
Carl Fried, Carl Simon Fried (geboren 22. Juli 1889 in Bamberg, gestorben 2. Juni 1958 in São Paulo) war ein deutscher Arzt. Ab 1928/1929 war er Leiter der neu gegründeten Strahlentherapie am jüdischen Krankenhaus in Breslau.
Während des Ersten Weltkrieges war Carl Fried Feldarzt für das Deutsche Reich gewesen und wurde mehrfach für seine Tapferkeit ausgezeichnet. Nach dem Krieg wurde er 1920 vom Wormser Medizinprofessor Lothar Heidenhain eingestellt, der zu seinem Ideengeber und Förderer wurde. Beide gelten als Systematiker der Entzündungsbestrahlung mittels Röntgen.
1923 heiratete Carl Fried Emilie Gertrude Strauß, die aus Erbes-Büdesheim stammte, und mit ihr hatte er zwei Söhne, Rainer, Gustav und Robert.
Während seiner Zeit in Worms war er Vorsitzender der Ortsgruppe des Reichsbund jüdischer Frontsoldaten und organisierte eine Reihe von Veranstaltungen, darunter 1925 eine Feier anlässlich der fast zwei Jahrtausende bestehenden Verbundenheit der deutschen Juden mit unserem Vaterlande.
1928/29 nahm Fried die Leitung der neu gegründeten Strahlentherapie am jüdischen Krankenhaus in Breslau an. Natan Littauer aus den USA hatte diese Abteilung gestiftet und ließ sie nach Frieds Vorstellungen einrichten. Zusammen mit Berger entwickelte er 1930 die „Fried-Bergersche Tonne“, ein Bestrahlungsgerät. Nach den Novemberpogrome 1938 wurde er am 13. November im Krankenhaus verhaftet und ins KZ Buchenwald transportiert. Die Umstände dieser Verhaftung werden von Siegmund Hadda geschildert und wurden von Wolfgang G.H. Schmitt wiedergegeben. Im Dezember kam er wieder frei und konnte, unter bisher unbekannten Umständen, Deutschland verlassen und über New York nach São Paulo flüchten. Dort wurde er Leiter und Professor des Röntgen- und Radium-Instituts São Francisco de Assis.
Ebenso wie bereits in Worms war er weiterhin Mitglied der literarischen Herrenbundes Schlaraffia und widmete sich der Pflege deutscher Kultur und Dichtung. Eine Reihe seiner Gedichte wurde 1954 von B. A. Aust veröffentlicht. Enkel von Carl Fried sowie ein Enkel der Schwester seiner Frau Trude planen zusammen mit W.G.H.Schmitt die Veröffentlichung von ca. 130 Seiten der Gedichte von Fried.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Fried, Carl |
| ALTERNATIVNAMEN | Fried, Carl Simon (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Arzt |
| GEBURTSDATUM | 22. Juli 1889 |
| GEBURTSORT | Bamberg |
| STERBEDATUM | 2. Juni 1958 |
| STERBEORT | São Paulo |