Chilomys

Chilomys
Systematik
Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha)
Überfamilie: Mäuseartige (Muroidea)
Familie: Wühler (Cricetidae)
Unterfamilie: Sigmodontinae
Tribus: Thomasomyini
Gattung: Chilomys
Wissenschaftlicher Name
Chilomys
Thomas, 1895

Chilomys ist eine sieben Arten umfassende Nagetiergattung aus der Familie der Wühler (Cricetidae), die in den nördlichen Anden vorkommt.

Merkmale

Chilomys-Arten sind relativ kleine Mäuse mit einer Kopf-Rumpf-Länge von ca. 8,5 Zentimeter und einem Gewicht von etwa 18 Gramm. Die Länge des Schwanzes liegt bei ca. 140 % der Kopf-Rumpf-Länge. Verglichen mit dem Rumpf ist der Kopf auffallend groß. Der Schädel ist etwa 2,3 Zentimeter lang. Die Augen sind von sehr kurzen, schwarzen Haaren umrandet. Die zahlreichen, schwarz und weiß gefärbten, etwas steifen Schnurrhaare sind mäßig lang; nach hinten gelegt reichen sie nicht über den hinteren Rand der Ohren hinaus. Diese sind mittelgroß und teilweise im Kopffell verborgen. Sie erscheinen kahl und sind rosa gefärbt, sind jedoch mit sehr kurzen Haaren bedeckt. Auch die Ober- und die Unterlippe sind mit kurzen Haaren bedeckt. Das Fell ist weich, glatt und dunkelgrau bis graubraun gefärbt. Das Bauchfell ist nicht heller als das Rückenfell. Die Hinterpfoten sind schmal und relativ lang. Ihre Oberseite ist ungewöhnlich schuppig und kaum behaart. Die Unterseite ist glatt und mit sechs deutlich ausgeprägten Ballen. Die Krallen sind mittelgroß, mäßig hakenförmig und an der Basis von weißlichen Haarbüscheln bedeckt.

Verbreitung

Chilomys-Arten kommen in den nördlichen Anden vom nördlichen Peru über Ecuador und Kolumbien bis ins nordwestliche Venezuela vor und leben dort in Bergwäldern und Páramowäldern in Höhen von 1100 bis 4050 Metern.

Systematik

Die Gattung Chilomys wurde 1897 durch den britischen Säugetierkundler Oldfield Thomas eingeführt, mit der 1895 durch ihn als Oryzomys instans beschriebenen Chilomys instans als einziger Art. 1912 beschrieb der US-amerikanischer Zoologe Wilfred Hudson Osgood eine zweite Art, Chilomys fumeus. Diese wurde jedoch meist als Synonym von Chilomys instans geführt und erst 2015 in einem Standardwerk zur südamerikanischen Nagetierfauna wieder als eigenständige Art anerkannt. 2022 wurden fünf weitere Arten beschrieben, die alle in den ecuadorianischen Anden vorkommen.

Arten

Zur Gattung Chilomys gehören sieben Arten:

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 Jorge Brito, Nicolás Tinoco, C. Miguel Pinto, Rubí García, Claudia Koch, Vincent Fernandez, Santiago Burneo and Ulyses F. J. Pardiñas. 2022. Unlocking Andean sigmodontine Diversity: Five New Species of Chilomys (Rodentia: Cricetidae) from the Montane Forests of Ecuador. PeerJ. 10:e13211. doi:10.7717/peerj.13211
  2. ↑ Oldfield Thomas (1897): Notes on some S.-American Muridae. The Annals And Magazine of Natural History series 6 19: 494–501. DOI: 10.1080/00222939708680568
  3. ↑ Oldfield Thomas (1895): Descriptions of four small mammals from South America, including one belonging to the peculiar marsupial genus ‘‘Hyracodon’’ Tomes. The Annals and Magazine of Natural History series 6 16: 367–370. DOI: 10.1080/00222939508680289
  4. ↑ W.H. Osgood (1912): Mammals from western Venezuela and eastern Colombia. Field Museum of Natural History, Zoological Series 10(5):33-66.
  5. ↑ J.L. Patton, U.F.J. Pardiñas und G. D'Elía (2015): Mammals of South America, Volume 2: Rodents. University of Chicago Press, Chicago, 1290 S.