Carl Karlweis

Carl Karlweis um 1897

Carl Karlweis (Pseudonym seit 1885), eigentlich: Karl Weiss (* 23. November 1850 in Wien, Kaisertum Österreich; † 27. Oktober 1901 ebenda) war ein österreichischer Dramatiker und Erzähler.

Leben

Karlweis war seit 1868 Bediensteter der Österreichisch-ungarischen Staatseisenbahngesellschaft in Graz, 1869 wechselte er zur Carl-Ludwig-Bahn. Ab 1876, schon schriftstellerisch tätig, war er Betriebssekretär der Graz-Köflacher Bahn, ab 1891 in der Generaldirektion der Südbahn-Gesellschaft in Wien Ober-Inspektor und Vorstand des Bureaus für allgemeine Angelegenheiten.

Von 1884 bis 1889 war er Mitglied der Künstlervereinigung Gegen den Strom.

Er schrieb zahlreiche Erzählungen und Romane, teilweise im Wiener Dialekt. Mit Hermann Bahr und Vinzenz Chiavacci schrieb er auch Lustspiele und Volksstücke, die insbesondere in Wien am Deutschen Volkstheater sowie an Häusern der Wiener Volksbühne aufgeführt wurden.

Am 25. November 1896 erhielt er für sein Volksstück Der kleine Mann den Raimund-Preis.

Bereits seit Jahren schwer magenkrank, schrieb er als letztes Stück Der neue Simson, das am 19. Oktober 1901 am Deutschen Volkstheater unter Mitwirkung von Franz Tewele sowie Helene Odilon Premiere hatte und deren durchschlagender Erfolg sich während der letzten Lebenstage auf Karlweis’ Gemütslage günstig auswirkte.

Karlweis starb, ein paar Monate nach der Rückkehr von einer Kur in Lovrana, am 27. Oktober 1901 in seiner Wohnung, Wien-Wieden, Mayerhofgasse 12. Er wurde am 29. des Monats, unter überaus zahlreicher Beteiligung von Vertretern aus Literatur und Kunst, auf dem evangelischen Friedhof Wien Matzleinsdorf (Gruppe 18, Nummer 12) zur letzten Ruhe bestattet. Jüdischer Abstammung, war er am 23. April 1889 zum protestantischen Glauben konvertiert.

Carl Karlweis Grabstätte

Im Jahr 1919 wurde in Wien-Währing (18. Gemeindebezirk) die Karlweisgasse nach ihm benannt.

Familie

Seine Mutter hieß Amalie Weiß, geborene Deutsch († 5. September 1911, 89-jährig). Mit seiner Ehefrau Emilie, geborene Kraus (17. April 1864 – 24. April 1938), hatte er zwei Kinder, die 1889 geborene Tochter Marta Karlweis, die Schriftstellerin wurde, und der 1894 geborene, spätere Schauspieler Oskar Karlweis.

Werke

Literatur

Commons: Carl Karlweis – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. ↑ Wilhelm Kosch, Ingrid Bigler-Marschall: Deutsches Theater-Lexikon. Biographisches und bibliographisches Handbuch. Band 6, Faszikel 32/33; Weisbrod – Wiel. de Gruyter, Berlin (u. a.) 2006, ISBN 978-3-908255-47-5, S. 3156. – Text online.
  2. ↑ † C. Karlweis. In: Neue Freie Presse, Abendblatt, Nr. 13345/1901, 28. Oktober 1901, S. 3. (online bei ANNO).
  3. ↑ Südbahn-Gesellschaft, k.k. priv. (…) Weiß Carl. In: Lehmann’s Allgemeiner Wohnungsanzeiger. Band 1: Behördenverzeichnis, Verkehrs-Anstalten. Hölder, Wien 1901, S. 294, Mitte unten. – Online.
  4. ↑ Theater und Vergnügungen. (…) Deutsches Volkstheater. In: Neue Freie Presse, Morgenblatt, Nr. 13345/1901, 19. Oktober 1901, S. 14, oben links (online bei ANNO).
  5. ↑ Theater- und Kunstnachrichten. Deutsches Volkstheater. In: Neue Freie Presse, Morgenblatt, Nr. 13346/1901, 20. Oktober 1901, S. 8 Mitte. (online bei ANNO).
  6. ↑ (Todesanzeige): (…) Karl Weiss. (C. Karlweis) (…). In: Neue Freie Presse, Abendblatt, Nr. 13354/1901, 28. Oktober 1901, S. 9, Mitte links. (online bei ANNO).
  7. ↑ C. Karlweis. In: Neue Freie Presse, Morgenblatt, Nr. 13356/1901, 30. Oktober 1901, S. 6 Mitte. (online bei ANNO).,
    Tagesneuigkeiten. (…) C. Karlweis †. In: Neues Wiener Journal, Nr. 2879/1901 (IX. Jahrgang), 30. Oktober 1901, S. 4, Mitte links. (online bei ANNO).
  8. ↑ Anna Staudacher: Jüdisch-protestantische Konvertiten in Wien 1782–1914. Band 2 (Selektive Edition). Lang, Frankfurt am Main/Wien/u. a. 2004, ISBN 3-631-50413-6, S. 774.
  9. ↑ Rudolph Lothar: Feuilleton. Karlweis. In: Neue Freie Presse, Abendblatt, Nr. 13345/1901, 28. Oktober 1901, S. 1 f. (online bei ANNO).

Anmerkungen

  1. ↑ Wien-Meidling, Wilhelmstraße 64–68 (abgebrochen).
Personendaten
NAME Karlweis, Carl
ALTERNATIVNAMEN Karl Weiss
KURZBESCHREIBUNG österreichischer Autor
GEBURTSDATUM 23. November 1850
GEBURTSORT Wien
STERBEDATUM 27. Oktober 1901
STERBEORT Wien