Dissertationspreis der Physikalischen Gesellschaft zu Berlin

Der Dissertationspreis der Physikalischen Gesellschaft zu Berlin (bis 2023 Carl-Ramsauer-Preis) wird jährlich für „hervorragende Doktorarbeiten in Physik und angrenzender Gebiete“ an Berliner und Brandenburger Universitäten vergeben.

Der 1989 von der AEG Aktiengesellschaft ins Leben gerufene Preis wurde bis zum Jahr 1999 jährlich an sechs Wissenschaftler der Freien Universität Berlin, der Technischen Universität Berlin und der Humboldt-Universität zu Berlin vergeben, die damit für ihre herausragende Dissertation auf naturwissenschaftlich-technischem Gebiet ausgezeichnet wurden. Seit dem Jahre 2002 wird der Preis an drei Wissenschaftler der Berliner Universitäten und einen Wissenschaftler der Universität Potsdam vergeben.

Geschichte

Die AEG Aktiengesellschaft stiftete den Carl-Ramsauer-Preis am 13. April 1988 anlässlich der Feier zum 60-jährigen Bestehen des am 1. April 1928 gegründeten AEG-Forschungsinstituts. Der Preis wurde nach Carl Ramsauer (1879–1955), dem ersten Direktor des AEG-Forschungsinstituts benannt.

Der Nachwuchs-Förderpreis wurde jährlich zu gleichen Teilen (Dotierung je 10.000 DM) an je vier Wissenschaftler der Freien Universität Berlin und der Technischen Universität Berlin für herausragende Dissertationen auf naturwissenschaftlich-technischem Gebiet (Physik, Elektrotechnik, Chemie, Produktionstechnik und Informatik) verliehen. Die Preisverleihung fand in einer gemeinsamen Veranstaltung der AEG und der beiden Universitäten statt. Die Auswahl der Preisträger übernahm eine Preiskommission, die aus je zwei Vertretern der AEG sowie der beiden Universitäten bestand.

Mit dem Fall der Mauer wurde die Humboldt-Universität zu Berlin in die Preisvergabe mit einbezogen. Die Dotierung wurde auf insgesamt 60.000 DM erhöht.

Nach der Auflösung der AEG im Jahre 1996 wurde die Preisvergabe von der Firma TEMIC (TEMIC TELEFUNKEN microelectronic GmbH) fortgeführt. Nach dem Verkauf des Halbleiterbereichs von TEMIC durch die Daimler AG an die Firmen Atmel und Vishay im Jahre 1998 wurde der TEMIC-Konzern aufgelöst und der Preis in den Jahren 1999 letztmals von dem verbleibenden Konzernteil TEMIC Automotive vergeben. In den Jahren 2000 und 2001 wurde die Preisvergabe durch die TEMIC Automotive Geschäftsführung ausgesetzt, bis dann auf Initiative der Physikalischen Gesellschaft zu Berlin und den Präsidenten der Berliner Universitäten der Preis von der Physikalischen Gesellschaft zu Berlin übernommen wurde. Seit 2002 wird der nunmehr modifizierte und mit insgesamt 6000 € dotierte Carl-Ramsauer-Preis an drei Wissenschaftler der Berliner Universitäten und einem Wissenschaftler der Universität Potsdam für die jeweils beste Dissertation im Fach Physik vergeben. Seit 2015 wird der Carl-Ramsauer-Preis durch das Berliner Unternehmen SPECS Surface Nano Analysis gefördert.

Die historische Rolle von Carl Ramsauer wurde Anfang 2024 neu bewertet. Der Preis wird seit 2024 unter dem Namen Dissertationspreis der Physikalischen Gesellschaft zu Berlin verliehen.

Preisträger

(FU=Freie Universität Berlin, TU=Technische Universität Berlin, HU=Humboldt-Universität Berlin, UP=Universität Potsdam)

Quellen