| Klassifikation nach ICD-11 | |
|---|---|
| EF02.3 | Cellulite |
| ICD-11: Englisch • Deutsch (Vorabversion) | |


Cellulite (Synonyme: Dermopanniculosis deformans, Adipositas oedematosa, Orangenhaut, Apfelsinenhaut oder fälschlicherweise Zellulitis) ist eine konstitutionell bedingte, nicht entzündliche Veränderung des subkutanen Fettgewebes, die im Bereich des Oberschenkels, und des Gesäßes, sowie am Bauch auftreten kann. Die dellenförmige Hautoberfläche erinnert an die Oberfläche einer Orange.
Die Hautveränderungen sind harmlos und verursachen keine körperlichen Symptome, werden jedoch von den Betroffenen in der Regel als unansehnlich wahrgenommen. Cellulite tritt fast ausschließlich bei Frauen auf, da Männer eine andere Bindegewebestruktur besitzen. Bei Übergewicht oder schwachem Bindegewebe kann die Hauterscheinung schon in jungen Jahren auftreten, mit fortschreitendem Alter sind 98 Prozent aller Frauen (in unterschiedlichem Ausmaß) von Cellulite betroffen.
Die Bezeichnung Zellulitis oder Cellulitis als ein Synonym für Cellulite ist in der medizinischen Fachsprache und vor allem in der Umgangssprache weit verbreitet. In der Medizin wird „Zellulitis“ verwendet für:
Im Fachbuch Dermatologie und Venerologie werden Zellulitis und Cellulite als „hauptsächlich von Laien gebrauchte“ Begriffe für (nicht-entzündliche) Adipositas oedematosa bezeichnet.
Im bekannten Klinischen Wörterbuch (Pschyrembel), das für die medizinische Terminologie im deutschsprachigen Raum maßgeblich ist, steht (Stand: 2023) nur der Begriff Zellulitis, nicht aber Cellulite. Zellulitis wird dort ähnlich wie in Dermatologie und Venerologie definiert:
Aus medizinischer Sicht ist der Begriff „Zellulitis“ für Cellulite jedoch irreführend, da er aufgrund der Endung -itis einen entzündlichen Prozess zu beschreiben scheint, der allerdings bei Cellulite nicht vorliegt. Ebenso missverständlich ist das französische Wort Cellulite selbst, das auf Deutsch Zellulitis bedeutet:
Der Duden bezeichnet die Verwendung von Zellulitis/Cellulitis als Synonym für Cellulite als „fälschlich“. Zellulitis sollte nach Ansicht der Duden-Redaktion nur den durch eine bakterielle Infektion verursachten entzündlichen Prozess des Unterhautgewebes bezeichnen (der bei Cellulite nicht vorliegt).
Die Beschreibung des Erscheinungsbildes unter der Bezeichnung Cellulite kam im englischen Sprachraum Ende der 1960er Jahre auf. Weite Verbreitung erlangte die Vorstellung auch durch Publikationen von Nicole Ronsard. Ihre Beschreibungen der Ursache als Schlacke, die sich im Körper ablagere, haben sich mittlerweile als falsch herausgestellt.
Cellulite entsteht bei Frauen im subkutanen Fettgewebe als Pölsterchen mit leichter Stauung der Lymphe: Das Fettgewebe wird von bindegewebigen Kollagensträngen (Retinacula cutis) in gitterartigen Unterteilungen durchzogen. Diese Strukturen schwellen unter den Hormonveränderungen des Menstruationszyklus mehr oder weniger an und machen so die Form der Kollagenbänder sichtbar. Cellulite ist folglich auch durch das Hormon Östrogen bedingt. Für die alternativmedizinische Behauptung, verantwortlich sei die Ansammlung diverser Stoffwechselprodukte im Bindegewebe (Stichworte Übersäuerung und Entschlackung), gibt es keine wissenschaftlichen Belege.
Die Veränderung der Hautoberfläche ist keine Krankheitserscheinung, sondern eine rein ästhetische Eigenschaft. Zur Vorbeugung oder Verminderung sind zahlreiche medizinische, alternativmedizinische und kosmetische Behandlungsmethoden entwickelt worden, von denen jedoch keine vollständig erfolgreich ist. Kosmetisch werden oft drei Stufen des Hautbildes unterschieden:
Ohne Nachweis eines therapeutischen Effekts werden folgende Behandlungsmethoden versucht:
Da Cellulite tiefe Hautstrukturen betrifft, kann durch Cremes, Salben und ähnliche kosmetische Behandlungen kein Erfolg erzielt werden. Eine erkennbare Wirkung ist nur auf das Einmassieren zurückzuführen. Bei der Fettabsaugung (Liposuktion) wird zwar Körperfett entfernt, die typischen Hautdellen können jedoch bestehen bleiben oder sich erneut entwickeln.