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Virionen von Carnation latent virus (CLV) | ||||||||||||||||||
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Carlavirus, früher bekannt als Carnation latent virus group und Carlavirus group, ist eine Gattung von Viren in der Ordnung Tymovirales, Familie Betaflexiviridae, Unterfamilie Quinvirinae. Das Genom ist eine Einzelstrang-RNA mit positiver Polarität, (+)ssRNA (Gruppe IV der Baltimore-Klassifikation). Die Virionen (Viruspartikel) sind gerade oder leicht gewundene Filamente. Als natürliche Wirte dienen Pflanzen (Pflanzen- oder Phytoviren). Derzeit (Stand März 2021) gibt in dieser Gattung es vom International Committee on Taxonomy of Viruses (ICTV) bestätigt 53 Spezies (Arten), einschließlich der Typusart Carnation latent virus. Zu den mit dieser Gattung assoziierten Krankheiten gehören: Mosaik- und Ringspot-Symptome.
Der Gattungsname Carlavirus ist eine Kombination aus der ersten Silbe der ersten beiden Wortteile im Namen der Typusart Carnation latent virus.
Die Gattung Carlavirus wird im 9. Bericht des ICTV (2009) beschrieben.
Die Virionen (Virusteilchen) der Gattung sind nicht umhüllt, fadenförmig (filamentös) gerade oder leicht gebogen mit Helixsymmetrie. Ihre Länge beträgt grob 470–700 nm (im Extremfall 310–1000 nm, die Angaben schwanken je nach Autor) und 12–15 nm im Durchmesser bei einer Ganghöhe von etwa 3,4 nm.

Das Genom besteht aus einem einzelsträngigen RNA-Molekül positiver Polarität von üblicherweise 7,4–7,7 kb (Kilobasen), ggf. auch (je nach Autor) 5,8–9,0 kb.
Die Gattung zeichnet sich dadurch aus, dass sie sechs Offenen Leserahmen (Open Reading Frames, ORFs) mit kurzen untranslatierten Regionen (UTRs) an den Enden: Der 3'-Terminus ist polyadenyliert, bei einigen Arten ist das 5'-Ende mit einer Cap-Struktur versehen.
Das Genom kodiert für 3 bis 6 Proteine, darunter ein Kapsidprotein, das sich am 3'-Ende befindet, und eine RNA-abhängige RNA-Polymerase, die sich am 5'-Ende des Genoms befindet. Beim Kartoffel-M-Virus kodiert ORF1 für ein Polypeptid mit 223 kDa (Kilodalton), das die Replikase des Virus darstellt.
Die sich überlappenden Gene/ORFs 2, 3 und 4 bilden einen Block (Triple Gene Block, TGB) und kodieren für Polypeptide von 25, 12 und 7 kDa. Diese Triple-Gen-Block-Proteine (Triple Gene Block Proteins, TGBp: TGBp1, TGBp2 und TGBp3) ermöglichen oder erleichtern als Movement-Proteine die Bewegung der Virionen von Zelle zu Zelle und über große Distanzen. Einen solchen TGB findet man bei allen Betaflexiviridae mit Ausnahme der Gattungen Capillovirus, Citrivirus, Trichovirus, und Vitivirus, die ein einfaches Movement-Protein (MP) haben.
ORF5 kodiert für ein Kapsidprotein (CP) mit 34 kDa und überlappt mit ORF6, der für ein Cystein-reichen Protein mit 11–16 kDa kodiert.
RBP ist ein RNA-bindendes Protein: ORF 5 überlappt mit ORF 6, der für ein Cystein-reichen Polypeptids mit 11–16 kDa kodiert, dessen Funktion noch nicht ganz geklärt ist. Seine Fähigkeit, Nukleinsäure zu binden, lässt vermuten, dass es die Übertragung durch Blattläuse erleichtern, oder am Gen-Silencing des Wirts oder der viralen RNA-Replikation beteiligt sein könnte.
Die virale Replikation erfolgt im Zytoplasma der Wirtszelle und ist lysogen. Der Eintritt in die Wirtszelle erfolgt durch Eindringen in diese. Die Replikation folgt dem Modell der Replikation von Einzelstrang-RNA-Viren positiver Polarität. Die Transkription erfolgt nach dem Modell von Einzelstrang-RNA-Viren positiver Polarität.
Die Viren werden durch Insekten (Blattläuse) als Vektoren übertragen. Die Infektion wird manchmal durch Blattläuse in einem semi-persistenten Modus verbreitet, d. h. der Vektor ist für einige Stunden infektiös. Einige Arten werden durch die Tabakmottenschildlaus (Bemisia tabaci) in einem semi-persistenten Modus oder durch das Saatgut übertragen. Die meisten Arten infizieren nur einige wenige Wirte und verursachen Infektionen mit wenigen oder keinen Symptomen, z. B. American hop latent virus (AHLV) und Lily symptomless virus (LSV). Andere, wie das Blueberry scorch virus (BlSV) und das Poplar mosaic virus (PMV, Pappel-Mosaik-Virus), verursachen aber schwere Krankheiten.
Die Gattung wurde erstmals im ersten Bericht der ICTV 1971 als Carnation latent virus group vorgeschlagen, wurde aber 1975 in Carlavirus group und 1995 (6. Bericht) in die Gattung Carlavirus umbenannt. Im Jahr 2005 (8. Bericht) wurde es in die Familie der Flexiviridae gestellt, nachdem es zuvor nicht zugeordnet war. Die aktuelle Position im 9. Bericht (2009) als Gattung der Familie Betaflexiviridae ergibt sich aus der späteren Unterteilung der Flexiviridae.
Mit Stand Mai/Juni 2024 ist die Systematik der Gattung wie folgt:
Ordnung Tymovirales
Familie Betaflexiviridae
● Unterfamilie Quinvirinae




