Carl Kaiserling

Carl Kaiserling, vor 1913

Johann Carl Kaiserling (* 3. Februar 1869 in Wehlheiden; † 20. Juni 1942 in Berlin) war ein deutscher Pathologe.

Leben

Carl Kaiserling war der Sohn des Bauunternehmers Gustav Kaiserling und dessen Ehefrau Marie (geborene Naake). Er absolvierte an den Universitäten München, Kiel und Berlin ein Medizinstudium. 1893 wurde er in Berlin promoviert und 1894 approbiert. Seine erste Stellung erhielt Kaiserling am Pathologischen Institut von Rudolf Virchow, dessen Sammlung pathologischer Exponate er aufarbeiten sollte. 1902 habilitierte sich Kaiserling in Berlin für Pathologie und pathologische Anatomie und wurde nachfolgend Kustos des Pathologischen Museums der Universität (1904), Titularprofessor (1905) und schließlich außerordentlicher Professor (1912).

Als Nachfolger von Friedrich Henke wechselte Kaiserling 1913 als Professor für Pathologie und pathologische Anatomie an die Universität Königsberg. In Königsberg fand Kaiserling ein Institut vor, das weder baulich, personell noch von der Ausstattung zeitgemäßen Ansprüchen genügte, ein Umstand, der bereits seine Vorgänger umgetrieben hatte. Die von Kaiserling eingeforderten Finanzmittel und Personalstellen blieben ihm weitgehend verwehrt. 1927/28 war er Rektor der Universität Königsberg, 1935 wurde er emeritiert. Sein Nachfolger am Königsberger Lehrstuhl wurde Karl Krauspe.

Am 15. Juni 1905 ehelichte Kaiserling Elsa Klebs (geb. 1885), eine Tochter des Geologen Richard Klebs. Der gemeinsame Sohn Helmut Kaiserling (1906–1989) wurde ebenfalls Patholog, ebenso sein Enkel Edwin Kaiserling. Karl Kaiserling war Mitglied der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP). Er war zuletzt wohnhaft in der Seehofstraße 21 in Berlin-Zehlendorf und starb am 20. Juni 1942 im Rudolf-Virchow-Krankenhaus. Seine Grabstätte befindet sich auf dem Hauptfriedhof Gotha.

Kaiserling entwickelte die Kaiserling-Lösung zur farberhaltenden Konservierung von Feuchtpräparaten, die auch in der Sammlung des Berliner Instituts zur Anwendung kam und großen Zuspruch Virchows fand. Carl Kaiserling war darüber hinaus Autor mehrerer Bücher zur Anwendung der Fotografie in der Pathologie und Histopathologie.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 Kaiserling, Carl. In: Christian Tilitzki: Die Albertus-Universität Königsberg. Band 1, Akademie Verlag, 2012, ISBN 978-3-05-004312-8, doi:10.1524/9783050060903, S. 558f.
  2. ↑ Die Mikrometrie und ihre Anwendung auf die Bestimmung der Grössenveränderungen der roten Blutkörperchen einiger Vertebraten durch verschiedene Zusatzflüssigkeiten. C. Vogt’s Buchdruckerei (E. Ebering). Berlin 1893.
  3. 1 2 Georg Dhom: Geschichte der Histopathologie. Band II. Springer, 2001, ISBN 978-3-642-63173-3, S. 183f.
  4. 1 2 Kaiserling, Carl. In: Christian Tilitzki: Die Albertus-Universität Königsberg. Band 1, Akademie Verlag, 2012, ISBN 978-3-05-004312-8, doi:10.1524/9783050060903, S. 270f.
  5. ↑ Deutsche Gesellschaft für Pathologie: Pathologie im Wandel. Betrachtungen zum 120-jährigen Jubiläum der DGP. Erschienen 2017 zur 101. Jahrestagung der DGP in Erlangen, S. 36.
  6. ↑ Kaiserling, Carl. In: Christian Tilitzki: Die Albertus-Universität Königsberg. Band 1, Akademie Verlag, 2012, ISBN 978-3-05-004312-8, doi:10.1524/9783050060903, S. 558f, hier Angabe des Vornamens als „Else“, abweichend zu den Einträgen in Personenstandsregistern.
  7. ↑ Heiratsregister Königsberg, Nr. 296, 1905, verfügbar über Ancestry.
  8. ↑ Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. 2. Auflage. Fischer Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-596-16048-8., S. 295.
  9. ↑ Sterberegister Wedding, Nr. 3744, 1942, verfügbar über Ancestry.
  10. ↑ Carl Kaiserling: Ueber die Conservirung von Sammlungspräparaten mit Erhaltung der natürlichen Farben. In: Berliner Klinische Wochenschrift. Nummer 35, 1896, S. 775–777.
  11. ↑ Carl Kaiserling: Weitere Mittheilungen über die Herstellung möglichst naturgetreuer Sammlungspräparate. In: Virchows Archiv. Band 147, Nr. 3, 1897, S. 389–417, doi:10.1007/bf01925777.
  12. ↑ Vgl. Angela Matyssek: Rudolf Virchow. Das Pathologische Museum. In: Thomas Schnalke (Hrsg.): Schriften aus dem Berliner Medizinhistorischen Museum. Band 1, Steinkopff-Verlag, Darmstadt 2002, ISBN 978-3-7985-1370-9, doi:10.1007/978-3-642-57389-7, S. 26, 64f.