
Charlotte Pryce (* 1961 in London) ist eine britische Filmemacherin, bildende Künstlerin und Dozentin. Ihre oft märchenhaften Experimental-Kurzfilme, in denen Naturphänomene und fotochemische Prozesse eine zentrale Rolle spielen, werden auf internationalen Filmfestivals gezeigt.
Charlotte Pryce kam 1961 in London zur Welt. Sie studierte an der Slade School of Art, University College London und am School of the Art Institute of Chicago.
Seit 1986 arbeitet Pryce im Bereich Film und Fotografie und erschafft sogenannte „optische Objekte“. Typisch für Pryce sind ihre hauptsächlich analog gedrehten und manuell nachbearbeiteten Experimentalkurzfilme, in denen sie die Schönheit der Natur, speziell Pflanzen und Insekten, meist in Nah- oder Makroaufnahmen einfängt.
Pryce arbeitet mit analogem Film, meistens im 16mm-Format. Ihr sind die materiellen, fotochemischen Prozesse des Filmemachens wichtig, in dem Zusammenhang interessiert sie sich für die Geschichte der Alchemie. Oft erforscht sie Auswirkungen von Lichteinwirkung auf das Filmmaterial. Das Filmbild ist für sie typischerweise der Ausgangspunkt für Manipulationen des Materials, vor allem mithilfe von manueller Entwicklung und optischen Kopien. In der Nachbearbeitung nutzt Pryce mittlerweile auch digitale Techniken. Die Filme sind entweder stumm oder mit Musik und Geräuschen unterlegt, in letzter Zeit spricht Pryce oft selbst märchenhafte Erzählungen als Voiceover ein. Als eine Inspirationsquelle für Pryces Arbeiten wird Opal Whiteleys Mystical Nature Diary (1920) genannt. In Pryces kurzen Experimentalfilmen wird eine märchenhafte, manchmal unheimliche Natur gezeigt, voller Geheimnisse und magischer Erfahrungen.
Bereits 2013 entwickelte Pryce W.H. Hudson’s Remarkable Argentine Ornithology, eine Mischung aus Kurzfilm und Performance, die eine Laterna magica involviert, ein frühes Projektionsgerät. Ihre Laterna-Magica-Performance The Tears of a Mudlark wurde Ende der 2010er Jahre u. a. im Centre Pompidou und im Velaslavasay Panorama in Los Angeles präsentiert.
Ihre Arbeiten wurden auf zahlreichen Festivals präsentiert. Darunter sind das International Film Festival Rotterdam, das Toronto Film Festival, die Viennale, die Kurzfilmtage Oberhausen und das Internationale Frauenfilmfestival Dortmund/Köln. Die Kurzfilme werden von der auf Avantgardefilm spezialisierten Canyon Cinema Foundation vertrieben.
Charlotte Pryce lebt in Los Angeles. Seit 2004 lehrt sie am California Institute of the Arts an der Fakultät für Film und Video.
Die 72. Kurzfilmtage Oberhausen widmeten Pryce eine Werkschau.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Pryce, Charlotte |
| KURZBESCHREIBUNG | britische Filmemacherin und bildende Künstlerin |
| GEBURTSDATUM | 1961 |
| GEBURTSORT | London |