
Carl Richard Heinrich Wahle (* 7. Februar 1892 in Dresden; † 23. Februar 1975 in Prien) war ein sächsischer Offizier und späterer Generalmajor der Wehrmacht.
Carl Wahle trat am 25. März 1912 als Fahnenjunker in die sächsische Armee ein und besuchte die Kriegsschule Glogau. Am 14. August 1913 (Patent zum 19. August 1911) wurde er im Schützen-(Füsilier-)Regiment „Prinz Georg“ (Königlich Sächsisches) Nr. 108 zum Leutnant befördert. In der Folge war er während des Ersten Weltkriegs im Regiment 108 in verschiedenen Stabs- und Truppenverwendungen an der Westfront eingesetzt und wurde noch Oberleutnant.
Nach dem Krieg wurde er 1919 als Erzieher in der Kadettenanstalt Dresden verwendet und zum Ende des Jahres in die Reichswehr übernommen. Ab 1920 war in verschiedenen Bereichen eingesetzt, so im Stab der 4. Division, bei der 2. Kavallerie-Division in Breslau und auch beim 10. Infanterie-Regiment. Im Frühjahr 1931 wechselte er in das Reichswehrministerium, wo er als Referent des militärischen Nachrichtendienstes "Abwehr" seinen Dienst versah. Dort 1933 zum Major befördert, kam er Anfang 1934 bei der Auslandsabteilung der Abwehr zum Einsatz.
Seit 1937 bereitete sich Wahl auf einen Auslandseinsatz vor und wurde aus diesem Grund zu verschiedenen Lehrgängen für Büro- und Verwaltungstätigkeiten sowie dann zur praktischen Einweisung und Konsultationszwecken am 13. Juni 1938 an die Seite des Militär-, Luft- und Marineattachés in Prag, Oberstleutnant Rudolf Toussaint (1891–1986) gestellt. Dieser hatte seinen Sitz in Prag, war aber zugleich auch für Rumänien zuständig. Am 1. August 1938 übernahm Wahle dann die Aufgaben als Militärattaché in Bukarest, ab 1. Oktober 1938 Oberst, über den Beginn des Zweiten Weltkriegs hinaus. In dieser Funktion war er bis Dezember 1939 zugleich Chef der rumänischen Organisationen der Abwehr, der Kriegsorganisation Rumänien. Am 15. Oktober 1940 wurde er bei der 94. Infanterie-Division Kommandeur des Infanterie-Regiments 267 ernannt und blieb dies bis 1. Januar 1942. Anfangs war das Infanterie-Regiment nah der erfolgreichen Besetzung Frankreichs bis Anfang 1941 beurlaubt, wurde dann wieder aktiviert und blieb als Besatzungstruppe in Frankreich. Unter Beförderung zum Generalmajor wurde er am 1. Juli 1942 zum Stadtkommandanten von Hamburg ernannt und erlebte in dieser Eigenschaft die Operation Gomorrha, eine Serie von Luftangriffen auf Hamburg von Ende Juli bis Anfang August desselben Jahres. In dieser Position wurde er am 4. August 1943 mit dem Ritterkreuz des Kriegsverdienstkreuzes mit Schwertern ausgezeichnet.
Im November 1943 kam er zu einem Divisionsführerlehrgang und übernahm Ende des Jahres sein erstes Divisionskommando. Vom 31. Dezember 1943 bis 14. Februar 1944 war er Kommandeur der 214. Infanterie-Division. Die 214. Infanterie-Division war bis Anfang 1944 als Besatzungstruppe in Norwegen gewesen, kam erst an die Ostfront im Bereitstellungsraum Ostpreußen und später zur Heeresgruppe Nordukraine. Hier geriet sie in Bedrängnis und zog sich daraufhin aus der Ukraine zurück. Ab dem 15. Februar 1944 war er Kommandeur der als Besatzungstruppe in den Niederlanden eingesetzte 719. Infanterie-Division. Ab dem 30. Juli 1944 war er Kommandeur der 47. Infanterie-Division, welche in Frankreich anfangs zum Küstenschutz eingesetzt wurde und später zur 5. Panzerarmee kam. Im Zuge der Operation Overlord geriet die 47. Infanterie-Division in Bedrängnis durch alliierte Truppen und musste bis Mons (Belgien) zurückweichen. Es folgte eine Einkesselung (Kessel von Mons) und Vernichtung der 47. Infanterie-Division. Wahle geriet dabei am 4. September 1944 nahe Mons in amerikanische Kriegsgefangenschaft.
Vom 12. September 1944 bis 9. August 1945 war er durch die britischen Besatzungsbehörden in Trent Park untergebracht. Aus dieser Zeit existieren Protokolle, von den dort praktizierten Überwachungsmethoden gegenüber den Kriegsgefangenen. Aus den Abhörprotokollen ergibt sich, dass Wahle eine überraschend vernünftige Haltung gegenüber dem Nazi-Regime bestätigt wurde. Berücksichtigt werden muss dabei aber auch eine gewisse Loyalität, die er als Offizier an den Tag legte und die mit seiner Angst um mögliche Repressalien gegenüber seiner Familie begründet werden könnte. Am 30. September 1947 wurde er in die westlichen Besatzungszonen entlassen.
Nach dem Krieg ließ er sich in Endorf bei Rosenheim nieder. Carl Wahle verstarb am 23. Februar 1975 im bayrischen Prien.
Der Vater von Carl Wahle war der preußische General Friedrich Otto Wahle (1851–1943). Sein Mutter war Emma Wahle, geborene Lampe († 1943). Er selbst war in der Familie der Viertgeborene von insgesamt fünf Geschwistern, unter ihnen vier Schwestern und ein Bruder. Im Mai 1940 heiratete er die verwitwete Hermine Schmidt, geborene Hanatschek, die er während seines Einsatzes in Rumänien kennengelernt hatte.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Wahle, Carl |
| ALTERNATIVNAMEN | Wahle, Carl Richard Heinrich (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Generalmajor |
| GEBURTSDATUM | 7. Februar 1892 |
| GEBURTSORT | Dresden |
| STERBEDATUM | 23. Februar 1975 |
| STERBEORT | Prien |