Ringdisteln

Ringdisteln

Carduus cephalanthus

Systematik
Euasteriden II
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Carduoideae
Tribus: Cardueae
Gattung: Ringdisteln
Wissenschaftlicher Name
Carduus
L.

Die Ringdisteln (Carduus) sind eine Pflanzengattung in der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Die etwa 90 Arten sind in Eurasien und Afrika weitverbreitet.

Beschreibung

Illustration der Alpen-Ringdistel (Carduus defloratus)

Vegetative Merkmale

Ringdistel-Arten sind meist ein- bis zweijährige, selten ausdauernde krautige Pflanzen, die Wuchshöhen von 30 bis 200, selten bis zu 400 Zentimetern erreichen. Sie sind gewehrt und mehr oder weniger wollig behaart, nur selten unbehaart. Die aufrechten Stängel sind einfach oder verzweigt und oft stachelig-geflügelt.

Die grundständigen und am Stängel wechselständig verteilt angeordneten Laubblätter sind gestielt oder ungestielt. Die kahlen oder behaarten Blattspreiten sind ungeteilt bis fiederspaltig oder ein- bis zweifach gelappt und am Rand dornig gezähnt.

Blütendiagramm für Carduus
Pappusunterseite (hier bei Carduus acanthoides): die Pappushaare sind zu einem Ring verwachsen, daher der deutschsprachige Trivialnamen der Gattung Ringdistel

Generative Merkmale

Die körbchenförmigen Blütenstände stehen einzeln oder zwei bis zwanzig zusammen auf stachlig geflügelten, beblätterten oder kahlen Blütenstandsschäften. Die vielen in sieben bis über zehn Reihen zylindrisch bis kugelig aufsteigend bis ausgebreitet oder zurückgebogen angeordneten Hüllblätter sind linealisch bis breit-eiförmig mit glattem Rand und weisen stachelige Spitzen auf. Der Körbchenboden (Receptaculum) ist flach. Es sind abgeflachte, borstige Spreublätter vorhanden. Jeder Blütenstand enthält einige bis viele Röhrenblüten.

Die Röhrenblüten sind zwittrig. Die fünf weißen über rosafarbenen bis violetten Kronblätter sind zu einer mehr oder weniger stark zygomorphen langen, schmalen Kronröhre verwachsen, die sich abrupt glockenförmig öffnet und in linealen Kronzipfeln endet. Der Griffel ist bis weit nach oben verwachsen und so sind die freien Griffeläste nur sehr kurz.

Die eiförmigen, etwa abgeflachten Achänen sind glatt. Im Gegensatz zu den ansonsten ähnlichen Kratzdisteln sind die Pappushaare nicht gefiedert, d. h. nicht wiederum mit kleinen Härchen besetzt.

Die Chromosomengrundzahlen betragen x = 8, 9, 10, 11, 13.

Weg-Distel (Carduus acanthoides)
Carduus carlinoides
Carduus carlinoides
Habitus einer blühenden Carduus carpetanus
Krause Ringdistel (Carduus crispus)
Alpen-Ringdistel (Carduus defloratus)
Nickende Distel (Carduus nutans)
Blütenstand von Carduus nutans subsp. granatensis mit zurückgebogenen Hüllblättern
Kletten-Distel (Carduus personata)
Carduus pycnocephalus
Dünnköpfige Distel (Carduus tenuiflorus)

Systematik und Verbreitung

Die Gattung Carduus wurde 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Band 2, Seite 820–826 mit der Typusart Carduus nutans L. aufgestellt. Der Gattungsname Carduus stammt von lateinisch carduus für Distel. Synonyme für Carduus L. sind: Wettsteinia Petr., Clavena DC., Clomium Adans., Ascalea Hill und Onopyxus Bubani nom. illeg.

Die Gattung Carduus gehört zur Subtribus Carduinae aus der Tribus Cardueae in der Unterfamilie Carduoideae innerhalb der Familie Asteraceae.

Das natürliche Verbreitungsgebiet liegt in der Alten Welt in Eurasien und Afrika. Davon kommen etwa fünf Arten als invasive Neophyten beispielsweise auch in Nordamerika vor.

Es wurden etwa 929 wissenschaftliche Taxa veröffentlicht. Akzeptiert werden etwa 90 Arten.

Hier eine Liste der in Europa und im Mittelmeerraum vorkommenden fast 60 Arten:

Symbolik und Rezeption

Die Distel allgemein gilt in der Symbolsprache der Blumen als Sinnbild der Wehrhaftigkeit.

Der Name der deutschen Hilfsorganisation Cadus ist den Ringdisteln entlehnt.

Quellen

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 David J. Keil: Carduus, S. 91 - textgleich online wie gedrucktes Werk in Cynareae, In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 19: Magnoliophyta: Asteridae, part 6: Asteraceae, part 1 (Mutisieae–Anthemideae). Oxford University Press, New York und Oxford, 2006, ISBN 0-19-530563-9.
  2. ↑ dict.cc: carduus. Abgerufen am 23. Juli 2014.
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  4. 1 2 3 4 Carduus im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 13. Juni 2016.
  5. ↑ CadusPR: PHNX heißt jetzt CADUS - cadus.org. In: cadus.org - Humanitäre Nothilfe. 29. August 2015, abgerufen am 23. März 2025 (deutsch): „CADUS. Abgeleitet von der Distel (lat. Carduus), die zu Hauf auch in Rojava wächst. CADUS steht dabei, wie ihr pflanzliches Vorbild, fuer Widerstandsfaehigkeit, Durchhaltevermoegen, und die Faehigkeit Bluete und Schoenheit dorthin zu bringen, wo Krieg und Zerstoerung zum Mittelpunkt von menschlichem Ueberlebenskampf geworden sind.“

Ergänzende Literatur

Commons: Ringdisteln (Carduus) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien