Carocha

Verurteilter mit Carocha und Sanbenito

Die Carocha (spanisch coroza für Büßermütze) (oder Ketzermitra) war eine kegelförmige Kopfbedeckung aus Leinen oder Papier, die bestimmte Angeklagte der Spanischen Inquisition während des Autodafés und später auf dem Weg zur Hinrichtung zusammen mit dem Sambenito (Überwurf) tragen mussten. Die Carocha war häufig mit Bildern verziert, die auf die begangene Tat oder die zu vollziehende Strafe anspielten.

Es gab kegelförmige Carochas oder breite Mützen. Sie waren meist 30 cm hoch und sollten den Angeklagten lächerlich machen. Das erste abgebildete Exemplar ist mit nach unten weisenden Flammen bemalt, der Büßer wurde reuig und wurde vor dem Verbrennen begnadigt.

Auf dem zweiten Bild ist eine Carocha mit aufgemaltem Andreaskreuz abgebildet, beide in einer Privatsammlung in der Schweiz. Sie stammen aus Granada.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. ↑ coroza. In: Diccionario de la lengua española. Real Academia Española, abgerufen am 5. Oktober 2019 (spanisch).
  2. ↑ Theodor Stromer: Neues Spanisch-Deutsches Wörterbuch Auf Grund des Wörterbuches der Königlich spanischen Akademie Bereicherte Ausgabe. Präzise Übersetzungen und Sprachnuancen für Sprachschüler und Profis. Good Press, 2020 (google.de).
  3. ↑ Gerd Schwerhoff: Die Inquisition – Ketzerverfolgung in Mittelalter und Neuzeit. 3. Auflage. C. H. Beck, München 2009, S. 92.