Charlotte Bud

Charlotte Recha Bud (geb. 26. März 1899 in Berlin; gest. 30. November 1981 in Frankreich) war eine deutsch-französische jüdische Keramikerin, Gebrauchsgrafikerin, Malerin und Illustratorin.

Werdegang

Charlotte Bud wurde als Tochter von Sigismond (auch Sigismund oder Siegmund) Bud (1851–1939) und Rebekka Therese, geborene Gumpert (1865–1942), im März 1899 geboren. Sie wuchs mit ihrer älteren Schwester Erna Meta (1897–1943) in Berlin auf. Sie besuchte die Staatliche Kunstgewerbeschule Berlin. Danach war sie als Keramikerin und selbständige Grafikdesignerin tätig.

Zu ihren Arbeiten gehörten hauptsächlich Buchillustrationen, darunter Märchen der Brüder Grimm und von Hans Christian Andersen sowie Plakatentwürfe. Daneben schuf sie auch zahlreiche kleinere Grafiken und Tonarbeiten, wie etwa einen tönernen Chanukka-Leuchter. Für die Ausstellung Die gestaltende Frau, die vom 18. Oktober bis 5. November 1930 vom Deutschen Staatsbürgerinnenverband im Berliner Kaufhaus Wertheim gezeigt wurde, gestaltete sie die Plakate, nachdem sie die Ausschreibung für den Plakatentwurf gewonnen hatte.

Im Jahr 1934 wohnte sie in der Joachim-Friedrich-Str. 34 in Berlin-Halensee und heiratete in diesem Jahr den aus Lille stammenden nichtjüdischen französischen Künstler Edmond Victor Jamois (1876–1975). Sie ließ sich mit ihrem Mann in Frankreich nieder und nahm die französische Staatsangehörigkeit an. Im Exil überlebte sie den Holocaust. Ihre Mutter starb im Oktober 1942 im Ghetto Theresienstadt, ihre Schwester Erna Meta wurde im Januar 1943 in das KZ Auschwitz deportiert und starb 1943.

Charlotte Bud konzentrierte sich auf die Malerei und hielt in ihren Gemälden und Aquarellen die französische Landschaft, Gebäude, Dorfansichten und das bäuerliche Leben fest. Zwischen 1950 und 1962, zu dieser Zeit wohnhaft in Lille in der Rue Solférino 119, beteiligte sie sich regelmäßig an den Ausstellungen des Salon des artistes lillois, die jährlich im Palais des Beaux-Arts de Lille oder dem Palais Rameau in Lille stattfanden. Ihr Mann starb 1975 in Villeneuve-lès-Avignon. Charlotte Bud starb 1981.

Im Jahr 2025 zeigte das Jüdische Museum Berlin die Ausstellung Widerstände. Jüdische Designerinnen der Moderne, in der auch Charlotte Bud vertreten war.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. ↑ Bud, Charlotte. In: AKL Online. K. G. Saur, 2021. Abgerufen am 18. Januar 2026
  2. 1 2 Mariage de l'année 1934. In: Archives de Lille. Abgerufen am 18. Januar 2026
  3. 1 2 3 4 5 Bud, Charlotte. In: Jüdisches Museum Berlin. Abgerufen am 18. Januar 2026
  4. 1 2 Michal S. Friedlander (Hrsg.): Widerstände. Jüdische Designerinnen der Moderne. Hirmer, München 2025, ISBN 978-3-7774-4623-3, S. 146, 149.
  5. ↑ Charlotte Bud. In: MyHeritage. Abgerufen am 18. Januar 2026
  6. 1 2 Charlotte Jamois. In: artsper.com. Abgerufen am 18. Januar 2026
  7. ↑ Bud, Erna. In: Gedenkbuch des Bundesarchivs. Abgerufen am 18. Januar 2026
  8. ↑ Jamois Bud Charlotte. In: Xavier Labbée: Dictionnaire des peintres des Hauts-de-France. Autour du Salon des artistes lillois (1890-1965). Presses Universitaires du Septentrion, 2023, ISBN 978-2-7574-3959-3, S. 175.
  9. ↑ Jamois, Edmond Victor. In: AKL Online. K. G. Saur, 2021. Abgerufen am 18. Januar 2026
  10. ↑ Widerstände. Jüdische Designerinnen der Moderne. In: Jüdisches Museum Berlin. Abgerufen am 18. Januar 2026
Personendaten
NAME Bud, Charlotte
ALTERNATIVNAMEN Bud, Charlotte Recha; Jamois, Charlotte Recha; Jamois, Charlotte; Jamois Bud, Charlotte
KURZBESCHREIBUNG Keramikerin, Gebrauchsgrafikerin, Malerin und Illustratorin
GEBURTSDATUM 26. März 1899
GEBURTSORT Berlin
STERBEDATUM 30. November 1981
STERBEORT Frankreich