
Chieko Watanabe (japanisch 渡辺 千恵子 Watanabe Chieko; geboren 5. September 1928 in Nagasaki, Präfektur Nagasaki; gestorben 13. März 1993) war eine japanische Friedensaktivistin und Überlebende des Atombombenabwurfs auf Nagasaki (長崎原爆乙女, Nagasaki Gembaku Otome).
Chieko wurde 1928 in Nagasaki geboren. Sie besuchte die private Kakumei-Mädchenschule. Mit 16 Jahren musste sie im Rahmen der Mobilmachung von Schülern und Studenten bei Mitsubishi Electric in Hiradokoya arbeiten. Beim Atombombenabwurf auf Nagasaki am 9. August 1945 wurde sie bei Mitsubishi, drei Kilometer vom Epizentrum der Explosion entfernt unter Gebäudetrümmern verschüttet und erlittet eine Querschnittlähmung, wodurch sie zeitlebens auf einen Rollstuhl angewiesen war.
1955 gründete sie zusammen mit vier Gleichgesinnten die „Vereinigung der Atombombenmädchen Nagasaki“ (長崎原爆乙女の会, Nagasaki gembaku otome no kai), deren Vizepräsidentin sie war. Dabei handelt es sich um Mädchen und Frauen, die besonders unter den Folgen der Atombombe zu leiden hatten. Sie setzte sich für Hibakusha, also die Opfer der Atombombenabwürfe, und für ein Verbot von Kernwaffen ein. Neben ihrem eigenen Schicksal war auch der Unglücksfall mit dem Fischkutter Glücklicher Drache V von 1954 ein Antrieb. Der Kutter wurde samt Besatzung bei einem amerikanischen Atomwaffentest verstrahlt. Viele der Besatzungsmitglieder verstarben infolgedessen.
1956 berichtete sie bei der 2. japanischen Konferenz zum Verbot von Kernwaffen als Vertreterin der Betroffenen von ihren Erlebnissen und Erfahrungen. Ihre Tätigkeit als Zeugin des Geschehenen blieb nicht auf Japan beschränkt. Sie reiste u. a. auch nach New York um bei der Generalversammlung der Women’s International League for Peace and Freedom zu sprechen. Anlässlich der 2. Genfer Abrüstungskonferenz 1982 stellte Chieko fest, dass „Kernwaffen menschliches Leben negieren“. Dieser Satz, den sie unermüdlich auch bei Besuchen in Schulen wiederholt, wurde zum geflügelten Wort. Chieko setzte sich auch für ein selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen ein und nahm dazu auch an der Planung städtebaulicher Maßnahmen teil.
Chieko starb 1993 im Alter von 64 Jahren.
Dem lebenslangen Einsatz Chiekos ist ein Suite für Chor mit Sprechtext gewidmet. Es trägt den Titel Heiwa no tabi e (平和の旅へ, etwa: Reise zum Frieden). Noch heute finden regelmäßig Gedenkveranstaltungen für Chieko Watanabe statt. Die Familie übergab 2016 mehr als 1000 Gegenstände und Schriftstücke aus Chiekos Besitz zur Erforschung und für eine Ausstellung an das Kultur- und Friedensinstitut Nagasaki (長崎総合科学大長崎平和文化研究所).
| Personendaten | |
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| NAME | Watanabe, Chieko |
| ALTERNATIVNAMEN | 渡辺千恵子 (japanisch) |
| KURZBESCHREIBUNG | japanische Friedensaktivistin und Hibakusha |
| GEBURTSDATUM | 5. September 1928 |
| GEBURTSORT | Nagasaki, Präfektur Nagasaki |
| STERBEDATUM | 13. März 1993 |