Carl, manchmal auch Karl, Kukulies (* 8. April 1890 in Ostrowo; † 18. Januar 1972 in Düsseldorf) war ein deutscher Zahnmediziner auf dem Gebiet der zahnärztlichen Prothetik und Epithese.
Kukulies besuchte von 1896 bis 1900 die Volksschule in Breslau und erhielt 1909 sein Reifezeugnis (Abitur) des dortigen humanistischen Gymnasiums. Im Anschluss studierte Kukulies an der Universität Breslau und der Universität Münster Medizin und Zahnmedizin, welches er mit dem Prädikatsexamen gut abschloss. Kukulies wurde 1920 mit magna cum laude bei Carl Partsch zum Dr. med. dent. an der Universität Breslau promoviert. Während seiner Studentenzeit in Breslau wurde er Mitglied im Corps Silingia Breslau zu Köln.
Er war freiwilliger Wehrdienstleister beim Fußartillerie-Regiment von Dieskau Schlesien Nr. 6 in Neiße und nahm am Ersten Weltkrieg teil. Kukulies erhielt 1914 das Eiserne Kreuz II. Klasse sowie das Verwundetenabzeichen in Silber und das Frontkämpferehrenkreuz. Zeitlebens war er durch eine im Krieg erlittene schwere Verletzung gezeichnet, die zur Amputation des rechten Unterarms und Einschränkungen am rechten Oberschenkel führte.
Nach der Fertigstellung des Umbaus Anfang der 1920er Jahre, leitete Kukulies, der aus der „Partsch-Schule“ stammte, die zahnärztliche Abteilung (Oberarzt) der neugegründeten Westdeutschen Kieferklinik. Dort arbeitete er mit August Lindemann und Christian Bruhn zusammen. Seit 1921 war Kukulies Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Zahnärztliche Orthopädie.
Ab 1923 war Kukulies Chefarzt der zahnärztlichen Klinik der Betriebskasse Rheinmetall in Düsseldorf, die 1934 durch die Nationalsozialisten geschlossen wurde, woraufhin er seine pensionsberechtigte Lebensstellung verlor. Im Anschluss war Kukulies in eigener Praxis tätig sowie Fachzahnarzt und Leiter der Fachabteilung für Kieferkrankheiten im Diakoniekrankenhaus Kaiserwerth bei Düsseldorf.
Trotz seiner kriegsbedingten körperlichen Einschränkung blieb Kukulies bis ins hohe Alter als Arzt tätig.
Besondere Bedeutung erlangte die Prothetik und die Behandlung Gesichtsversehrter im und insbesondere nach dem Ersten Weltkrieg.
„Kein Teil des menschlichen Körpers offenbart in gleichem Maße das Wesen der Persönlichkeit, wie das Antlitz, kein Teil vermag die Empfindungen des Menschen auszudrücken wie das Gesicht, das mit Recht als das Spiegelbild der Seele bezeichnet wird. [...] Schädigungen des Gesichtes lassen den davon Betroffenen das Gefühl, ein Krüppel zu sein, viel tiefer empfinden, als es bei anderen Verstümmelungen der Fall zu sein pflegt; der Gesichtsverletzte glaubt sein Antlitz einer steten Kritik von seiten seiner Mitmenschen ausgesetzt, so dass ihn das Gefühl des geminderten Wertes seiner Persönlichkeit nicht verlässt.“
Kukulies forschte auf dem Gebiet der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie insbesondere zur Zahn- und Kieferprothetik. Er wirkte am, durch Christian Bruhn herausgegebenem Standardwerk, Handbuch der Zahnheilkunde besonders im dritten Band Zahnärztliche Prothetik mit und verfasst eigene Werke, die sich auf die Behandlung von Gesichts- und Zahndefekten fokussierten.
Seine Erkenntnisse stellte Kukulies auf verschiedenen Kongressen und Konferenzen vor, wie beispielsweise 1924 auf der Versammlung der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte (GDNÄ) oder auch zwei Jahre später, 1926, auf dem ersten Deutschen Ärztetag in Düsseldorf im Zuge der 89. Versammlung der GDNÄ. Hier referierte Kukulies über seine Erkenntnisse auf dem Gebiet der prothetischen Deckung von Gesichtsdefekten und stellte seine eigene Methode von Bemalung und Formung für Prothesen vor, die die Mängel anderer bisheriger Prothesenarten mitigierte. Außerdem war Kukulies Inhaber verschiedene Patente. Sein Schraubenverschluss für Zahnkronen und -brücken wurde als „bemerkenswerte Neuheit“ bezeichnet.
Während seiner Zeit als Leiter der zahnärztlichen Abteilung der Westdeutschen Kieferklinik beteiligte sich Kukulies an Lehrtätigkeiten und hielt dabei unter anderem folgende Vorträge:
Seine wissenschaftlichen Beiträge fanden nationales und internationales Interesse.
Die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde zeichnete Kukulies 1962 mit der Hermann-Euler-Medaille aus.
Ein Auszug der Werke von Kukulies nach Erscheinungsjahr absteigend sortiert:
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kukulies, Carl |
| ALTERNATIVNAMEN | Kukulies, Karl |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Zahnmediziner |
| GEBURTSDATUM | 8. April 1890 |
| GEBURTSORT | Ostrowo |
| STERBEDATUM | 18. Januar 1972 |
| STERBEORT | Düsseldorf |