| Castrum Verlag | |
|---|---|
| Sitz | Wien |
| Verleger | Ledio Albani |
| Gattung | Belletristik, Lyrik, Philosophie |
| Website | www.castrum.at |
Der Castrum Verlag ist ein seit 2020 bestehender deutschsprachiger Verlag mit Sitz in Wien.
Der Castrum Verlag entstand aus der bereits 2012 erstmalig publizierten Zeitschrift für Gedichte Das Neue Leben. Der Herausgeber der Zeitschrift Ledio Albani gründete den Verlag mit dem Ziel, Gedanken in der Tradition klassischer, deutscher Literatur und Philosophie ein Veröffentlichungsorgan darzubieten.
Namensgebung und Verlagslogo verweisen auf den George-Kreis, eine Gruppe um den Dichter Stefan George und um seine Zeitschrift Blätter für die Kunst, die ab den 1890er Jahren in München entstand. Nach 1945 hatte Gisèle van Waterschoot van der Gracht in der Fortführung der Tradition des George-Kreises eine Stiftung (später ein Magazin) ins Leben gerufen, mit dem Namen Castrum Peregrini. Dieses wurde im Jahr 2019 in Stichting Herengracht 401 umbenannt.
Zu Castrum gehört neben dem 2022 gegründeten Verlag Edition Acéphale (in Anlehnung an die Geheimgesellschaft Acéphale) auch das 2025 gegründete Magazin Fiume. Es ist nach der Stadt Fiume (heute Rijeka) benannt, wo der italienische Schriftsteller Gabriele D’Annunzio 1920 die Italienische Regentschaft am Quarnero gründete. Chefredakteurin ist seit 2026 Kristina Ballova.
Das Verlagsprogramm ist gekennzeichnet von einem Schwerpunkt auf neue und junge Autoren, lyrische und philosophische Werke und Neuauflagen älterer Schriften. Als erstes Werk im Verlag erschien der Aphorismenband Haltungen von Verleger Ledio Albani. Thorwald C. Franke betont insbesondere den rechtsgerichteten Gestus des Werks und bezeichnet ihn mit dem Schlagwort „Wokismus von Rechtsaußen“. Darüber hinaus publizierte der Verlag etwa zuvor noch unveröffentlichte Gedichte des NS-Germanisten Ernst Bertram mit einem Vor- und Nachwort von Konrad Adam.
2024 hatte Castrum mit dem Roman Schizoid Man des 22-jährigen Autors Sebastian Schwaerzel seinen bis dahin größten Verkaufserfolg; in dem Werk geht es um einen Bodybuilder aus der Generation Z, der faschistische Ansichten hegt und einen Terroranschlag plant. Laut Falter ist die „zynische, von Popkultur und Markenfetischismus getränkte Rollenprosa des US-Autors Bret Easton Ellis (...) ebenso als Vorlage erkennbar wie die Attitüde des Deutschen Christian Kracht (...)“. 2026 erschien bei Castrum der Roman Reise nach Europa von AfD-Politiker Maximilian Krah.
Bezogen auf die politische Einordnung des Verlags gibt es verschiedene Stimmen. Die Zeitschrift Falter notierte im Zusammenhang der 2025 geplanten, jedoch nicht zustande gekommenen Übernahme der neurechten Zeitschrift Tumult durch den Verlag, es sei „unklar, ob es sich bei den Tumultisten um unpolitische Traditionalisten oder um Rechte mit Avantgarde-Gestus“ handele. Der Publizist Wolfgang Koch sieht den Verlag in der taz als „kryptokonservativ“ und deutet insbesondere auf seinen rebellischen Charakter hin, sowie auf seinen Zusammenhang mit christlich-religiösen Motiven. Laut dem Spiegel gilt der Verlag als umstritten. Für den Tagesspiegel zählt Castrum zu den rechten Verlagen. Der Verlag selbst will sich nicht als rechts verstanden wissen.
Mit der Veröffentlichung des Debütromans von Maximilian Krah Anfang 2026 wurde erstmals eine namhafte Figur der gegenwärtigen politischen Rechten ins Programm des Verlags aufgenommen. Die Absage der Vorstellung bei der Leipziger Buchmesse sorgte für mediale Aufmerksamkeit. Die Druckerei Pustet beendete daraufhin die Zusammenarbeit mit dem Verlag.