Carl Biberfeld

Carl Biberfeld (* 5. Februar 1856 in Breslau; † 18. September 1924 in Zuckmantel) war ein deutscher Lyriker, Essayist und Herausgeber.

Leben

Carl Biberfeld entstammte einer jüdischen Familie in Breslau. Er erlernte einen kaufmännischen Beruf und war als Bankbeamter tätig.

Bereits Mitte der 1870er Jahre knüpfte Biberfeld literarische Kontakte zur Breslauer Dichterschule. 1882 übernahm er die Redaktion der Monatsblätter der Breslauer Dichterschule, 1883 wurde er zum Vorsitzenden gewählt. Bei seiner Verabschiedung 1909 trug man ihm den Ehrenvorsitz an. Von 1908 bis 1910 redigierte er das Nachfolgeblatt des Vereinsorgans, das jetzt den Titel Der Osten trug. Margarete Kiefer-Steffe nannte ihn „die Seele des Vereins“.

Auf seine Initiative wurde der wandernde Handwerkergeselle Paul Barsch vom Vorsitzenden Theobald Nöthig nach Breslau eingeladen, um aus seinen Gedichten zu lesen. Gemeinsam mit Barsch gab Biberfeld 1913 die Sammlung Brause, du Freiheitssang! zum Gedenken an die Befreiungskriege heraus.

In den 1890er Jahren wurde er Mitglied der Finanzkommission des Breslauer Schiller-Vereins, der seit 1863 Zweigstiftung der Deutschen Schiller-Stiftung war.

Biberfeld engagierte sich auch für das Breslauer Lobe-Theater, wo er als Dramaturg tätig war und beispielsweise im Jahr 1896 „schlesisch-historische Lustspielabende“ organisierte. Im Jahr 1899 schrieb er den Prolog zu einer Festvorstellung von Goethes Tasso. Festvorträge hielt er auch zu Eichendorff-Feiern und zur Einweihung eines Denkmals für Gustav Freytag und wurde ein gefragter Gelegenheitsdichter in Breslau.

Für den Komponisten Ludwig Heidingsfeld (1854–1921), mit dem er bereits an dessen komischer Oper Der neue Dirigent zusammengearbeitet hatte, verfasste Biberfeld 1910 die Texte der Studentenlieder in der erfolgreichen Operette Alte Burschenherrlichkeit.

Carl Biberfeld wurde auf dem Neuen Jüdischen Friedhof in Cosel bei Breslau (heute Kozanów) beigesetzt, wo sein Grab noch erhalten ist.

Seine Kriegsglossen vom Beginn des Ersten Weltkriegs aus dem Jahr 1915 wurden 1948 von der Deutschen Verwaltung für Volksbildung in der sowjetischen Besatzungszone auf die „Liste der auszusondernden Literatur“ gesetzt.

Auszeichnungen

1878 erhielt Biberfeld für sein Manuskript Ella gemeinsam mit Hedwig Nies eine Auszeichnung der Breslauer Dichterschule für das beste epische Gedicht.

Werke

Essays (Auswahl)

Herausgebertätigkeit

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Vgl. Till van Rahden: Juden und andere Breslauer. Die Beziehungen zwischen Juden, Protestanten und Katholiken in einer deutschen Großstadt von 1860 bis 1925. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2000, S. 111 (Web-Ressource).
  2. ↑ Vgl. Marie Muthreich-Barsch: Freund unter Freunden. Geschrieben an Paul Barsch. Selbstverlag, Neuenrade 1955 Teildigitalisat als PDF.
  3. ↑ Jerzy Kichler: Cmentarz Cosel Wrocław – Jewish cemetery Wrocław (Breslau). 23. Juli 2012 Web-Ressource (in polnischer Sprache).
Personendaten
NAME Biberfeld, Carl
KURZBESCHREIBUNG deutscher Lyriker, Essayist und Herausgeber
GEBURTSDATUM 5. Februar 1856
GEBURTSORT Breslau
STERBEDATUM 18. September 1924
STERBEORT Zuckmantel