Chlorfluorid

Strukturformel
Strukturformel von Chlorfluorid
Allgemeines
Name Chlorfluorid
Andere Namen

Chlormonofluorid

Summenformel ClF
Kurzbeschreibung

farbloses Gas

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 7790-89-8
EG-Nummer 232-229-9
ECHA-InfoCard 100.029.300
PubChem 123266
Wikidata Q417146
Eigenschaften
Molare Masse 54,451 g·mol−1
Aggregatzustand

gasförmig

Dichte
  • 2,23 g·l−1 (Gas bei 25 °C)
  • 1,62 g·cm−3 (Flüssigk. bei −100 °C)
Schmelzpunkt

−155,6 °C

Siedepunkt

−101,1 °C

Löslichkeit

heftige Reaktion mit Wasser

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 270​‐​314​‐​330​‐​335
P: ?
Thermodynamische Eigenschaften
ΔHf0

−50 kJ/mol (Gas)

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Chlorfluorid ist eine Interhalogenverbindung, die aus den Elementen Chlor und Fluor besteht. Wie die meisten Interhalogene und alle Chlorfluoride ist sie extrem reaktiv. Entdeckt wurde sie 1928 von Otto Ruff.

Gewinnung und Darstellung

Chlorfluorid kann hergestellt werden, indem man ein Gemisch von elementaren Chlor und Fluor in Anwesenheit von Kupferspänen auf 250 °C erhitzt.

Ebenfalls möglich ist die Darstellung durch Reaktion von Chlortrifluorid mit Chlor.

Eigenschaften und Verwendung

Als Feststoff und Gas ist Chlorfluorid farblos, als Flüssigkeit besitzt es eine fahlgelbe Farbe. Mit Wasser, Metallen und vielen organischen Verbindungen reagiert es stürmisch unter Feuererscheinung; Glas greift es unter Bildung explosiver Chloroxide an. Chlorfluorid kann als mittelstarkes Fluorierungsreagens eingesetzt werden.

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 A. F. Holleman, E. Wiberg, N. Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 101. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin 1995, ISBN 3-11-012641-9, S. 466.
  2. 1 2 3 Mary Lide, David R. Lide: CRC Handbook of Chemistry and Physics. 87. Ausgabe, CRC Press, 1998, ISBN 978-0-84930594-8, S. 4–58.
  3. 1 2 J. E. Macintyre, F. M. Daniel, V. M. Stirling: Dictionary of inorganic compounds. CRC Press, 1992, ISBN 978-0-41230120-9, S. 2829.
  4. 1 2 Datenblatt von Synquest Laboratories, abgerufen am 27. April 2026.
  5. ↑ Erwin Riedel, Christoph Janiak: Anorganische Chemie. 9. Auflage. Walter de Gruyter GmbH, Berlin 2015, ISBN 978-3-11-035526-0, S. 431.
  6. ↑ Eintrag zu Chlorfluoride. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 26. Mai 2014.
  7. ↑ Georg Brauer (Hrsg.), unter Mitarbeit von Marianne Baudler u. a.: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearbeitete Auflage. Band I, Ferdinand Enke, Stuttgart 1975, ISBN 3-432-02328-6, S. 166.
  8. ↑ Wissenschaft-Online-Lexika: Eintrag zu Chlorfluoride im Lexikon der Chemie; abgerufen am 4. Juni 2009.