Charley Harper

Charley Harper (* 4. August 1922 in Frenchton, West Virginia; † 10. Juni 2007 in Cincinnati, Ohio), war ein US-amerikanischer moderner Künstler.

Leben

Charles Burton Harper wuchs auf einer Farm auf, die er von Kindheit an als künstlerische Inspiration für Skizzen verwendete.

Nach der Schulzeit auf dem West Virginia Wesleyan College studierte er ab 1940 – und nach einer kriegsbedingten Unterbrechung wieder ab 1946 – auf der Art Students League in New York und der Art Academy of Cincinnati, wo er 1947 mit einem Bachelor of Fine Arts (BFA) abschloss.

Im Anschluss reisten er und seine Frau für sechsmonatige Flitterwochen mit dem Camper quer durch die Vereinigten Staaten und er zeichnete alles um sich herum. Anschließend unterrichtete der Künstler 20 Jahre lang Design und Illustration.

Gemeinsam mit seiner Frau Edie Harper aus dem gleichen Fach- und Arbeitsgebiet (die Partnerschaft begann im Jahre 1940) unterbrach er sein Studium im Zweiten Weltkrieg und wurde Soldat. Er zeichnete als Aufklärer in der Armee in Frankreich und Deutschland Karten und malte Schlachtszenen, beides unter Zeitdruck, was er später als Grund für seinen minimalistischen Stil angab.

Schon zu Beginn der Berufskarriere arbeitete er ab 1948 als Selbstständiger für Marken wie die Ford Motor Company und Anfang der 1950er kam der Verlag Western Publishing unter anderem mit dem Giant Golden Book of Biology hinzu, das aber erst 1961 erschien.

1956, vier Jahre nach der Geburt des Sohnes Brett, der das Studio des Vaters als Erwachsener übernahm, zog die Familie nach Finneytown im Springfield Township, um dort dauerhaft zu bleiben. Harper gestaltete den Wohnort nach seinen künstlerischen Bedürfnissen und verbrachte fast 50 Jahre dort.

Harpers von ihm entwickelter Malstil passt zur Mid-Century-Modern-Bewegung der 1950er- und 1960er-Jahre, die für ihr abstraktes und grafisches Design bekannt ist, bleibt aber gleichzeitig zeitlos und für modernes Publikum relevant. Es ist ein Kontrast zum Realismus bei John James Audubon und speist sich aus Anleihen an den Kubismus, den Minimalismus, der Einsteinschen Physik und anderer moderner Kunstbewegungen.

In den 1970ern und 1980ern erhielt er künstlerische Aufträge von Procter & Gamble sowie von Organisationen wie dem National Park Service und dem Zoo von Cincinnati. Weitere Aufträge nahm er, unter anderem, von der Wilderness Society, dem Hawk Mountain Sanctuary (= Habichtschutzgebiet) und dem Cape May Bird Observatory (= Vogelbeobachtungsstation) in New Jersey an.

Er war ein moderner Künstler der Mitte des 20. Jahrhunderts und malte insbesondere Tiere. Gleichzeitig engagierte er sich für Umweltschutz.

Er starb am 10. Juni 2007.

Werk

Charley Harper gehörte der Mid-Century-Modern-Bewegung an und bezeichnete sein Werk selbst als minimalistischen Realismus. Stilistisch wurde er für seine schlichten, farbenfrohen und geometrischen Siebdrucke der Natur bekannt.

Harpers Ansatz war neu, da er auf Einfachheit setzte, was im Gegensatz zum damaligen Realismus in der Naturkunst stand. Er reduzierte seine Motive auf kräftige Farben und klare Linien. Die Direktheit, mit der er in diesem Stil jedes Motiv darstellte, kann als zeitlos angesehen werden, sodass seine Kunst für das heutige Publikum so relevant sein kann wie für das von vor 70 Jahren.

Einigen seiner Kunstwerke fügte er kleine Texte mit Botschaften hinzu. Seine Werke bestehen aus hochstilistischen, großen Designs.

Neben reinen Kunstwerken existieren von Charles Harper Werbungen für Firmen und Organisationen, Bücher, Zeitschriften, Poster, Wandmalereien, Kalender und andere kommerziell verwendbare Werbegeschenke.

In ca. sechs Jahrzehnten aktiver Zeit als Künstler schuf er ein Gesamtwerk von rund 5.500 Werken.

Rezeption

Der Kunstverein Hamburg lobt Charley Harpers „visuelles Ökosystem“, in dem die Balance zwischen den dargestellten Objekten und der Ausgestaltung gut gewahrt ist. Harper könne die Essenz von lebenden Organismen mit wenigen Strichen oder Formen einfangen. Dazu verwende er geometrische Muster, die er in analytischer Weise umsetze, ohne sich in Details zu verlieren.

Lindahall aus Kansas nennen den Künstler in einem Atemzug mit anderen bekannten Künstlern wie Margaret Mee und sehen ihn als gleich bedeutend an.

Das Cincinnati Museum widmete dem Künstler eine Ausstellung mit der Aussage, dass er nicht nur als Künstler besonders bedeutend sei, sondern auch als Botschafter für die Umwelt.

Harpers Werke werden noch nach der Jahrtausendwende als bedeutungsvoll wegen der Kombination von Lebendigkeit künstlerischen Ausdrucks in der Farbgebung mit dem Thema Naturschutz angesehen.

Auszeichnungen

Literatur

Commons: Charley Harper – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 Ava Bowers: Charley Harper | Springfield Township Arts Foundation, OH. Ohio Arts Council, abgerufen am 24. Juli 2026.
  2. 1 2 3 4 Charley Harper (U.S. National Park Service). USA.gov, abgerufen am 24. Juli 2026 (englisch).
  3. 1 2 3 Charley Harper. The Linda Hall: Science Library and Arboretum, 10. Juni 2025, abgerufen am 24. Juli 2026 (amerikanisches Englisch).
  4. ↑ Maria Papaefstathiou: Digging the Past... Charley Harper (1922-2007). In: Graphic Art News. 25. Oktober 2016, abgerufen am 24. Juli 2026 (britisches Englisch).
  5. ↑ Highlights: "Naturally Connected: Charley Harper and the Department of the Interior" | U.S. Department of the Interior. U.S. Department of the Interior, 7. August 2025, abgerufen am 24. Juli 2026 (englisch).
  6. 1 2 Kunstverein in Hamburg. Kunstverein Hamburg, 25. Juni 2011, abgerufen am 24. Juli 2026 (englisch).
  7. 1 2 3 Inspired by Nature. In: Cincinnati Museum Center. Abgerufen am 24. Juli 2026 (amerikanisches Englisch).
  8. ↑ Client Challenge. Abgerufen am 24. Juli 2026.
  9. ↑ Marilyn Bauer: The Cincinnati Enquirer (Friday, December 8, 2006) - Cincinnati, Ohio | Page Page 93 archive. Cincinnati Enquirer, 8. Dezember 2006, abgerufen am 24. Juli 2026 (amerikanisches Englisch).
Personendaten
NAME Harper, Charley
ALTERNATIVNAMEN Harper, Charley Burton
KURZBESCHREIBUNG US-amerikanischer moderner Künstler
GEBURTSDATUM 4. August 1922
GEBURTSORT Frenchton, West Virginia
STERBEDATUM 10. Juni 2007
STERBEORT Cincinnati, Ohio