| Koreanische Schreibweise | |
|---|---|
| Koreanisches Alphabet: | 칠거지악 |
| Hanja: | 七去之惡 |
| Revidierte Romanisierung: | Chilgeojiak |
| McCune-Reischauer: | Chilgŏjiak |
Chilgeojiak (wörtlich: Sieben Schlechtigkeiten zum Verstoßen, sinngemäß auch: Sieben Scheidungsbedingungen) ist ein Moralkodex zur Scheidung von Ehefrauen in Korea. Die aus dem konfuzianischen Kanon stammenden Gründe regelten während der neokonfuzianischen Joseon-Dynastie die Scheidung und führten in Kombination mit dem Verbot zur Wiederverheiratung zu sozialen Problemen.
Die Gesellschaft der Joseon-Dynastie war durch und durch von der Morallehre des Konfuzianismus beeinflusst. Besonders die Oberschicht Yangban hielt an dieser Moral fest, die jedem Menschen sowohl Gebote als auch Verbote vorschreibt. Chilgeojiak waren Verbote, die von der männlichen Yangban-Gesellschaft sanktioniert wurden und die jede Ehefrau zu beachten hatte.
Die Sieben Sünden zum Verstoßen waren:
In drei bestimmten Fällen war das Verstoßen der Ehefrau untersagt, um die betroffene Frau vor einem zu harten Schicksal zu schützen:
Bis ins 20. Jahrhundert hinein litten Frauen unter der Ungleichheit, die diese Gebote ihnen auferlegten. Rechtlich unterstanden sie zunächst dem Vater, dann dem Ehemann, nach dessen Tod den Söhnen. In der Praxis bedeutete dies für sie häufig, dass sie dem Diktat der Schwiegereltern ausgesetzt waren.
1974 erschien ein südkoreanischer Kinofilm mit dem Titel Chilgeojiak. Der internationale Titel des Dramas war Seven Reasons for Divorce.