| Saint-Chamond | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Auvergne-Rhône-Alpes | |
| Département (Nr.) | Loire (42) | |
| Arrondissement | Saint-Étienne | |
| Kanton | Saint-Chamond | |
| Gemeindeverband | Saint-Étienne Métropole | |
| Koordinaten | 45° 29′ N, 4° 31′ O | |
| Höhe | 326–1051 m | |
| Fläche | 54,88 km² | |
| Einwohner | 35.646 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 650 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 42400 | |
| INSEE-Code | 42207 | |
| Website | www.saint-chamond.fr | |
Aquädukt bei Saint-Chamond | ||
Saint-Chamond ist eine französische Stadt mit 35.646 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Loire in der Region Auvergne-Rhône-Alpes. Die Einwohner der Stadt bezeichnen sich als Couramiauds oder Saint-Chamonais.
Saint-Chamond liegt im Tal des Gier zwischen den Bergen des Lyonnais und dem Mont Pilat, die Entfernung nach Saint-Étienne beträgt zwölf Kilometer und nach Lyon 45 Kilometer. Die Gemeinde liegt am Rande des Regionalen Naturparks Pilat und ist mit diesem als Zugangsort assoziiert.
Saint-Chamond entstand am Aquädukt der römischen Wasserleitung nach Lugdunum (Lyon) über den Gier. Ihren Namen verdankt die Stadt dem Bischof von Lyon St. Ennemond, dessen Name sich über St. Annemond und Sanchamond in Saint-Chamond gewandelt hat.
1628 fiel die Hälfte der Bevölkerung der Pest zum Opfer. Das Schloss von Saint-Chamond, Stammsitz des Militärkommandeurs Melchior Mitte de Chevrières, marquis de Saint-Chamond et de Montpezat, comte de Miolans, comte d’Anjou, premier baron de Lyonnais et de Savoie, baron de Jarcieu, wurde 1792 während der Französischen Revolution von den Bewohnern der Stadt geplündert und zerstört. In der Zeit wurde das Tal des Gier Rousseau-Tal genannt, da Jean-Jacques Rousseau hier längere Zeit gelebt hatte. 1854 hielt mit der Gründung der Compagnie des Hauts Fourneaux, Forges et Aciéries de la Marine et des Chemins de Fer die Schwerindustrie Einzug in der Stadt. 1964 entsteht durch Eingemeindungen die drittgrößte Stadt des Departements Loire.
| Jahr | 1789 | 1962 | 1968 | 1975 | 1982 | 1990 | 1999 | 2007 | 2017 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 5000 | 17.107 | 37.728 | 40.267 | 40.267 | 38.878 | 37.378 | 35.500 | 34.967 |
| Quellen: Cassini und INSEE | |||||||||
Die demografische Entwicklung der Stadt spiegelt die dynamische Entwicklung der Schwerindustrie und die anschließende Schließung vieler Fabriken wider.
Saint-Chamond ist eine Industriestadt, in der vor allem Waffen (etwa der Panzer St. Chamond im Ersten Weltkrieg), Metalle (Schmieden, Stahlwerke) und Textilien (Seide) erzeugt wurden. Die Stahlindustrie profitierte vom nahe gelegenen Steinkohlenbergbau.
Der ursprünglich königliche, dann staatliche Waffenhersteller Manufacture d’armes de Saint-Étienne (MAS), der 1989 in GIAT Industries aufging, hatte in Saint-Chamond einen ihrer größten Produktionsstandorte. 2006 wurde der Standort im Rahmen der Restrukturierung, aus der das Unternehmen Nexter entstand (heute zum deutsch-französischen Konzern KNDS fusioniert), geschlossen und die Werkshallen in den darauffolgenden Jahren teils abgerissen. Die städtebauliche Umwidmung des 43 Hektar großen Areals wurde federführend vom deutschen Landschaftsarchitekten Peter Latz geplant. Der 103 Meter hohe Schornstein aus dem 19. Jahrhundert bleibt als Industriedenkmal erhalten.
Saint-Chamond hat seit 1832 einen Bahnhof an der Bahnstrecke Saint-Étienne–Lyon, die zweite Bahnstrecke Frankreichs. Diese Strecke wurde später in die Bahnstrecke Moret-Veneux-les-Sablons–Lyon-Perrache integriert. Heute wird er von Zügen des TER Auvergne-Rhône-Alpes der Verbindung Saint-Étienne-Châteaucreux–Lyon-Perrache bedient.
Dem Fernverkehr dient die Autobahn A47 nach Lyon. Der nächste internationale Flughafen befindet sich in Lyon, regional gibt es den Flughafen Saint-Étienne – Bouthéon von dem auch London direkt erreichbar ist. Der städtische Nahverkehr wird von der Société de Transports de l’Agglomération Stéphanoise abgewickelt.