China-Mittel-Ost-Europa-Gipfel

Die China-Mittel-Ost-Europa-Gipfel, ursprünglich auch 16+1-Gipfel genannt, von 2019 bis 2021 17+1-Gipfel, von 2021 bis 2022 wieder 16+1-Gipfel, und seit 2022 14+1-Gipfel sind jährlich stattfindende Treffen des chinesischen Ministerpräsidenten mit Vertretern mittel- und osteuropäischer Länder. Für letztere nahmen anfänglich deren Regierungschefs teil. Bei späteren Treffen und nachlassendem Interesse entsandte ein Teil der mittel- und osteuropäischen Länder nur noch protokollarisch niederrangige Minister. Die Gipfeltreffen sollen die geschäftlichen Beziehungen ausbauen und Investitionsmöglichkeiten für chinesische Unternehmen erschließen.

Diese Treffen finden im Rahmen der 2012 in Budapest gegründeten Kooperation zwischen China und mittel- und osteuropäischen Ländern (englisch Cooperation between China and Central and Eastern European Countries, verkürzt China-CEEC resp. 16+1 / 17+1 / 14+1) statt, einer Initiative der chinesischen Regierung.

Das 14+1-Sekretariat ist in Peking, dazu kommen „Nationalkoordinatoren“ („national coordinators“) in jedem der Partnerländer Mittel-/Osteuropas. Generalsekretär ist der stellvertretende chinesische Außenminister Qin Gang.

Teilnehmerstaaten

Bisherige und aktuelle Teilnehmerstaaten (Stand August 2022):

 Estland (Austritt 2022)
 Lettland (Austritt 2022)
 Litauen (Austritt 2021)
 Polen
 Tschechien
 Slowakei

 Ungarn
 Rumänien
 Bulgarien
 Slowenien
 Kroatien
 Bosnien und Herzegowina

 Serbien
 Montenegro
 Albanien
 Nordmazedonien
 Griechenland (Beitritt 2019)

Geschichte

Als Motiv Chinas für die strategische Partnerschaft mit den Mittel- und osteuropäische Ländern (MOEL) werden wirtschaftliche Gründe sowie die gemeinsame kommunistische Vergangenheit ins Treffen geführt. Insbesondere sollen dadurch jedoch Projekte gefördert werden, die im Zuge der 2013 von China ins Leben gerufenen „One Belt, One Road“-Strategie („Neue Seidenstraße“) dem Ausbau des Handels mit Europa dienen sollen. Seit 2012 besteht im chinesischen Außenministerium ein spezielles Sekretariat für die Kooperation mit der MOEL-Region.

Bereits 2011 fand ein mehrtägiges, bilaterales, Treffen zwischen dem ungarischen Premier Orban und dem chinesischen Premier Jiabao statt, bei dem Ungarn wirtschaftliche Unterstützung wie der Kauf von Staatsanleihen und Investitionen zugesichert wurden. Außerdem wurde wenig später die Übernahme des ungarischen Chemieunternehmens BorsodChem durch die chinesische Wanhua Industrial Group beschlossen.

17+1

16+1

14+1

Ergebnisse

Seit 2019 findet zweijährlich die Messe China-CEEC Expo in der Millionenstadt Ningbo statt. Unter den Ausstellern befinden sich 3000 europäische Unternehmen. Ningbo ist eine Made in China 2025-Pilotstadt.

Literatur

Artikel

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Andreas Ernst: China verliert an Einfluss in Mittel- und Osteuropa – die Plattform 17+1 schrumpft – Nach Litauen sind auch Estland und Lettland aus dem von Peking gesponserten 17+1-Format ausgetreten. Die damit verbundenen wirtschaftlichen Hoffnungen haben sich nicht erfüllt, NZZ 13. August 2022
  2. 1 2 3 Estland: Rückzug aus 17+1 auch wegen Chinas Haltung in Ukraine-Krieg. dpa/Handelsblatt, 12. August 2022.
  3. ↑ Andreas Mihm: Osteuropa zeigt China zunehmend die kalte Schulter. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23. August 2022, S. 16.
  4. 1 2 Ágnes Szunomár: Cooperation between China and Central and Eastern Europe: Promising Start, Doubtful Outlook. In: China-US Focus, 6. Dezember 2017 (englisch).
  5. ↑ ‘16+1’ mechanism set to bolster China-Europe ties. In: china-ceec.org, 10. Juli 2018 (englisch)
  6. ↑ Introduction of the Secretariat for Cooperation between China and Central and Eastern European Countries. In: china-ceec.org, 20. November 2013 (englisch)
  7. ↑ National Coordinators. In: china-ceec.org (englisch).
  8. ↑ Secretary General of the Secretariat for Cooperation between China and Central and Eastern European Countries. In: china-ceec.org, 2. Dezember 2015 (englisch).
  9. 1 2 3 4 China klopft an das östliche Tor Europas. In: frankfurt.china-consulate.org, 27. November 2013 (abgerufen am 4. Juli 2019).
  10. ↑ Premier Orban dankt Wen Jiabao für "historische Hilfe". In: Der Standard, 25. Juni 2011 (abgerufen am 4. Juli 2019).
  11. ↑ 15 osteuropäische Regierungschefs bei Wirtschaftsforum mit China. In: Pester Lloyd, 30. April 2012 (abgerufen am 4. Juli 2019).
  12. ↑ Polen: Staatsunternehmen erstmals an chinesischen Investor verkauft In: APA, 12. Januar 2012.
  13. ↑ Keno Verseck: Osteuropa huldigt Peking – und hofft auf Milliarden. In: Spiegel Online, 28. November 2017 (abgerufen am 4. Juli 2019).
  14. ↑ China und Rumänien wollen Wirtschaftskooperation verstärken. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im August 2026. Suche im Internet Archive) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.) In: Focus, 25. November 2013 (abgerufen am 4. Juli 2019).
  15. ↑ China sorgt für Goldgräberstimmung in Osteuropa. (Memento des Originals vom 4. Juli 2019 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. In: trend, 12. Dezember 2014 (abgerufen am 4. Juli 2019).
  16. 1 2 Eine Seidenstraße für Osteuropa. In: Zeit Online, 27. November 2015 (abgerufen am 4. Juli 2019).
  17. ↑ China trat europäischer Entwicklungsbank EBRD bei. In: Der Standard, 15. Dezember 2015 (abgerufen am 4. Juli 2019).
  18. ↑ China will in Mittel- und Osteuropa investieren. In: Der Standard, 6. November 2016 (abgerufen am 4. Juli 2019).
  19. ↑ China baut Autobahnen in Serbien. In: Wiener Zeitung, 27. November 2017 (abgerufen am 4. Juli 2019).
  20. ↑ Österreichische Militärische Zeitschrift, Ausgabe 04/2019, S. 510.
  21. ↑ Lithuania mulls leaving China's 17+1 forum, expanding links with Taiwan. 2. März 2021, abgerufen am 14. August 2021 (englisch).
  22. ↑ China-CEEC business ties win-win for both. China daily, 24. Mai 2025, abgerufen am 24. Mai 2025 (englisch).