| Castello di Fagagna | ||
|---|---|---|
Castello di Villalta in Fagagna | ||
| Staat | Italien | |
| Ort | Fagagna | |
| Entstehungszeit | um 1000 | |
| Burgentyp | Hangburg | |
| Erhaltungszustand | gut erhalten | |
| Bauweise | Bruchstein | |
| Geographische Lage | 46° 6′ N, 13° 7′ O | |
| Höhenlage | 165 m | |
|
| ||
Das Castello di Villalta ist eine hochmittelalterliche Burg in Villalta, einem Ortsteil von Fagagna in der italienischen Region Friaul-Julisch Venetien. Die Burg liegt in 165 Metern Höhe über der Ebene an einem Hang an der Via Castello di Villalta, 27.
Die Burg wurde um das Jahr 1000 auf den Ruinen einer kleinen, römischen Festung errichtet, die ihrerseits an einer Stelle stand, an der bereits eine prähistorische Burg war. Im Jahre 1158 wurde das Castello di Villalta erstmalig urkundlich erwähnt. Die Burg gehörte derselben Familie (Villalta-Caporiacco), die auch das Castello di Fagagna zu Lehen hatte. 1216 widerstand Enrico der Ältere di Villalta zuerst einer Belagerung der Truppen von Ezzelino III. da Romano und dann gelang es ihm, sie zurückzudrängen. Während des Bauernaufstandes von 1511, der als „Crudele Giovedì Grasso“ (dt.: Grausamer, fetter Donnerstag) bekannt wurde, wurde auch das Castello di Villalta angegriffen und halb zerstört. Einige Tage später zerstörte ein starkes Erdbeben, was der Bauernaufstand übriggelassen hatte. Später wurde sie wiederaufgebaut und geriet unter die Herrschaft der Republik Venedig.
Die della Torre, eine einst mächtige Mailänder Familie und Rivalen der Visconti, begannen 1433, die Burg in ihren Besitz zu bringen, und wurden ein Jahrhundert später – mit dem Aussterben der Familie Villalta – zu deren alleinigen Herren. In den ersten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts erlangte Graf Lucio della Torre traurige Berühmtheit durch seine Untaten als Räuber; diese brachten ihn 1721 im Alter von nur 27 Jahren an den Galgen. 1797 eroberten napoleonische Truppen unter Marschall Bernadotte die Burg. Die Grafen della Torre erlangten den Besitz nach einiger Zeit zurück, verkauften sie aber schließlich 1905. Keiner der zahlreichen, schnell wechselnden Besitzer brachte in der Folge die nötigen Mittel zum Erhalt der Burg auf. 1976 gelangte sie in den Besitz von Don Carlos Taxis-Bordogna-Valnigra. Seine Erben sind die heutigen Besitzer Gräfin Marina und Graf Sergio Gelmi di Caporiacco.