Jedlina-Zdrój

Jedlina-Zdrój
Wappen von Jedlina-Zdrój
Jedlina-Zdrój (Polen)
Jedlina-Zdrój (Polen)
Jedlina-Zdrój
Basisdaten
Staat: Polen Polen
Woiwodschaft: Niederschlesien
Powiat: Wałbrzych
Fläche: 17,45 km²
Geographische Lage: 50° 43′ N, 16° 21′ OKoordinaten: 50° 43′ 5″ N, 16° 20′ 50″ O
Einwohner: 4623
(1. Jan. 2024)
Postleitzahl: 58-330
Telefonvorwahl: (+48) 74
Kfz-Kennzeichen: DBA
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DW 381 Głuszyca–Wałbrzych
Eisenbahn: Wałbrzych–Kłodzko
Nächster int. Flughafen: Breslau
Gmina
Gminatyp: Stadtgemeinde
Einwohner: 4623
(1. Jan. 2024)
Gemeindenummer (GUS): 0221021
Verwaltung (Stand: 2008)
Bürgermeister: Leszek Orpel
Adresse: ul. Poznańska 2
58-330 Jedlina-Zdrój
Webpräsenz: jedlinazdroj.eu

Jedlina-Zdrój (deutsch Bad Charlottenbrunn) ist eine Stadt sowie ein Kurort im Powiat Wałbrzyski der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen. Sie liegt sieben Kilometer südöstlich von Wałbrzych (Waldenburg).

Geographie

Jedlina-Zdrój liegt an der Schweidnitzer Weistritz im Waldenburger Bergland. Südöstlich verläuft das Eulengebirge. Nachbarorte sind Rusinowa, Nowa Wioska (Neudörfel) und Dziećmorowice im Norden, Zagórze Śląskie im Nordosten, Jugowice und Olszyniec (Erlenbusch) im Osten, Głuszyca im Südosten, Grzmiąca im Süden, Rybnica Leśna im Südwesten und Wałbrzych im Nordwesten. Nordöstlich erhebt sich die 590 m hohe Münsterhöhe (Klasztorzysko) und die Burg Grodno (Kynsburg). Südwestlich liegen die Burg Rogowiec (Hornschloss) und die Burgruine Radosno (Freudenburg).

Gemeinde

Olszyniec (deutsch: Erlenbusch, Nieder Tannhausen) gehörte von 1954 bis 1968 zu Jedlina-Zdrój. Die Orte Jedlinka, Suliszów, Glinica und Kamieńsk wurden 1970 eingemeindet.

Geschichte

Kurviertel
Platz vor der Trinkhalle
Fresko des Malers Martin Sternagel an der ehemaligen Kreissparkasse
Charlottenbrunn Mitte des 19. Jahrhunderts

Die Badeanlagen von Charlottenbrunn entstanden auf den Fluren eines Anteils von Tannhausen (Jedlinka), dessen Sauerbrunnen erstmals 1694 erwähnt wurde. 1723 erwarb der Tannhauser Grundherr Johann Christoph von Seherr-Thoß die Quelle und benannte sie „Charlottenquelle“ nach seiner zweiten Frau Charlotte Maximiliane von Pückler. Die älteste Badeanlage war ab 1724 der Grundhof, dem 1731 das Schlössel folgte. 1740 erhielt Charlottenbrunn das Marktrecht.

Nach dem Ersten Schlesischen Krieg 1742 fiel Charlottenbrunn zusammen mit dem größten Teil Schlesiens an Preußen. 1743 besuchte der preußische König Friedrich II. Charlottenbrunn. 1748 wurde das erste Kurhaus errichtet, der später zur evangelischen Kirche umgebaut wurde. Nach der Neugliederung Preußens gehörte Charlottenbrunn seit 1815 zur Provinz Schlesien und war ab 1816 dem Landkreis Waldenburg eingegliedert, mit dem es bis 1945 verbunden blieb. 1835 entdeckte der damalige Besitzer Carl Krister eine Eisenquelle, die er nach seiner Frau „Theresienquelle“ benannte. 1880 erhielt Charlottenbrunn Anschluss an die Bahnlinie von Dittersbach nach Glatz. 1889 erwarb die Gemeinde Charlottenbrunn die Bade- und Kuranlagen. 1934 wurde das Waldtheater im Karlshain und 1935 eine neue Wandelhalle errichtet. Für das Jahr 1910 sind 1693 Einwohner verzeichnet, 1939 waren es 1823. Im Zweiten Weltkrieg befand sich hier ein Außenlager des KZ Groß-Rosen, in dem Häftlinge für das Projekt Riese arbeiten mussten.

Als Folge des Zweiten Weltkriegs fiel Bad Charlottenbrunn 1945 wie fast ganz Schlesien an Polen und wurde zunächst in Zdrojowiec, 1946 in Jedlina-Zdrój umbenannt. Die einheimische deutsche Bevölkerung wurde, soweit sie nicht vorher geflohen war, weitgehend vertrieben. Die neu angesiedelten Bewohner waren teilweise Zwangsumgesiedelte aus Ostpolen, das an die Sowjetunion gefallen war. 1954 wurde Jedlina-Zdrój zur stadtartigen Siedlung und 1967 zur Stadt erhoben. In den Jahren von 1975 bis 1998 gehörte Jedlina-Zdrój zur Woiwodschaft Wałbrzych.

Sehenswürdigkeiten

Schloss Tannhausen
Blick auf Charlottenbrunn Mitte des 19. Jahrhunderts

Unter Denkmalschutz stehen:

Im Ortsteil Jedlinka (Tannhausen):

Sport

Es gibt eine Rodelbahn, einen Bouleplatz, einen Skilift, drei Sportplätze und einen Tennisplatz.

Vereine

Der Pétanque-Sportverein heißt KSP Jedlina-Zdrój. Die Stadt ist Austragungsort landesweiter Pétanque-Turniere unter der Schirmherrschaft des polnischen Verbandes. Der örtliche Fußballklub heißt KS Zdrój Jedlina -Zdrój.

Verkehr

Busse des öffentlichen Nahverkehrs verbinden die die Stadt mit Wałbrzych, dem Ortsteil Jedlinka und Głuszyca.

Durch die Stadt verläuft die Eisenbahnstrecke Kłodzko-Wałbrzych, die von dem Unternehmen Niederschlesische Eisenbahnen mit Schienenbussen bedient wird.

Städtepartnerschaft

Ehrenbürger

Persönlichkeiten, Töchter und Söhne

Literatur

Commons: Jedlina-Zdrój – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Jedlina-Zdrój – Reiseführer

Einzelnachweise

  1. 1 2 Area and population in the territorial profile in 2024. Abgerufen am 7. September 2025.
  2. ↑ Wolfgang Benz, Barbara Distel (Hrsg.): Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager. Verlag C. H. Beck, München (9 Bände; 2005–2009).
  3. ↑ Isabell Sprenger: Groß-Rosen. Ein Konzentrationslager in Schlesien. Böhlau Verlag, 1997, ISBN 3-412-11396-4.