Cholmerländer

Karte des ehemaligen deutschen Siedlungsgebietes im Lubliner-Cholmerland, Kurt Lück, 1933

Die Cholmerländer waren eine deutsche Bevölkerungsgruppe, die etwa 120 Jahre lang im östlichen Zentralpolen in der Region um die Stadt Cholm lebten (diese Region wurde auch als Cholmer Land bezeichnet).

Geschichte

Nach der Ersten Polnischen Teilung kam ein Teil des polnischen Chełmer Lands der Woiwodschaft Ruthenien sowie ein Teil der Woiwodschaft Bełz mit Tomaszów und Hrubieszów an die Habsburger. Maria Theresia hatte schon um 1774 in Zamość die ersten Handwerker aus deutschsprachigen Gebieten ansiedeln lassen. Es entstanden im 1783 gegründeten Zamoscer Kreis einige deutsche Kolonien im Zuge der Josephinischen Kolonisation (z. B. über 90 Familien in 9 Ortschaften des Zamośćer Familienfideikommiss).

Die Volksgruppe bildete sich ab etwa 1820, als deutschstämmige Siedler in das 32.000 Quadratkilometer umfassende Gebiet einwanderten. Die Protestanten verstärkten die im Jahr 1784 gegründete Pfarrgemeinde in Lublin sowie die neuen Gemeinden in Chełm (gegründet 1875), Cyców (1925) und Kamień – im Jahr 1937 wurde sogar eine Diözese von Lublin der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen ausgegliedert. Im Jahr 1921 deklarierten sich insgesamt 10.933 Einwohner der Woiwodschaft Lublin als deutscher Nationalität. 1940 verließen sie es wieder bei ihrer Umsiedlung in das Deutsche Reich im Rahmen des Hitler-Stalin-Paktes. Sie wurden größtenteils im Wartheland wieder angesiedelt.

Dörfer mit einem ehemals hohen Anteil deutschsprachiger Bewohner im Cholmer Land

Kreis Chełm

Kreis Hrubieszów

Kreis Lubartow

Kreis Lublin

Kreis Łuków

Kreis Radzyń

Kreis Włodawa

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Karte der historischen Landschaften in der Woiwodschaft Lublin
  2. ↑ Ryszard Orłowski: Koloniści rolnicy w Ordynacji Zamojskiej w końcu XVIII wieku, 1957 (polnisch)
  3. ↑ Katarzyna Wójcik: Mniejszość niemiecka na Lubelszczyźnie w latach 1914–1918, Chełm, 2007 (polnisch)
  4. ↑ Główny Urząd Statystyczny: Skorowidz miejscowości Rzeczypospolitej Polskiej. Tom IV. Województwo lubelskie. Warszawa 1924, S. 10 [PDF: 27] (polnisch, PDF-Seite 27).