Cheb i Sabbah

Cheb i Sabbah (arabisch شاب الصباح, DMG Šābb aṣ-Ṣabbāḥ; geboren 7. August 1947 als Haim Sérge El Baaz in Constantine; gestorben am 6. November 2013 in San Francisco) war ein algerischer Club-DJ.

Leben

Sabbah wurde in Constantine, Algerien geboren. Er hat jüdische und berbische Wurzeln. In den 1960ern floh die Familie während der algerischen Unabhängigkeitsbestrebungen gegen die französische Kolonialherrschaft nach Frankreich, wo sie als Berber in einem überwiegend muslimischen Algerien leicht an französische Pässe kamen. In Frankreich lebte er in Paris und begann mit 15 als Friseur bei L’Oréal zu arbeiten. Zu dieser Zeit begann er, das Nachtleben zu genießen. Über einen Freund begann er das DJing zu lernen und in den angesagtesten Clubs von Paris zu arbeiten. Er wurde damit einer der ersten professionellen DJs im Paris Mitte der Sechziger.

1968 zog er nach New York, wo er als Theaterschauspieler bei dem The Living Theatre anfing. Mit diesem tourte er durch die Vereinigten Staaten und Europa. Dort lernte er den Jazzmusiker Don Cherry kennen, der ein großer Einfluss für ihn wurde. Er betreute diesen als Manager. Außerdem veranstaltete er mehrere Clubnächte, arbeitete beim Radio und präsentierte die Weltmusik-Konzertreihe 1002 Nights. Auch lernte er seine spätere Frau kennen. 1984 zog er mit ihr nach San Francisco, wo er eine Familie gründete. Das Paar leitete zusammen außerdem das Tribal Warning Theatre, für das Sabbah die Musik komponierte.

Sabbah kehrte in den 1990ern zum DJing zurück, als er in einem Bioladen arbeitete und ein Kunde ihn nach der Algerischen Musik fragte, die im Laden lief. Darauf erzählte er diesem von seiner früheren Karriere als DJ. Der Kunde stellte sich dann als Nachtculb-Besitzer vor und vermittelte ihm erneut einen DJ-Posten. Er nahm daraufhin den Namen Cheb i Sabbah an, was sich mit der „Jugend beziehungsweise der Frühe des Morgens“ übersetzen lässt. 1994 entstand sein erstes Album The Majoon Traveller, ein Remixalbum von Gedichten und Prosa von Ira Cohen unterlegt mit der Musik von Don Cherry und Ornette Coleman. Anschließend stand er bei Six Degrees Records unter Vertrag und veröffentlichte eine Reihe von Alben, die von hinduistischer und arabischer Musik inspiriert waren. Außerdem arbeitete er mit britischen Künstlern wie Natacha Atlas, Transglobal Underground und Fun-Da-Mental zusammen.

Sabbah wurde 2006 bei den BBC Radio 3 Awards for World Music in der Kategorie Club Global nominiert.

Er starb im November 2013 im Alter von 66 Jahren an einem Magenkarzinom. Dieses war 2011 diagnostiziert worden. Die Ärzte gaben ihm nur noch wenige Wochen. Mit der Unterstützung seines Labels, die für ihn das Tributalbum Samaya herausbrachten, und weiteren Benefizprojekten konnte genug Geld für eine Behandlung aufgebracht werden. 2012 konnte er sogar wieder einzelne Auftritte absolvieren, darunter Auftritte im Vorprogramm von Peter Murphy im Fillmore. Außerdem arbeitete er an einem neuen Album, als der Krebs sein Leben beendete.

Privatleben

Cheb i Sabbah war verheiratet. Das Paar hatte zwei Kinder und drei Enkelkinder.

Musikstil

Cheb i Sabbahs musikalische Karriere bestand aus drei Phasen, in denen Musik eine große Rolle spielte. Während er in den 1960ern eher Platten auflegte, komponierte er in den 1980ern für seine verschiedenen Theaterprojekte und gehörte der Jazz-Szene um Don Cherry an, bevor er in den 1990er mit einem Stilmix aus asiatischer, indischer und afrikanischer Musik kombiniert mit elektronischer Musik des Ambient und Trance international bekannt wurde. Seine Musik und Remixe sind auf zahlreichen Kompilationen der Weltmusik und des Ethno vertreten. Er mischte auch indisches Raga mit dem Dub der Asian Dub Foundation sowie Hip-Hop-Beats. Dabei sind seine Songs geprägt vom Sufismus, dem Buddhismus und dem Hinduismus in Form der Krishna-Lehre.

Diskographie

Alben

EPs

Weitere Veröffentlichungen

Exklusive Samplerveröffentlichungen, Remixe und Gastbeiträge

Einzelnachweise

  1. 1 2 BBC - Awards for World Music 2007 - Cheb I Sabbah. Abgerufen am 6. September 2023.
  2. 1 2 3 Jewish DJ Captivates Arab Ears. 20. Januar 2007, abgerufen am 5. September 2023 (englisch).
  3. 1 2 3 4 5 Cheb I Sabbah: Pioneering DJ and producer who explored spirituality. 19. November 2013, abgerufen am 5. September 2023 (englisch).
  4. ↑ AsianVibrations.com->Feature. 29. Mai 2008, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 29. Mai 2008; abgerufen am 5. September 2023.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  5. ↑ FRONTLINE/WORLD . France - Play it Again, Maurice . Interview With dj Cheb i Sabbah: Music Everywhere | PBS. Abgerufen am 5. September 2023.
  6. ↑ BBC - Awards for World Music 2006 - Cheb i Sabbah. Abgerufen am 5. September 2023.
  7. 1 2 Anastasia Tsioulcas: Remembering Cheb I Sabbah, DJ Who Built A New Musical World. In: npr.org. 11. November 2013, abgerufen am 6. September 2023.
  8. 1 2 Aidin Vaziri: Cheb i Sabbah, musician and composer, dies at 66. In: SFGate. 8. November 2013, abgerufen am 5. September 2023.
  9. ↑ Angel Romero: Artist Profiles: Cheb i Sabbah | World Music Central. 9. Juni 2016, abgerufen am 6. September 2023 (amerikanisches Englisch).
  10. ↑ Prasad Bidaye: DJ Cheb I Sabbah: As Far As. In: Exclaim! 1. Januar 2006, abgerufen am 6. September 2023.
  11. ↑ Margot Bigg: R.I.P. Cheb I Sabbah. In: Rolling Stone India. 18. November 2013, abgerufen am 6. September 2023 (amerikanisches Englisch).
Personendaten
NAME Cheb i Sabbah
ALTERNATIVNAMEN El Baaz, Haim Sérge (wirklicher Name)
KURZBESCHREIBUNG algerisch-amerikanischer Musiker und DJ
GEBURTSDATUM 7. August 1947
GEBURTSORT Constantine
STERBEDATUM 6. November 2013
STERBEORT San Francisco