Karl Mauch

Karl Mauch
Karl Mauch mit Paul Jebe um 1868
Denkmal für Mauch am ehemaligen Lehrerseminar in Schwäbisch Gmünd, dem Franziskaner
Skizzen und Notizen Mauchs
Zeichnung eines Nashorns von Karl Mauch, 1869
Schillerwein Karl-Mauch Tröpfle der Weinbau-AG in Stetten

Karl Gottlieb Mauch (* 7. Mai 1837 in Stetten im Remstal; † 4. April 1875 in Stuttgart) war ein deutscher Afrikaforscher, Goldsucher und Kartograf.

Leben

Mauch war ein vorehelicher Sohn des Schreiners Joseph Mauch und dessen späterer Ehefrau Christiane Dorothea Greiner. Er wurde in der Mühlstraße 13 in Stetten geboren. Er beendete seine Schulzeit an der Realschule in Ludwigsburg und war von 1854 bis 1856 Zögling im I. Curs des katholischen Königlichen Schullehrer-Seminars am Franziskaner in Schwäbisch Gmünd. 1857 fand er eine Anstellung als Hilfslehrer in Isny im Allgäu.

1859 verließ Mauch auf eigenen Wunsch den Staatsdienst und wirkte bis 1863 als Hauslehrer bei verschiedenen Familien in der Steiermark. Bei Besuchen im Botanischen Garten der Universität Graz interessierte er sich besonders für die Pflanzenwelt Afrikas. Da ihm der Beruf eines Lehrers immer weniger gefiel, bewarb sich Mauch 1863 bei einer Hamburger Reederei und fuhr fast zwei Jahre zur See. Über London erreichte Mauch 1865 dann Durban in Südafrika. Er kündigte und begann Land und Leute zu erforschen. Mauch durchwanderte von 1865 bis 1871 das südliche Afrika, überschritt die Wasserscheide zwischen Sambesi und Limpopo und gelangte bis in die Nähe von Tete am Sambesi.

Im Jahr 1866 machte er die Bekanntschaft des Elfenbeinjägers und Abenteurers Henry Hartley. Mit diesem durchstreifte er das Matabele-Königreich und wurde dabei auf Quarzgänge mit zu dieser Zeit sichtbaren Goldanteilen aufmerksam. 1867 drang er weiter nordwestlich gegen den Sambesi vor und entdeckte zwei große Goldfelder. Auf einer dritten Reise (1868/1869) gelangte er von der Transvaal-Republik über den Limpopo bis zur Missionsstation Inyati (Nordmatabeleland im heutigen Simbabwe). 1870 unternahm er eine Reise zur Delagoa-Bucht. 1871 beherbergte der deutschstämmige Großwildjäger und Händler Adam Render Mauch für mehrere Monate am Limpopo. Render hatte bereits 1867 auf einer seiner Jagdexpeditionen zufällig die Ruinen von Groß-Simbabwe bei Masvingo entdeckt und führte Mauch nun zu mehreren Studienreisen dorthin. In der Folge machte Mauch die Ergebnisse seiner Forschungsreisen nach Groß-Simbabwe öffentlich und ordnete sie dem antiken Seehandelsziel König Salomons von Israel, Ophir, zu. Danach passierte er den oberen Lauf des Sambesi, wo er ein Goldfeld (Kaiser-Wilhelms-Feld) fand.

Mauch publizierte kurze Zeit nach diesen Reisen seine Erlebnisse und Beobachtungen, die hauptsächlich in der Kapkolonie, den Burenstaaten und in England große Beachtung fanden. Auf britischer Seite erlangten seine Berichte sogar bei der Kolonialverwaltung Aufmerksamkeit. Es wurden um 1870 weitere Goldfunde gemacht, die sehr schnell auf dem Gebiet des späteren Südrhodesiens Gründungen von Goldbergwerksunternehmen nach sich zogen.

Ende 1871 kam er, an der Malaria erkrankt, zurück nach Deutschland. Er reiste später noch in die Karibik. Mit der Zeit fing er an, an seiner eigenen Ophir-Simbabwe-Theorie zu zweifeln. Da sich für Mauch in Deutschland keinerlei Möglichkeiten ergaben, wissenschaftlich zu arbeiten, verdiente er sich ab 1874 seinen Lebensunterhalt als Geschäftsführer der Zementfabrik „Spohn & Ruthard“ in Blaubeuren. Er wohnte dort in einem möblierten Zimmer im Obergeschoss des Bahnhofsgebäudes.

Tödlicher Fenstersturz

In der Karfreitagnacht vom 26. auf den 27. März 1875 stürzte Mauch unter ungeklärten Umständen aus dem Fenster seiner Wohnung. Neben Suizid wird inzwischen auch ein Mord in Betracht gezogen, freilich ohne stichhaltige Beweise. Möglicherweise hatte er in angetrunkenem Zustand einfach einen Schwäche- oder Übelkeitsanfall erlitten, war ans Fenster getreten und hinausgestürzt, wobei er sich Schädelverletzungen, Leberrisse sowie Rippenbrüche zuzog und außerdem die Wirbelsäule brach. Als er vermutlich erst Stunden nach dem Sturz gefunden wurde, war er bei Bewusstsein, konnte sich jedoch nicht erinnern, was geschehen war. Er wurde ins Stuttgarter Ludwigsspital gebracht, wo er am 4. April 1875 verstarb. Drei Tage später wurde er auf dem Pragfriedhof beerdigt. Im Oktober desselben Jahres veröffentlichten „einige Freunde unseres früh vollendeten Landsmanns“ – darunter der Land- und Reichstagsabgeordnete Otto Elben, der Stuttgarter Bankier Moritz Pflaum und der Polytechnikumsdirektor Paul Heinrich von Zech – im Württembergischen Staatsanzeiger einen Spendenaufruf für einen Denkstein auf dem Grab Mauchs. Er wurde am 18. Juni 1876 der Gemeinde übergeben. Diese Grabstätte wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört, aber 1977 rekonstruiert.

Ehrungen

Werke

Literatur

Commons: Karl Mauch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Mauch, von Ludwigsburg. In: Joseph Kuhn und Karl Joseph Remlinger (Hrsg.): Statistisches Handbuch der katholischen Schulstellen Württembergs. Kupferschmid, Spaichingen 1855, S. VI (books.google.de):
  2. 1 2 René Arthur Pelletier: Mineral Resources of South-Central Africa. Oxford University Press, Cape Town 1964, S. 24.
  3. ↑ Edward Matenga: The Soapstone Birds of Great Zimbabwe: Symbols of a Nation. 1. Auflage. African Publishing Group. Harare. 1998, ISBN 978-1-77901-135-0, S. 4.
  4. ↑ Colonial Office: Description of Country between Pretoria and Leydenburg, and other papers by Karl Mauch relating to the Transvaal territory. Translated from Petermann, etc. London. 1876 (englisch, copac.jisc.ac.uk).
  5. ↑ Ulrich van der Heyden: Carl Mauchs Aufenthalt im südlichen Afrika und seine Suche nach dem sagenumwobenen Land Ophir. In: Einzelgang und Rückkehr im Wandel der Zeit. Unknown Passages – New Beginnings. Festschrift für Gunther Pakendorf. Stellenbosch 2010, ISBN 978-1-920338-46-6, S. 51–52.
  6. ↑ Ein Denkstein für Karl Mauch. In: Staatsanzeiger für Württemberg. Nr. 248 vom 24. Oktober 1875, S. 1660.
  7. ↑ Engelbert Mager: Karl Mauch. Lebensbild eines Afrikareisenden. Kohlhammer, Stuttgart 1895, S. 413 (ub.uni-koeln.de Beschreibung des Grabes: „Auf dem Grabhügel erhebt sich auf kräftigem Unterbau eine granitene Tafel, in welche das wohlgetroffene Marmorrelief, von Bildhauer Scheck gefertigt, eingelassen ist. Die Inschrift lautet: »Karl Mauch, Afrikareisender, geb. 7. Mai 1837, gest. 4. April 1875.« Die Granitsäule ist umrankt von einem Rosenstock und von einem Lebensbaum beschattet, das Ganze umschließt ein einfaches Gitter.“).
  8. ↑ Peter Hertel: Zu den Ruinen von Simbabwe. Klett Perthes, Gotha 2000, ISBN 3-623-00356-5, S. 164–166.
  9. ↑ Sommerlatte: Herbert W. A. Sommerlatte: Karl Mauch (1837–1875), ein nahezu vergessener Afrika-Reisender. In: Die Erde. Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin. Band 111, 1980, S. 202 mit Anm. 8.
  10. ↑ The Journal of the Royal Geographical Society of London 42, 1872, S. cxlii (books.google.de).
  11. ↑ C. E. More: Some observations on 'ancient' mining at Phalaborwa. In: Journal of the South African Institute of Mining and Metallurgy. Band 74, 1974, S. 227–232 (hdl.handle.net PDF).
  12. ↑ Titus Häussermann: Die Stuttgarter Strassennamen. Tübingen 2003, ISBN 978-3-87407-549-7, S. 403.
  13. ↑ Mauchsberg mapcarta.com.
  14. ↑ Peter E. Raper: Mauchsberg. In: Dictionary of Southern African Place Names. Johannesburg 1987, ISBN 0-947042-06-7 (Textarchiv – Internet Archive).
  15. ↑ Die Entdeckung der Ruinen von Zimbabwe durch Karl Mauch 1871. Ein Schwabe im Goldland Ophir? landesarchiv-bw.de.
Personendaten
NAME Mauch, Karl
ALTERNATIVNAMEN Mauch, Karl Gottlieb (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG deutscher Afrikaforscher, Goldsucher und Kartograf
GEBURTSDATUM 7. Mai 1837
GEBURTSORT Stetten im Remstal
STERBEDATUM 4. April 1875
STERBEORT Stuttgart