Charlie Barr

Charles Barr an Bord der Reliance

Charles „Charlie“ Barr (* 1864 in Gourock, Schottland; † 24. Januar 1911 in Southampton, England) war ein sehr erfolgreicher Regattasegler.

Lebensweg

Charlie Barr wuchs in Gourock am Firth of Clyde auf. Wie viele Jungen in seinem Alter erlernte er nebenbei die Handhabung von Booten und Yachten. Während seiner Lehre als Kolonialwarenhändler sah er die Erfolge seines älteren Halbbruders John Barr (1845–1909), der als professioneller Segler arbeitete. Charlie Barr heuerte für einen Winter auf einem Fischerboot in den Gewässern des Clyde an. Im nächsten Sommer überführten die beiden Brüder Barr die 22-Tonnen-Segelyacht Clara über den Nordatlantik in 40 Tagen nach Nordamerika. In Amerika nahmen die beiden sehr erfolgreich mit der Yacht Clara an Segelregatten teil. Charlie Barr ließ sich in Amerika nieder. Er skipperte erfolgreich die Yacht Shona aus Boston und erwarb sich kontinuierlich den Ruf eines Kapitäns, der fast immer Regattapreise gewinnt. Er führte die Yachten Oweene, Wasp, Gloriana, Navahoe, Vigilant und Colonia zu Regattasiegen. Durch die überragenden Regattaerfolge der Clara wurde John Barr im Jahr 1887 für den 7. America’s Cup als Skipper der britischen Herausforderyacht Thistle ausgewählt, die den Royal Clyde Yacht Club vertrat. Beide Brüder schlossen im Verlauf ihrer Regattaerfolge Bekanntschaft mit dem US-amerikanischen Yachtdesigner Nathanael Herreshoff. Charlie Barr segelte fortan fast ausschließlich auf Yachten aus dem Büro von Herreshoff.

Regatta-Erfolge

America’s Cup

America’s Cup defender Columbia und Shamrock, 1899
Reliance, 1903

Weitere Regatten

Schoner Westward, 1910

Transatlantik Rekord

Schoner Atlantic, 1904

Ehrungen

Persönliches

Von der Statur her war Charlie Barr mit 5 Fuß 3 Inch (ca. 160 cm) eher klein, hatte schwarzes Haar und dunkle Augen. Er war geistig hellwach, beweglich, furchtlos und sicher in seinem Urteil. Er bereitete sich sehr intensiv auf die anstehenden Regatten vor. Studierte alle erreichbaren See-, Strömungs- und Windkarten und insbesondere seine Gegner. Seine Crew forderte er oftmals bis an die Grenze der Belastbarkeit, besonders wenn er während der Regatta immer neue Segel setzen ließ oder sehr spät die Segelfläche verkleinerte. Dabei beruhigte er seine Mannschaft durch seine demonstrativ zu Schau gestellte Furchtlosigkeit. Charlie Barr segelte bei dem Transatlantik Rekord die Yacht Atlantic so kompromisslos, dass er den mitsegelnden Eigner Wilson Marshall in dessen Kabine eingesperrt ließ, als dieser den Skipper bei Sturmstärke anwies, beizudrehen. „Sie haben mich engagiert, um das Rennen zu gewinnen. Und genau das beabsichtige ich zu tun!“ soll Charlie Barr dem in Panik geratenen Marshall zugerufen haben.

Charlie Barr starb am 24. Januar 1911 während eines Besuches in Southampton beim Frühstück überraschend mit 46 Jahren an einem Herzinfarkt in den Armen seiner Frau. Er wurde auf dem Friedhof Southampton Old Cemetery beerdigt.

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 CAPT CHARLES BARR, NOTED SKIPPER, DEAD. New York Times, 25. Januar 1911, abgerufen am 5. Januar 2008 (englisch).
  2. ↑ Charlie Barr: part one of our series on the greatest British racing skipper of them all. classicboat.co.uk, abgerufen am 10. September 2020 (englisch).
  3. 1 2 3 4 Charlie Barr. Herreshoff Marine Museum, abgerufen am 10. September 2020 (englisch).
  4. ↑ Captain Charlie Barr, Premier of Yachting Skippers. New York Times, 4. Juni 1905, abgerufen am 6. Oktober 2008 (englisch).
  5. ↑ Rolex Transatlantic Challenge: »Mari-Cha IV« vor historischem Segelrekord. SEGLER-MAGAZIN.DE, 1. Juni 2005, archiviert vom Original am 1. Februar 2014; abgerufen am 7. Oktober 2008 (englisch).
  6. ↑ Charles Barr. In: Some personalities associated with Southampton. City of Southampton Society, archiviert vom Original am 3. November 2011; abgerufen am 25. September 2011 (englisch).
Personendaten
NAME Barr, Charlie
ALTERNATIVNAMEN Barr, Charles
KURZBESCHREIBUNG US-amerikanischer Segelsportler
GEBURTSDATUM 1864
GEBURTSORT Gourock, Schottland
STERBEDATUM 24. Januar 1911
STERBEORT Southampton, England