Catherine Nichols

Catherine Nichols (* 1974 in Sydney, Australien) ist eine australische Literaturwissenschaftlerin, Autorin und Kuratorin zeitgenössischer Kunst, die in Deutschland lebt. Sie kuratierte zahlreiche Ausstellungen u. a. in der Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart in Berlin und im Deutschen Hygiene-Museum in Dresden und war künstlerische Leiterin des vom Land Nordrhein-Westfalen ausgerichteten Kulturprogramms „beuys 2021. 100 jahre joseph beuys“ sowie Kuratorin der Manifesta 14 Pristina (2022) und der 18. Biennale d’art contemporain de Lyon (2026).

Leben

Nichols studierte Germanistik, Romanistik und Anglistik an der University of New South Wales (UNSW), Sydney, sowie an der Freien Universität Berlin und schrieb ihre Doktorarbeit über die Schnittstelle von Lyrik und technischer Wissenschaft im Werk von Hans Magnus Enzensberger. Sie arbeitete auch als Übersetzerin. Seit 2003 kuratiert Nichols Ausstellungen zeitgenössischer Kunst und thematische, meist interdisziplinäre Ausstellungen.

Neben Ausstellungen zeitgenössischer Kunst kuratierte sie für das Deutsche Hygiene-Museum in Dresden die zwei thematischen Sonderausstellungen „Die Leidenschaften. Ein Drama in fünf Akten“ (2012) und „Shine on Me. Wir und die Sonne“ (2018), ebenso die Dauerausstellung „Sexualitäten | Abenteuer Mensch“ (2020). Nichols war Kuratorin der Ausstellung „Aus Sehnsucht wird Weitblick. Die Jubeljahre des Ulmer Münsters 1877–2015“ im Stadthaus Ulm (2015). 2017 zeichnete sie für die Ausstellung „Luther! 95 Schätze – 95 Menschen“ der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt in Wittenberg verantwortlich.

Einen besonderen Schwerpunkt in Nichols’ Arbeit steht ihre Auseinandersetzung mit dem Werk von Joseph Beuys dar. 2008 kuratierte sie gemeinsam mit Eugen Blume die Ausstellung „Beuys: Wir sind die Revolution“ im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart in Berlin. 2013 konzipierten sie für den Hamburger Bahnhof die Ausstellung „Das Ende des 20. Jahrhunderts: Es kommt noch besser: Ein Dialog mit der Sammlung Marx“, die sich ausgehend von Beuys’ Arbeit Das Ende des 20. Jahrhunderts (1. Fassung) aus der Sammlung Marx mit der Idee der Zukunft befasste. Gemeinsam entwickelten sie 2016 im Auftrag der Nationalgalerie (Berlin) das Konzept für die Ausstellung „Das Kapital. Schuld – Territorium – Utopie“ im Hamburger Bahnhof in Berlin, in dessen Zentrum Beuys’ Werk Das Kapital Raum 1970–1977 (1980) stand. Nichols und Blume waren künstlerische Leiter des Kulturprogramms „beuys 2021. 100 jahre joseph beuys“, das 2021 anlässlich des 100. Geburtstags von Beuys vom Land Nordrhein-Westfalen ausgerichtet wurde und Veranstaltungen in 25 Institutionen des Landes umfasste. Sie kuratierten auch die Jubiläumsausstellung „Jeder Mensch ist ein Künstler. Kosmopolitische Übungen mit Joseph Beuys“ im K20, einem der Ausstellungsgebäude der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf.

Sie wurde 2021 von der Internationalen Manifesta-Stiftung neben dem Architekten Carlo Ratti zur künstlerischen Leiterin für die Kunstbiennale Manifesta 14 in Pristina im Jahr 2022 ernannt.

Im Mai 2025 wurde Nichols zur Kuratorin der 18. Biennale d’art contemporain de Lyon (2026) ernannt.

Ab Oktober 2026 leitet Nichols die Manifesta gemeinsam mit der Generaldirektorin Emilia van Lynden; sie übernimmt dabei die Funktion der künstlerischen Direktorin.

Veröffentlichungen

Autorin

Herausgeberin

Ausstellungen

Einzelnachweise

  1. ↑ Nichols, Catherine. In: Katalog der Deutschen Nationalbibliothek. Abgerufen am 28. Januar 2022.
  2. ↑ Das Land Nordrhein-Westfalen feiert 2021 den 100. Geburtstag von Joseph Beuys. Abgerufen am 17. Januar 2023.
  3. 1 2 Von Berlin nach Kosovo: Catherine Nichols ist eine Diplomatin der Kunst. In: Der Tagesspiegel Online. ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 18. Januar 2023]).
  4. ↑ Picture Berlin – Lecturers – Catherine Nichols (AUS). Abgerufen am 12. Mai 2021.
  5. ↑ Die Leidenschaften von Catherine Nichols/Gisela Staupe (gebundenes Buch). 2012, ISBN 978-3-8353-1078-0 (buecher-walther.de [abgerufen am 23. Januar 2023]).
  6. ↑ deutschlandfunkkultur.de: Reise ins 20. Jahrhundert. Abgerufen am 18. Januar 2023.
  7. ↑ Catherine Nichols. Wallstein Verlag, abgerufen am 13. Mai 2021.
  8. ↑ Mark Siemons: Beuys in Berlin: Die Axt im Museum erspart den Manager. In: FAZ.NET. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 18. Januar 2023]).
  9. ↑ Catherine Nichols über Joseph Beuys. Kulturzeit in 3Sat, 12. Mai 2021, abgerufen am 13. Mai 2021.
  10. ↑ »Er hatte keine Berührungsängste« – kulturwest.de. Abgerufen am 12. Mai 2021.
  11. ↑ 100 Jahre Beuys: Eindrücke der Kuratorin Catherine Nichols. 12. Mai 2021, abgerufen am 12. Mai 2021.
  12. ↑ 100 Jahre Beuys: Eindrücke der Kuratorin Catherine Nichols. 12. Mai 2021, abgerufen am 12. Mai 2021.
  13. ↑ Catherine Nichols appointed as the Creative Mediator for Manifesta 14 Prishtina. In: MANIFESTA. Abgerufen am 22. September 2022 (britisches Englisch).
  14. ↑ Catherine Nichols kuratiert die nächste Lyon-Biennale. Abgerufen am 15. Dezember 2025.
  15. ↑ Manifesta gibt neue Leitung bekannt. Abgerufen am 22. Juni 2026.
  16. ↑ Von Jana Haase: Der Wicht in mir. In: Der Tagesspiegel Online. ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 18. Januar 2023]).
Personendaten
NAME Nichols, Catherine
KURZBESCHREIBUNG australische Autorin, Übersetzerin und Kuratorin
GEBURTSDATUM 1974
GEBURTSORT Sydney, Australien