Carl Domanig

Karl Domanig

Karl Domanig, auch Carl Domanig, (* 3. April 1851 in Sterzing; † 9. Dezember 1913 in St. Michael/Eppan) war ein österreichischer Schriftsteller und Numismatiker. Er wurde als Tiroler Heimatdichter bekannt.

Leben

Carl Domanig besuchte Schulen in Brixen und Meran. Er war als Schüler Mitglied der geheimen Schülerverbindung Merania an, in der er den Biernamen Götz von Berlichingen trug und die 1868 aufflog. Das Schulverhör ergab, dass die Mitglieder einer „verderblichen materialistischen Weltanschauung“, dem Liberalismus, gehuldigt und sich dem „Lesen kirchenfeindlicher Bücher hingegeben“ hätten. Domanig erhielt das consilium abeundi. In seiner Not wandte er sich an seinen Meranier-Bundesbruder Nikolaus Recheis, der mittlerweile katholischer Priester geworden war. Dieser brachte ihn dazu, sich dem Katholizismus wieder zuzuwenden und ermöglichte ihn, seine Gymnasialstudien zu beenden.

In Innsbruck und Rom studierte er Numismatik und Germanistik, 1876 erlangte er das Doktorat. Nach seinem Studium betätigte er sich als Autor von Gedichten, Erzählungen, Romanen und Dramen, zunächst jedoch erfolglos. Er war als Lehrer tätig und unterrichtete über zwanzig Kinder aus dem habsburgischen Kaiserhaus in Kunst- und Literaturgeschichte. Als Numismatiker wurde er 1884 Kustos-Adjunkt und später Direktor des k.k. Münz- und Antikenkabinetts des Kunsthistorischen Museums in Wien.

Später wurde Domanig mit seinen Stücken Der Tyroler Freiheitskampf, Die liebe Not und Der Gutsverkauf, in dem er den Verfall der christlichen und moralischen Ordnung im Dorf anprangerte, bekannt.

Domanig gehörte dem Gralbund von Richard Kralik an.

Er gehörte der AV Austria Innsbruck (seit 1870), sowie der KHV Welfia Klosterneuburg, KÖHV Nordgau Wien der KaV Norica Wien, damals im CV, heute im ÖCV an.

Familie

Sein Sohn war der Chirurg Erwin Domanig, österreichischer Statthalter des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem.

Ehrungen

Von 1934 bis 1947 war die ehemalige Rosa-Luxemburg-Gasse in Wien-Ottakring in Domaniggasse umbenannt. 1976 erfolgte die Benennung der Domaniggasse in Wien-Favoriten nach dem Dichter und seinem Sohn, dem Direktor der Internationalen Schlafwagengesellschaft, Gottfried Domanig (1895–1964). Im Innsbrucker Stadtteil Amras wurde der Domanigweg nach ihm benannt.

Veröffentlichungen (Auswahl)

literarische Werke
weitere Schriften
Titelblatt der Schrift Eine „katholische“ Burschenschaft.
numismatische Veröffentlichungen

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Oskar Waas: Die Pennalie – Ein Beitrag zu ihrer Geschichte, Graz 2011 (Neuauflage von 1967), S. 104.
  2. ↑ Gerhard Hartmann: Reg.R Dir. Dr. Karl Domanig. In: oecv.at. Abgerufen am 29. März 2023.
  3. ↑ Stephen Taylor: Who’s who in Austria. Band 8. Who’s Who AG u. a., Zürich 1972, S. 134.
  4. ↑ Josefine Justic: Innsbrucker Straßennamen. Woher sie kommen und was sie bedeuten. Tyrolia-Verlag, Innsbruck 2012, ISBN 978-3-7022-3213-9, S. 247.
Personendaten
NAME Domanig, Carl
ALTERNATIVNAMEN Domanig, Karl Anton
KURZBESCHREIBUNG österreichischer Numismatiker und Schriftsteller
GEBURTSDATUM 3. April 1851
GEBURTSORT Sterzing
STERBEDATUM 9. Dezember 1913
STERBEORT St. Michael, Eppan