Dieser Artikel befasst sich mit der Journalistin Caroline Walter. Zu anderen Personen siehe Carolin Walter.
Caroline Walter ist eine deutscheJournalistin. Von 1999 bis 2019 war sie feste Autorin beim ARD-FernsehmagazinKontraste. Im September 2019 wechselte sie als Redakteurin zum ARD-Magazin Panorama. Seit 2023 ist sie als Autorin wieder in Berlin tätig.
Leben und Wirken
Caroline Walter, in Bayern geboren, studierte an der Freien Universität BerlinPublizistik, Germanistik und Politologie und schloss ihr Studium im Jahre 1995 als Magistra Artium (M.A.) ab. Seit 1996 ist sie als Fernsehjournalistin tätig, u.a. für das Kulturmagazin Aspekte (ZDF). Seit 1999 arbeitete sie für das ARD-Politikmagazin Kontraste beim Rundfunk Berlin-Brandenburg. Im September 2019 wechselte sie als Redakteurin zum ARD-Magazin PANORAMA. Seit 2023 ist sie als Autorin wieder in Berlin tätig. Ihre Schwerpunkte sind investigative Berichte aus den Bereichen Gesundheit, Rechtsextremismus und Asylpolitik.
2010 recherchierte sie im Bereich der Pharmaindustrie und veröffentlichte ihre Ergebnisse im Buch Patient im Visier. 2012 machte sie einen Selbstversuch in einer Asylunterkunft und lebte unter denselben Bedingungen wie die Flüchtlinge. Seither befasst sie sich kontinuierlich mit Flüchtlingspolitik. Sie forderte in der Sendung Menschen bei Maischberger schon 2013, dass man sich ernsthaft mit „Fremdenangst“ auseinandersetzen müsse. 2017 war sie Jurymitglied beim Deutschen Menschenrechts-Filmpreis. Im Juli 2018 deckte sie den Skandal um den Schmuggel von Medikamenten von Griechenland nach Deutschland und den Handel mit diesen Medikamenten durch die brandenburgische Firma Lunapharm auf. Die Berichterstattung führte im August 2018 unter anderem zum Rücktritt der brandenburgischen Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, Diana Golze.
In einer investigativen Recherche deckte sie 2021 das Geschäft mit Briefkastenfirmen in innerdeutschen Steueroasen auf.
Kontroverse
2023 sendete der NDR ihre Dokumentation Tierversuche an Hunden – Leiden im Labor. Die niedersächsische Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte kündigte als Konsequenz aus der Recherche mehr unangemeldete Kontrollen an. Das CDU-geführte nordrhein-westfälische Landwirtschaftsministerium teilte laut NDR mit, nach Feststellung von Verstößen werde grundsätzlich die Überwachungsfrequenz der jeweiligen Tierversuchseinrichtung erhöht. Der Deutsche Tierschutzbund sieht in der Dokumentation einen Beleg, „dass es sich bei gesetzeswidrigen Tierversuchen in deutschen Laboren nicht um Einzelfälle handelt.“ Tierversuche verstehen, eine Interessenvertretung von an Tierversuchen beteiligten Wissenschaftlern, wirft der Dokumentation eine „voreingenommene Darstellung mit einer Vielzahl von falschen Behauptungen und Unterstellungen“ und journalistische Mängel durch das Herausschneiden wissenschaftlicher Beiträge zur Notwendigkeit von Tierversuchen vor.
2013: „AMIKO rbb-Medienpreis für Vielfalt“ sowie Nominierung Europäischer CIVIS Fernsehpreis für Vier Wochen Asyl – ein Selbstversuch mit Rückkehrrecht (Dokumentation)