Chicart Bailly († 1533 in Paris) war Leiter einer Elfenbeinschnitzer-Werkstatt und Händler.
Chicart Bailly war ab etwa 1490 in der französischen Hauptstadt als Gildenmitglied („maistre tabletier et bourgeois de Paris“) in der Verarbeitung von Elfenbein zu Luxusobjekten tätig. Dort besaß er, von seinem Vater, dem tabletier Martin Bailly, vererbt, zwei Häuser in der Rue Saint-Denis und der Rue de la Tabletterie. Seine erste Frau und Mutter mehrerer Kinder starb und Bailly ging eine zweite Ehe ein, der die Tochter Genevieve entstammte. 1533 starb er am Ort seines Schaffens und hinterließ eine große Menge Elfenbeinobjekte, die mit der übrigen Erbmasse in einem Inventar vom 16. Juni desselben Jahres (Pierrefitte-sur-Seine, Archives nationales, Minutier central des notaires de Paris, ET/XIX/16. Juni 1533) gelistet wurde. Zumindest ein Teil der gelisteten Objekte scheint für den Weiterverkauf von Bailly erworben worden zu sein, was wiederum angesichts der Menge der Objekte in Kombination mit den aufgelisteten Werkzeugen eine eigene Werkstatttätigkeit in Baillys Räumlichkeiten nahelegt. Neben Elfenbein waren auch Kunstgegenstände aus Bein und wertvollen Hölzern und deren Ausgangsmaterial in dem Haus in der Rue Saint-Denis.
Chicart Bailly ist durch die ihm zugeschriebenen Objekte vor allem als Schnitzer von Objekten mit Vergänglichkeitsthematik bekannt. Die Vanitas- oder Memento-mori-Darstellungen umfassen Ketten- und Rosenkranzanhänger, doppelseitige Statuen und miniaturisierte Transis. Als Vorlagen für Elfenbeinschnitzereien dienten in dieser Zeit und auch bei Bailly im Speziellen oft Druckvorlagen in Form von Einzelblättern oder auch gedruckten Stundenbüchern.

| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Bailly, Chicart |
| KURZBESCHREIBUNG | Elfenbeinschnitzer und Händler |
| GEBURTSDATUM | 15. Jahrhundert |
| STERBEDATUM | 1533 |
| STERBEORT | Paris |