
Als Kauliflorie (auch Cauliflorie) wird die Stammblütigkeit und -früchtigkeit von Pflanzen bezeichnet. Die Bezeichnung stammt aus dem griechischen καυλός für „Stängel, Schaft, Stamm“ und vom lateinischen flos, floris für „Blume, Blüte“.
Die Blüten oder Blütenstände entstehen an verholzten Pflanzenteilen. Dies ermöglicht auch schwereren Tieren, etwa kleinen Säugern, die Bestäubung, und auch für Vögel oder Fledermäuse sind die Blüten besser erreichbar. Die danach entstehenden Früchte befinden sich oft direkt am verholzten Stamm oder an dicken Ästen, um die teils schweren Früchte besser zu halten, dabei kann es sein, dass die Früchte längere Stiele haben. Kauliflore Pflanzen gibt es fast nur bei tropischen Pflanzenfamilien. Ein möglicher Grund dafür könnte sein, dass Blüten unterhalb des, sehr hoch emporgehobenen, Kronendachs des tropischen Regenwalds für einige Bestäuber leichter erreichbar sein könnten. Ausnahme in der mitteleuropäischen Flora ist der Seidelbast, der ein Relikt aus wärmeren Zeiten in der mitteleuropäischen Flora ist.
Knospen von Blüten entstehen normalerweise immer in Blattachseln („achselständig“). Dies ist soweit bekannt bei kaulifloren Arten genauso. Hier werden dann entweder dormante („schlafende“) Knospen ausgebildet, die erst lange Zeit später, wenn die Pflanze schon weitergewachsen ist, Blütenstände oder Blüten ausbilden, oder das hier gebildete Meristem der Knospenanlage bleibt länger erhalten und bildet später eine neue Knospe aus. Beiden Fällen gemeinsam ist, dass die Blüte aus tieferen Schichten des Pflanzengewebes hervorgeht und zunächst das darüber gebildete Gewebe durchstoßen muss.
Bei der Ramiflorie („Astblütigkeit“, von lateinisch ramus: Ast) werden die Blüten oder Blütenstände nicht am Stamm, sondern an älteren (verholzten) Ästen gebildet. Sie stehen also immer unterhalb der Blätter. Ramiflorie ist also von Kauliflorie nicht prinzipiell verschieden und wird oft als ein Spezialfall davon aufgefasst, als eine Variante desselben betrachtet, oder gar nicht davon unterschieden.