Chiricahuia cavicola

Chiricahuia cavicola
Systematik
Unterordnung: Fliegen (Brachycera)
Familie: Raupenfliegen (Tachinidae)
Unterfamilie: Tachininae
Tribus: Ernestiini
Gattung: Chiricahuia
Art: Chiricahuia cavicola
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Chiricahuia
Townsend, 1918
Wissenschaftlicher Name der Art
Chiricahuia cavicola
Townsend, 1918

Chiricahuia cavicola ist ein Zweiflügler aus der Familie der Raupenfliegen (Tachinidae). Die Art wurde 1918 von dem US-amerikanischen Entomologen Charles Henry Tyler Townsend erstbeschrieben und der neu eingeführten Gattung Chiricahuia als Typusart zugewiesen.

Namensgebung

Das lateinische Art-Epitheton cavicola bedeutet „in Höhlen wohnend“. Der Gattungsname bezieht sich auf die Typlokalität, die Chiricahua Mountains im Südosten von Arizona. Dort, unweit des South Fork Cave Creek, fand Townsend am 4. August 1917 in einer Höhle auf einer Höhe von etwa 1670 m das Typusexemplar.

Taxonomie

Die monotypische Gattung Chiricahuia wird der Tribus Ernestiini innerhalb der Unterfamilie Tachininae zugeordnet.

Merkmale

Es handelt sich um 4–5 mm lange beborstete Fliegen.

Townsend (1918) beschrieb die neue Gattung anhand eines Weibchens wie folgt: Der Kopf ist im Profil fast doppelt so hoch wie lang, in der Vorderansicht fast so breit wie hoch. Die Augen sind verhältnismäßig klein, spärlich, aber deutlich behaart. Sie reichen etwa so weit nach unten wie die Fühlerspitzen oder bis auf etwa zwei Drittel der Strecke zu den Vibrissen. Der untere Kopfumriss ist abgerundet, nach unten gewölbt. Die Vibrissenlinie entspricht der Fühlerlinie. Der Clypeus ist breit, im Umriss eher länglich-oval, nach unten verbreitert, durchgehend in nahezu derselben Ebene liegend, in der oberen Hälfte schwach gekielt. Die Facialia sind weit voneinander entfernt, unten nur leicht nach innen gebogen, im untersten Drittel mit spärlichen, nach unten gerichteten Borsten. Die Vibrissen stehen weit auseinander und sind etwas länger als die unter ihnen befindlichen Borsten. Der Rüssel (Proboscis) ist sehr kurz, weniger als ein Drittel der Kopfhöhe lang. Die Taster reichen fast bis zum Ende des Rüssels. Sie sind mäßig kräftig und annähernd zylindrisch. Die Fühler sind weit oberhalb der Augenmitte eingelenkt und reichen kaum bis zur Hälfte der Strecke zum Mundrand. Das zweite Fühlerglied ist nur wenig verlängert, das dritte Fühlerglied ist etwa zweieinhalbmal so lang wie das zweite und von gleichmäßiger Breite. Die Arista (Fühlerborste) ist nackt, deren Basalglieder kurz. Der Ansatzpunkt ist etwa auf halber Höhe des dritten Fühlergliedes. Die Stirn ist sehr breit und nimmt am Scheitel fast die halbe Kopfbreite ein. Sie ist nach vorn verbreitert und kaum so lang wie ihre durchschnittliche Breite. Die Parafrontalia sind im Durchschnitt etwas breiter als die Frontalia und nach hinten verschmälert. Die Stirnborsten reichen bis zur Basis des dritten Fühlergliedes hinab. Die äußeren Vertikalborsten sind gut entwickelt und stark nach außen und etwas nach vorn gerichtet. Drei nach vorn gerichtete (prokline) Fronto-Orbitalborsten sind vorhanden. Die hinterste ist eher nach außen gerichtet und entspricht dem gewöhnlichen, nach hinten gerichteten (reklinen) Paar. Eine sehr kleine Borste befindet sich zwischen den beiden vorderen, außerdem einige Mikrochaeten weiter außen. Die Frontalia sind hinten in schmale, divergierende Zacken ausgezogen. Der Ocellenbereich nimmt die Hälfte deren Länge ein. Ocellarborsten sind vorhanden und nach vorn gerichtet. Die Parafacialia sind ziemlich breit, im Durchschnitt etwa ein Drittel der Clypeusbreite. Entlang des Vorderrandes befindet sich eine Reihe nach unten gerichteter Borsten, die in der unteren Hälfte durch eine kurze, dahinterliegende Reihe nahe dem unteren Augenende ergänzt wird. Die Wangen sind fast so breit wie die Augenlänge und annähernd so breit wie der Abstand der Vibrissen voneinander. Das Hinterhaupt (Occiput) ist hinter den Augen breit vorgewölbt. Hinterhaupt und Wangen sind spärlich mit kurzen Borsten besetzt. Es sind zwei Sternopleuralborsten und drei Postsuturalborsten vorhanden. Vier Paare von Randborsten befinden sich am Scutellum (Schildchen), wobei das apikale Paar am längsten ist. Ein Costaldorn fehlt. Die dritte Längsader ist etwa auf der Hälfte ihrer Länge borstig behaart, die übrigen Adern sind kahl. Die Apikalzelle ist schmal, im distalen Drittel verengt, offen, an der Flügelspitze mündend. Die vierte Längsader ist nur leicht geschwungen. Die dritte Längsader ist distal stark nach hinten gekrümmt. Die hintere Querader ist gerade, näher an der kleinen Querader als am Cubitus gelegen. Die Tegulae sind kleiner als durchschnittlich. Die Beine sind kurz. Die Vordertarsen sind nur wenig breiter als die übrigen. Der Hinterleib besteht aus vier Segmenten, wobei die beiden hinteren Segmente etwas länger sind als die beiden vorderen. Sie sind ohne Makrochaeten. Sie sind nur mit borstigen Haaren besetzt, die am Analsegment etwas länger und aufrechter stehen.

Townsend (1918) beschrieb die neue Art wie folgt: Die Fliegen haben eine zitronengelbe Grundfärbung. Hinterleib, Mesoscutum (Rückenplatte), Scutellum, Tibien und Tarsi sind braun. Pleuren, Fühler und Taster sind hell rötlich-gelb. Die Frontalia sind bräunlich-rötlich-gelb. Die Ptilinalnaht ist auffällig braun. Die Flügeladern sind gelb. Eine kleine, schwache Trübung befindet sich am Stigma. Die hintere Querader ist auffällig getrübt, ebenso die zweite, dritte und vierte Ader gleichmäßig im apikalen Fünftel des Flügels. Die Tegulae sind weiß. Bei einem bestimmten Lichteinfall erscheinen Hinterleib und Scutellum gelb, das Mesoscutum glänzend schwarz.

Verbreitung

Chiricahuia cavicola kommt im Südwesten der Vereinigten Staaten und offenbar auch in Mexiko vor.

Lebensweise

Chiricahuia cavicola ist ein Endoparasitoid. Wirte sind offenbar noch unbekannt.

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 C. H. T. Townsend: A new muscoid genus from the Chiricahua Mountains, Arizona (Dip.). In: Entomological News, and Proceedings of the Entomological Section of the Academy of Natural Sciences of Philadelphia 29. 1918, S. 177–178, abgerufen am 19. September 2026 (englisch).
  2. 1 2 3 James E. O’Hara, Shannon J. Henderson, D. Monty Wood: Preliminary Checklist of the Tachinidae (Diptera) of the World – Version 2.1. (PDF; 10,4 MB) 2020, abgerufen am 19. September 2026 (englisch).
  3. ↑ Genus Chiricahuia Townsend, 1918. In: Taxonomic and Host Catalogue of the Tachinidae of America North of Mexico. Tachinidae Resources, abgerufen am 19. September 2026 (englisch).
  4. ↑ Chiricahuia cavicola Townsend, 1918. In: TachImage Gallery. Tachinidae Resources (www.uoguelph.ca), abgerufen am 19. September 2026 (englisch, Fotos von Chiricahuia cavicola ♂).