Chionographis

Chionographis

Chionographis japonica

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Monokotyledonen
Ordnung: Lilienartige (Liliales)
Familie: Germergewächse (Melanthiaceae)
Tribus: Chionographideae
Gattung: Chionographis
Wissenschaftlicher Name
Chionographis
Maxim.

Chionographis ist eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Germergewächse (Melanthiaceae). Die etwa sechs Arten sind in Ostasien verbreitet.

Beschreibung

Illustration von Chionographis japonica aus Curtis’s Botanical Magazine, Volume 106, 1880
Blütenstand von Chionographis japonica

Erscheinungsbild und Blätter

Chionographis-Arten wachsen als immergrüne ausdauernde krautige Pflanzen. Diese Hemikryptophyten bilden als Überdauerungsorgane unterirdische, kurze, gedrungene Rhizome. Alle Pflanzenteile sind kahl.

Die in einer grundständigen Rosette angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die einfachen Blattspreiten sind spatelförmig bis elliptisch. Die Blattränder sind glatt oder winzig gewellt. Es liegt Parallelnervatur vor.

Blütenstände und Blüten

Je nach Art liegt Andropolygamie, manchmal Gynodiözie, selten Androdiözie vor oder meist sind alle Blüten zwittrig. Endständig auf mehr oder weniger langen, aufrechten, unverzweigten Blütenstandsschäften, die 3 bis 30 kleine, hochblattartige Blätter besitzen, stehen einfache, ährige Blütenstände, die viele Blüten enthalten. Es sind keine Trag- und Deckblätter vorhanden.

Die sitzenden, relativ kleinen, meist zygomorphen und dreizähligen Blüten sind eingeschlechtig oder zwittrig. Die sechs freien Blütenhüllblätter sind deutlich ungleich. Die oberen drei oder vier Blütenhüllblätter sind spatelförmig-linealisch bis fadenförmig und die unteren zwei oder drei sind viel kürzer oder fehlen. Es sind zwei Kreise mit je drei Staubblättern vorhanden. Die an der Basis der Blütenhüllblätter inserierten, untereinander freien Staubfäden sind sehr kurz. Die basifixen Staubbeutel sind fast-herzförmig-eiförmig bis fast kugelig und zeigen nach außen. Drei oberständige Fruchtblätter sind zu einem kugeligen, dreikammerigen Fruchtknoten verwachsen. Jede Fruchtknotenkammer enthält zwei Samenanlagen. Die drei freie, haltbare Griffel besitzen auf der Oberseite Narbengewebe.

Früchte und Samen

Es werden Kapselfrüchte gebildet. Die spindelförmigen Samen besitzen an einem Ende einen Flügel.

Chromosomenzahlen

Chionographis-Arten besitzen holozentrische Chromosomen. Die Chromosomenzahlen betragen bei Chionographis japonica und Chionographis koidzumiana var. koidzumiana 2n = 24, bei Chionographis koidzumiana var. kurohimensis 2n = 44 und bei Chionographis hisauchiana 2n = 42.

Systematik und Verbreitung

Die Gattung Chionographis wurde 1867 durch Karl Johann Maximowicz in Bulletin de l'Academie Imperiale des Sciences de St-Petersbourg, Band 11, S. 435 aufgestellt. Typusart ist Chionographis japonica (Willd.) Maxim. Chionographis Maxim. nom. cons. wurde nach den Regeln der ICBN (Vienna ICBN Art. 14.4 & App. III) konserviert gegenüber Siraitos Raf. nom. rej., ein Gattungsname, der bereits 1836 in Constantine S. Rafinesque-Schmaltz: Flora Telluriana Band 4, Seite 26 veröffentlicht wurde. Der Gattungsname Chionographis leitet sich von den griechischen Wörtern chion für „Schnee“ und graphis für „Pinsel“ ab; dies bezieht sich auf den Blütenstand und die Blütenhüllblätter (vergleiche Foto).

Die Gattung Chionographis gehört zur Tribus Chionographideae innerhalb der Familie Melanthiaceae. Die Tribus Chionographideae Nakai hatte früher auch den Rang einer Familie Chionographidaceae (Nakai) Takht. oder wurde in die Familie der Liliaceae eingeordnet. Einige Autoren stellen alle Arten dieser Gattung Chionographis zu Chamaelirium Willd.. Doch Kim et al. 2019 folgt dieser Eingliederung zur anderen Gattung nicht.

Die Gattung Chionographis kommt in China (zwei Arten), Korea (eine Art) und Japan (drei Arten) vor.

Es gibt sechs bis acht Chionographis-Arten:

Nutzung

Von Chionographis japonica werden die jungen oberirdischen, vegetativen Pflanzenteile gegessen.

Quellen

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Changkyun Kim, Sang-Chul Kim, Joo-Hwan Kim: Historical Biogeography of Melanthiaceae: A Case of Out-of-North America Through the Bering Land Bridge. In: Frontiers in Plant Science, Volume 10, 2019, S. 1–12. doi:10.3389/fpls.2019.00396
  2. 1 2 3 4 5 6 7 8 Chen Xinqi (陈心启), Minoru N. Tamura: In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China, Volume 24: Flagellariaceae through Marantaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2000, ISBN 0-915279-83-5. Chionographis, S. 88 – textgleich online wie gedrucktes Werk.
  3. ↑ N. Y. Tanaka, N. Tanaka: Chromosome studies in Chionographis (Liliaceae) II. Morphological characteristics of the somatic chromosomes of four Japanese members. In: Cytologia, Volume 44, 1979, S. 935–949.
  4. ↑ Karl Johann Maximowicz: Bulletin de l'Academie Imperiale des Sciences de St-Petersbourg, Band 11, 1867, S. 435. Erstveröffentlichung eingescannt bei biodiversitylibrary.org.
  5. ↑ Chionographis bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis, abgerufen am 4. April 2013.
  6. 1 2 Chionographis im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 4. April 2013.
  7. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 Chionographis. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science, abgerufen am 26. Oktober 2026.
  8. ↑ Noriyuki Tanaka: A synopsis of the genus Chamaelirium (Melanthiaceae) with a new infrageneric classification including Chionographis. In: Taiwania, Volume 62, Issue 2, 2017, S. 157‒167. doi:10.6165/tai.2017.62.157 PDF.
  9. ↑ Noriyuki Tanaka: New Status and Combinations for Japanese Taxa of Chionographis (Melanthiaceae). In: Novon, Volume 13, Issue 2, 2003, S. 212–215. doi:10.2307/3393523
  10. ↑ Yun-Feng Huang, Ri-Hong Jiang, Dong-Xin Nong, Wei-Bin Xu: Chionographis shiwandashanensis sp. nov. (Melanthiaceae) from southern Guangxi, China. In: Nordic Journal of Botany, Volume 29, Issue 5, 2011, S. 605–607.
  11. ↑ Chionographis japonica bei Plants For A Future, abgerufen am 4. April 2013.
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