zeigen molekulargenetische Untersuchungen, dass sie nur sehr weitläufig mit den Vertretern der Gattung Eurycantha verwandt ist. Sie ist deutlich enger mit anderen Arten der sogenannten Lancerocerata verwandt. Diese wiederum bestehen aus einer Klade von Arten aus Madagaskar und zwei großen Kladen aus der Australis. In einer der Kladen aus der Australis findet sich Canachus und in deren engsten Verwandtschaft die monotypische Gattung Microcanachus, aber auch die Gattung Asprenas mit durchweg langbeinigen und stabförmigen Arten.
Nach Canachus alligator ist Canachus crocodilus die zweite Art der Gattung die in die Terrarien der europäischen Liebhaber gelangte. Sie wird seit etwa 2024 gehalten und nachgezogen. Die Art ist einfacher zu vermehren als Canachus alligator und lässt sich leicht mit dem Laub verschiedensten Futterpflanzen wie dem von Him- oder Brombeeren, Haseln oder Salal (Gaultheria shallon) ernähren. Der Zuchtstamm wird nach seinem Fundort entweder sehr allgemein als Canachus crocodilus 'Neukaledonien' bzw. 'New Caledonia' oder genauer als Canachus crocodilus 'Koniambo' bezeichnet.