Chloriridovirus ist eine Gattung von Riesenviren (Nucleocytoviricota, NCLDVs) aus der Familie der Iridoviridae, Unterfamilien Betairidovirinae.
Die natürlichen Wirte sind Insekten aus der Ordnung der Zweiflügler (Diptera) mit aquatischemLarvenstadium, hauptsächlich Stechfliegen, Schmetterlinge und Heuschrecken (Heuschrecken).
Das erstbeschriebene Virus dieser Gattung ist das Invertebrate iridescent virus 3 (IIV-3). Mit Viren dieser Gattung infizierte Insektenlarven sind allgemein an verschiedenen schillernden Farben – meist einem gelbgrünen Irisieren – unter der Epidermis erkennbar. Frühe Stadien der Mückenlarven sind für Infektionen am anfälligsten.
Die Sterberaten sind im vierten Larvenstadium (L4) am höchsten.
Der Name leitet sich vom gewöhnlich gelbgrünen Irisieren der infizierten Mückenlarven ab: altgriechischχλωρόςchlōrós, deutsch ‚hellgrün‘, ‚frisch‘ und englischiridescent‚irisierend, schillernd‘ bzw. der Gottheit Iris (altgriechischἾρις) aus der griechischen Mythologie, Personifikation des Regenbogens.
Aufbau
Die Viruspartikel (Virionen) der Gattung Chloriridovirus sind umhüllt und haben ikosaedrische und polyedrische Geometrie mit T=189–217-Symmetrie. Der Durchmesser liegt bei 18nm.
Genom
Das Genom ist unsegmentiert und linear mit einer Länge von etwa 135kb. Es kodiert 126 Proteine.
Beim Invertebrate iridescent virus 3 (IIV3) beträgt die Genomlänge 191.100bp und es werden vorhergesagt 126 Proteinekodiert bei einem GC-Gehalt von 48%.
Beim Wiseana iridescent virus (WiV) beträgt die Genomlänge 205.791bp, es werden vorhergesagt 193 Proteine kodiert, und der GC-Gehalt liegt bei 31%.
Vermehrungszyklus
Die Replikation der Viren ist nukleozytoplasmatisch (Zugehörigkeit zur Gruppe der NCLDV).
Der Eintritt in die Wirtszelle geschieht wie bei der Gattung Iridovirus durch Anlagerung der viralen Proteine an Rezeptoren auf der Oberfläche der Wirtszelle, wodurch eine Endozytose bewirkt wird.
Die Replikation folgt ebenfalls dem DNA-Strang-Verdrängungsmodell (englischDNA strand displacement model).
Systematik
Die Systematik der Gattung Chloriridovirus ist mit Stand Mai 2024 nach ICTV wie folgt:
123ICTV:Iridoviridae.In:ICTV Online (10th) Report.Abgerufen im 1.Januar 1(englisch).
↑James J. Becnel:Current status of Deltabaculoviruses, Cypoviruses and Chloriridoviruses pathogenic for mosquitoes. In: Virologica Sinica. Band22, Nr.2, 16.Januar 2008, S.117–127, doi:10.1007/s12250-007-0013-4 (englisch).
↑Dawn B. Willis:Molecular Biology of Iridoviruses. Hrsg.: Darai Gholamreza. Springer Verlag, 1990, ISBN 978-1-4612-8893-0, Taxonomy of Iridoviruses, S.1–12.
↑Julien Andreani, Jonathan Verneau, Didier Raoult, Anthony Levasseurn Bernard La Scola: Deciphering viral presences: two novel partial giant viruses detected in marine metagenome and in a mine drainage metagenome. In: Virology Journal, Band 15, Nr.66, 10. April 2018; doi:10.1186/s12985-018-0976-9 (englisch).
↑Julien Andreani, Jacques Y.B. Khalil, Emeline Baptiste, Issam Hasni, Caroline Michelle, Didier Raoult, Anthony Levasseur, Bernard La Scola: Orpheovirus IHUMI-LCC2: A New Virus among the Giant Viruses. In: Front. Microbiol., 22. Januar 2018; doi:10.3389/fmicb.2017.02643 (englisch).
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Yang Liu, Bich Ngoc Tran, Fan Wang, Puey Ounjai, Jinlu Wu, Choy L. Hew: Visualization of Assembly Intermediates and Budding Vacuoles of Singapore Grouper Iridovirus in Grouper Embryonic Cells. In: Sci Rep, Band 6, Nr.18696, 4. Januar 2016; doi:10.1038/srep18696 (englisch).