Chorzów

Chorzów
Wappen von Chorzów
Wappen von Chorzów
Chorzów (Polen)
Chorzów (Polen)
Chorzów
Basisdaten
Staat: Polen Polen
Woiwodschaft: Schlesien
Powiat: Kreisfreie Stadt
Fläche: 34,00 km²
Geographische Lage: 50° 18′ N, 18° 57′ OKoordinaten: 50° 18′ 0″ N, 18° 57′ 0″ O
Einwohner: 100.593
(1. Jan. 2024)
Postleitzahl: 41-500 bis 41-516
Telefonvorwahl: (+48) 32
Kfz-Kennzeichen: SH
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Krakau–Breslau
Eisenbahn: Katowice–Gliwice
Chorzów–Bytom
Nächster int. Flughafen: Katowice
Gmina
Gminatyp: Großstadt
Einwohner: 100.593
(1. Jan. 2024)
Gemeindenummer (GUS): 2463011
Verwaltung (Stand: 2024)
Stadtpräsident: Szymon Michałek
Adresse: Rynek 1
41-500 Chorzów
Webpräsenz: www.chorzow.um.gov.pl
Rathaus
Barbarakirche
Laurentiuskirche am Redenberge
Hauptpostgebäude

Chorzów [ˈxɔʒuf; Ausspracheⓘ/?], deutsch: Königshütte (1922–1934 Królewska Huta), ist eine kreisfreie Großstadt in der Woiwodschaft Schlesien in Polen.

Geographie

Die Industriestadt liegt im Oberschlesischen Industriegebiet, etwa sieben Kilometer nordwestlich von Katowice (Kattowitz) und sieben Kilometer südöstlich von Bytom (Beuthen). Geologisch liegt die Stadt im Oberschlesischen Steinkohlebecken, welches das gesamte Oberschlesische Industriegebiet und das Rybniker Kohlenrevier umfasst.

Stadtgliederung

1939 wurde die Stadt in sechs Bezirke geteilt, die heute nur noch historische Bedeutung haben:

Seit der Verabschiedung des neuen Statuts der Stadt Chorzów im Jahr 2009 gibt es die mehrfach geänderte Einteilung in Stadtbezirke nicht mehr. Ebenfalls 2009 wurde Maciejkowice als einziger separater Stadtteil gegründet.

Geschichte

Gründung der Hütte und der Stadt

Eisenwalzwerk in Königshütte von Adolph von Menzel
Außenansicht der Königshütte aus dem Jahre 1842

1797 wurde die namensgebende Königshütte als preußisches Staatsunternehmen gegründet. Sie war eines der ersten mit Dampfkraft betriebenen Hüttenwerke auf dem europäischen Kontinent. Ein 1802 angestochener Hochofen war damals der größte Europas. 1871 wurde der Betrieb Teil der Vereinigten Königs- und Laurahütte. Adolph von Menzel reiste 1875 nach Königshütte, um Studien für sein Gemälde Eisenwalzwerk (Moderne Cyklopen) zu betreiben.

Die Stadtgemeinde Königshütte im Kreis Beuthen war zum 17. Juli 1868 aus dem Gutsbezirk Königshütte, Hüttenwerk, Kolonie Erdmannswille, Charlottenhof und aus Teilen der Landgemeinde Chorzow und der Gutsbezirke Ober-Heiduk, Mittel-Lagiewnik, Ober-Lagiewnik und Schwientochlowitz als „Stadt Königshütte i. P.“ (in Preußen) gegründet worden. Die Veröffentlichung des königlichen Dekrets zur Stadterhebung durch den Oberpräsidenten der Provinz Schlesien erfolgte am 17. April 1869. Zum ersten kommissarischen Bürgermeister der neugegründeten Stadt wurde am 9. März 1869 der Bürgermeister a. D. Lange aus Bernau berufen und zu seinem ordentlichen Nachfolger wurde ein Jahr später der Gerichtsassessor Goetz.

Seit dem 20. Juni 1884 galt der Name Königshütte Ober-Schlesien oder Königshütte O.S. (inoffiziell „Königshütte O/S.“, häufig auch abgekürzt „Kgsh. O/S.“). Mit dem 1. April 1898 erhielt Königshütte O.S. den Status eines Stadtkreises und schied damit aus dem Landkreis Beuthen aus.

Abstimmung und Anschluss an Polen

Bei der Volksabstimmung in Oberschlesien am 20. März 1921 stimmten in Königshütte O.S. 31.864 Wahlberechtigte (74,5 Prozent) für einen Verbleib bei Deutschland und 10.764 Wahlberechtigte (25,2 Prozent) für eine Abtretung an Polen. Die Wahlbeteiligung betrug 97,1 Prozent, es wurden 130 ungültige Stimmen (0,3 Prozent) gezählt.

Weil es aber im stadtumgebenden Landkreis Kattowitz eine Stimmenmehrheit für den Anschluss an Polen gab, wurde am 19. Juni 1922 die Stadt Königshütte O.S. zusammen mit dem Landkreis Kattowitz an Polen abgetreten, weil sie sonst zu einer deutschen Exklave in Polen geworden wäre. Königshütte O.S. erhielt nunmehr eine übliche polnische Übersetzung des deutschen Namens: Królewska Huta. Im Stadtrat hielt sich beinahe die gesamte Zeit bis 1939 eine deutsche Mehrheit.

Am 1. Juli 1934 wurden die Landgemeinde Chorzów (Chorzow) mit Maciejkowice (Maczeikowitz) sowie die Gemeinde Nowe Hajduki (Neu-Heiduk) der Stadt Królewska Huta einverleibt, die gleichzeitig den neuen Namen Chorzów annahm. Die ehemalige Gemeinde Chorzów hieß seitdem als Stadtteil Chorzów Stary (übersetzt ‚Alt-Chorzow‘). Mit dem 1. April 1939 wurde das Stadtgebiet durch die Eingliederung der Landgemeinden Wielkie Hajduki (Bismarckhütte), Kochłowice (Kochlowitz, teilweise) und Świętochłowice (Schwientochlowitz, teilweise) weiter vergrößert. Die ehemalige Gemeinde Wielkie Hajduki (auch: Hajduki Wielkie) mit angeschlossenen Bereichen hieß als Stadtteil Chorzów Batory.

Zweiter Weltkrieg

Im September 1939 kam die Stadt durch den Überfall auf Polen („Polenfeldzug“, „Kampania wrześniowa“) zu Deutschland. Seit dem 26. Oktober 1939 gehörte Chorzów – jetzt wieder Königshütte (ohne den Zusatz „O.S.“) genannt – als Stadtkreis zum Regierungsbezirk Kattowitz in der preußischen Provinz Schlesien, ab 1941 in der Provinz Oberschlesien. Nach dem Einmarsch der Wehrmacht 1939 wurden viele Polen ins Generalgouvernement verdrängt und der frei werdende Wohnraum wurde bis Ende 1944 durch zuwandernde Deutsche belegt (s. Lebensraum im Osten), dazu kamen seit 1943 Evakuierte aus westdeutschen von Bombenangriffen betroffenen Großstädten und sogenannte Volksdeutsche aus Südosteuropa.

Außerdem mussten Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge für die zur Front berufenen Deutschen in den Industriebetrieben arbeiten. In Königshütte befanden sich mindestens zwei Nebenlager des KZ Auschwitz und fünf Arbeitslager, darunter sogenannte Polenlager und Arbeitslager für jüdische Bürger. Auch aus Chorzów wurden ab 1939 Juden von den deutschen Behörden in Zwangsarbeits- oder Vernichtungslager deportiert. Am 27. Januar 1945 wurde die Stadt von der Roten Armee unzerstört eingenommen; da Flucht verboten war, blieben große Teile der Bevölkerung in der Stadt. Der deutsche Bevölkerungsteil wurde teilweise in die Sowjetunion verschleppt oder von den polnischen Behörden über die Oder-Neiße-Linie vertrieben. Dies wurde aber nicht so streng gehandhabt wie in anderen ehemaligen Teilen des Deutschen Reiches östlich von Oder und Neiße. Dringend benötigte qualifizierte Arbeiter erhielten ein Bleiberecht oder wurden zum Verbleib gezwungen.

Nachkriegszeit

Bis Ende 1945 erklärten sich 41.000 Königshütter dem polnischen Staat gegenüber loyal. Außerdem wanderten Menschen aus Zentralpolen und den ehemaligen polnischen Ostgebieten, die an die Sowjetunion gefallen waren, nach Königshütte ein. Erst in den Jahren 1956–1958 kam es zu einer verstärkten Auswanderung der deutschen Bevölkerung in die Bundesrepublik Deutschland. Nach dem Warschauer Vertrag 1970 folgte eine zweite Ausreisewelle. Auch heute noch wohnen in der Stadt Angehörige der Deutschen Minderheit in Polen.

Im Jahr 1955 wurde das Schlesische Planetarium in der Stadt errichtet.

Die Stadt hat wie die ganze Region um Kattowitz mit den Folgen des seit 1989 anhaltenden Strukturwandels (Niedergang von Steinkohlebergbau und Schwerindustrie) sowie Arbeitslosigkeit und Umweltverschmutzung zu kämpfen.

Am 29. Januar 2006 stürzte gegen 17.15 Uhr das Dach einer Messehalle ein. Zur Zeit des Unglücks besuchten etwa 700 Menschen eine jährlich mehr als 12.000 Besucher anziehende Taubenzüchterausstellung. Das Unglück kostete 65 Menschen das Leben, weitere 160 Menschen wurden verletzt aus den Trümmern geborgen.

Demographie

Bevölkerungsentwicklung bis 1921
Jahr Einwohnerzahl Anmerkungen
1816443
1825660davon 292 Katholiken
1840778davon 211 Evangelische, 567 Katholiken
1855779
18611076davon 260 Evangelische, 808 Katholiken, acht Juden
18624495
186711.013am 3. Dezember
187119.546darunter 1800 Evangelische, 250 Juden; nach anderen Angaben 19.536 Einwohner (am 1. Dezember), davon 2624 Evangelische, 16.268 Katholiken, 644 Juden
188027.522
188532.072
189036.502davon 4354 Evangelische, 31.316 Katholiken, 830 Juden
190057.919 davon 6665 Evangelische, 50.317 Katholiken, 925 Juden (25.256 Personen mit polnischer Muttersprache)
191072.641am 1. Dezember, davon 8306 Evangelische, 54.839 Katholiken, 894 Juden, 24 Sonstige (39.276 mit deutscher, 24.687 mit polnischer Muttersprache, 8366 Einwohner sprechen Deutsch und eine andere Sprache); nach anderen Angaben davon 8573 Evangelische, 63.143 Katholiken
Anzahl Einwohner seit 1922
Jahr Einwohner
1934 81.000
1939 110.000
1946 110.000
1955 141.363
1977 156.600
1997 123.045
2007 113.469

Politik

Stadtpräsidenten

An der Spitze der Stadtverwaltung steht ein Stadtpräsident. Seit 2010 war dies Andrzej Kotala (PO), der 2024 von Szymon Michałek, der mit seinem eigenen Wahlkomitee antrat, abgelöst wurde. Die turnusmäßige Wahl 2024 brachte folgendes Ergebnis:

Damit setzte sich Michałek bereits im ersten Wahlgang gegen Amtsinhaber Kotala durch und wurde zum neuen Stadtpräsidenten gewählt.

Die turnusmäßige Wahl 2018 brachte folgendes Ergebnis:

Damit wurde Kotala bereits im ersten Wahlgang wiedergewählt.

Stadtrat

Der Stadtrat besteht aus 23 Mitgliedern (bis 2024: 25) und wird direkt gewählt. Die Stadtratswahl 2024 führte zu folgendem Ergebnis:

Die Stadtratswahl 2018 führte zu folgendem Ergebnis:

Wirtschaft

Industrie

Die alten Betriebe des Kohlebergbaus und der Schwerindustrie wurden teilweise geschlossen. Bis heute tätig sind Zakłady Azotowe (das privatisierte Stahlwerk Batory) und das moderne Heizkraftwerk ELCHO Chorzów. Alstom Konstal ist hauptsächlich spezialisiert auf Schienenfahrzeugbau. Durch die Verringerung der Schwerindustrie und den Einsatz moderner Technologien ging die Emission von klimaschädlichen Stoffen erheblich zurück.

Handel

Das erste moderne Handelsgebäude in Królewska Huta war die Markthalle, die am 15. August 1905 auf dem Marktplatz an der nach dem benachbarten Beuthen führenden Hauptstraße in Betrieb genommen wurde. Es war die erste Markthalle in Schlesien. Mittlerweile sind in der nachindustriellen Zeit kleine und mittlere Unternehmen nachgekommen, hauptsächlich im Dienstleistungs- und Handelssektor.

Verkehr

Straßenbahn

Im ÖPNV besteht eine Anbindung an das Netz der Oberschlesischen Straßenbahn. Insgesamt durchfahren das Stadtgebiet elf verschiedene Straßenbahnlinien, die Verbindungen führen nach Katowice (Kattowitz) oder Bytom (Beuthen O.S.) oder Ruda Śląska (Ruda O.S.).

Autobusse

Insgesamt gibt es rund 30 lokale, regionale und überregionale Buslinien, darunter die Expressbusse auf der Strecke Katowice – Gliwice. Die meisten Busse halten rund um den Marktplatz. Internationale Buslinien fahren von der Haltestelle am Powstańców-Śląskich-Platz ab.

Fahrräder

Im Jahr 2010 hatte Chorzów 11 Kilometer Fahrradwege. Am 11. Oktober 2018 startete ein Stadtradsystem mit 150 Leihrädern an 15 Stationen in allen Stadtteilen. Geplant sind insgesamt 460 Fahrräder. Die Fahrräder können nach einer Online-Registrierung gegen eine Gebühr genutzt werden.

Schiene

Es gibt drei Bahnhöfe: Chorzów Batory, Chorzów Miasto und Chorzów Stary. Chorzów Batory liegt auf der Strecke Katowice – Gliwice. Chorzów Miasto und Chorzów Stary liegen auf der Strecke: Katowice – Chorzów Batory – Bytom – Lubliniec. Im Bahnhof Chorzów Batory zweigt die Bahnstrecke Chorzów–Tczew von der Bahnstrecke Katowice–Legnica ab und führt dann über die Bahnhöfe Chorzów Miasto und Chorzów Stary.

Schlesischer Vergnügungspark
Eingang zum Zoo (aus dem Neuen Schloss Neudeck)

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Kirchen

Öffentliche Gebäude

Denkmäler

Das Reden-Denkmal stellt den preußischen Berghauptmann und Minister Friedrich Wilhelm von Reden dar. Das ursprüngliche Denkmal von Theodor Kalide hatte die Form einer Bronzestatue auf einem Sockel. Das am 29. August 1853 enthüllte Denkmal erinnerte an die Industrie, die zur Entwicklung Oberschlesiens beigetragen hat. Ursprünglich befand es sich auf dem Berg Reden in Królewska Huta. 1939 wurde es zerstört und nach der Renovierung 1940 auf dem Berg wieder enthüllt. 1945 wurde es erneut beschädigt. Im Jahr 2002 wurde das Denkmal auf dem Plac Hutników in Chorzów enthüllt, nachdem es vom polnischen Bildhauer August Dyrda rekonstruiert worden war.

Industrieanlagen

Theater

Wohnhäuser und Bürgerhäuser

Parkanlagen

Museen

Sport

Vor dem Ersten Weltkrieg

Logo des MTV Königshütte

Die Anfänge reichen bis ins Jahr 1862, als der erste Turnverein, der spätere Männerturnverein (MTV) am 10. Juli vom Hüttenmaschinenmeister Angele gegründet wurde. Erster Vorsitzender wurde der Zimmermeister Carlitzek. Zuerst turnte der Verein in einem Saal des Hotels Wandel in der Kattowitzer Straße, um am 13. Juli 1895 eine eigene neugebaute Turnhalle mit einem Leichtathletik- und Ballspielplatz in der Parkstraße zu beziehen. Am 22. August 1875 fand in der Stadt das 1. oberschlesische Gauturnfest mit über 200 Teilnehmern statt. Zum Vorstand des Vereins gehörten der Fabrikbesitzer Paul Sonsalla und der Kassenrendant Czajor.

Im Jahr 1891 begann der Lehrer Alker mit seinen Schülern in der Schule Nr. 7., die im Arbeiterviertel lag, mit täglichen Übungen auf dem Schulhof. Drei Jahre später wurde in der städtischen Schuldeputation das Jugendspiel als Teil des Turnunterrichts in den Schulen beschlossen. Im Laufe der Zeit wuchs der Anteil der Schüler und Lehrer, die daran Anteil nahmen, sowohl während des Unterrichts als auch danach. Um das Jugendspiel noch bekannter zu machen, wurden alljährlich im städtischen Park auf dem Redenberg unter reger Beteiligung des Publikums Spielfeste abgehalten. Der 1. Bürgermeister Herr Stolle und die Schulaufsichtsbehörde unterstützten diese Entwicklung. Dies führte schließlich im Jahr 1901 zur Gründung des ersten Sportvereins, unter dem Namen Spielvereinigung 1901 Königshütte. Zu den Sportarten, die vom Anfang an betrieben wurden, gehörten Faustball, Trommelball, Schlagball und Wandern. Später, vor dem Jahr 1912, kam Fußball hinzu. Als Leiter betätigte sich der Lehrer Pompa. Da dieser Verein keinen eigenen Sportplatz besaß, vereinigte er sich im Dezember 1923 mit dem 1908 gegründeten SC 08.

Am 22. August 1910 entstand offenbar als eine Abspaltung des MTV der bekannteste Königshütter Klub, der Verein für Rasenspiele (VfR). Zu seiner Gründung trug maßgeblich ein Mitglied des MTV, der Österreicher Kurt Pallavicini, bei. Der Grund dafür dürfte das Fehlen einer Fußballabteilung beim MTV gewesen sein. Die Vereinsfarben des VfR waren „Rot-Schwarz“; der Spielplatz lag zwischen der Hummerei- und der Annenstraße. Erster Vorsitzender wurde der Rechnungsführer Ganz. Außer der Fußball- bestand seit der Gründung eine Tennis- und Leichtathletik-Abteilung.

Jahre 1914–1918

Während des Ersten Weltkrieges ruhte weitgehend der gesamte Sportbetrieb.

Zwischen den Weltkriegen

Um am Spielbetrieb teilnehmen zu dürfen, mussten nach der Angliederung Ostoberschlesiens, darunter der Stadt Königshütte an Polen im Jahr 1922, die deutschen Vereine polonisiert werden. Dies geschah durch Namensänderung, Austausch der deutschen Vorstände, Zusammenlegung mit oder Übernahme durch die polnischen Klubs. So wurde der VfR in AKS umbenannt, nachdem er anfangs als Mitglied des neugegründeten deutschen Wojewodschaft Fußballverbandes den Spielbetrieb aufnahm. Die Spielvereinigung 1901 änderte ihren Namen in Zjednoczone Przyjaciele Sportu. Der Bismarckhütter Ballspiel Club (BBC) wiederum fusionierte am 7. Januar 1923 mit dem Ruch zu Ruch BBC Wielkie hajduki. Zur gleichen Zeit gründeten sich aus der deutschen katholischen Jugendbewegung neue Sportvereine, Jugendkraft genannt. Es entstanden auch neue polnische Klubs wie der KS Śląsk, der KS Kresy, der KS Polonia oder der Verein des polnischen Militärs.

Im Jahr 1926 wurde ein neues Stadion auf dem Redenberg erbaut, das am 2. Oktober 1927 vom polnischen Staatspräsidenten Ignacy Mościcki feierlich eingeweiht wurde. Zu seinem Komplex gehörten ein Fußballplatz mit einer Aschenbahn, ein kleinerer Sportplatz, ein Vereinsgebäude, eine Schwimmbadanlage, ein Tennisplatz, eine Zuschauertribüne mit ca. 100.000 Plätzen, ein Cricketplatz und ein Exerzierplatz.

Am 6. Januar 1928 wurde ein neuer Verein, der KS Stadion mit den Abteilungen, Fußball, Leichtathletik, Schwimmen und Tennis gegründet.

In Königshütte war der einzige deutsche Tennisklub Ostoberschlesiens, der Lawn-Tennis-Club (LTC) beheimatet.

Im August 1935 wurde erstmals ein Sechstagerennen (Radfahren) durchgeführt.

Die Gegenwart

Das Stadion Śląski (Schlesisches Stadion) wurde von 1951 bis 1956 gebaut und mehrfach modernisiert. Es ist ein Fußballstadion mit Leichtathletikanlage und erfüllt die Vorgaben der UEFA-Stadionkategorie 4. Genutzt wird es für Länderspiele der polnischen Fußballnationalmannschaft. Bis in die 2000er Jahre fanden auch Europapokalspiele der Fußballvereine aus der Woiwodschaft Schlesien statt. Einen festen Heimverein, der regelmäßig im Stadion spielt, gibt es nicht. Neben dem Fußball werden Leichtathletikveranstaltungen durchgeführt. Des Weiteren werden auch Konzerte im Stadion Śląski veranstaltet. Es trägt den Spitznamen Kocioł Czarownic (deutsch Hexenkessel).

Bekanntester Sportverein ist Ruch Chorzów, 14-maliger polnischer Fußball-Meister und somit, gemeinsam mit dem Lokalrivalen Górnik Zabrze, Vizerekordmeister Polens. Zuletzt konnte Ruch im Jahre 1989 den Meistertitel erringen. Infolge finanzieller Schwierigkeiten stieg der Verein dreimal in Folge ab, spielt aber seit 2022/23 wieder in der zweitklassigen 1. Liga. Zudem wurde die Frauenhandballabteilung des Vereins neunmal polnischer Meister. Dazu kommt der AKS Wyzwolenie Chorzów, der ehemalige polnische Fußball-Vizemeister (1937) spielt heute in unterklassigen regionalen Ligen. Weitere Klubs bieten die verschiedensten Sportarten von Futsal bis Schach.

Städtepartnerschaften

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Andere Personen, die mit der Stadt verbunden sind

Literatur

Commons: Chorzów – Album mit Bildern

Einzelnachweise

  1. 1 2 Area and population in the territorial profile in 2024. Abgerufen am 7. September 2025.
  2. ↑ Eintrag auf germanhistory.doc
  3. ↑ Dekret des Königs Wilhelm I. von Preußen
  4. ↑ Alexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats. Band 2, G–Ko, Halle 1821, S. 367, Ziffer 3484.
  5. ↑ Johann Georg Knie: Alphabetisch-Statistisch-Topographische Uebersicht der Dörfer, Flecken, Städte und andern Orte der Königl. Preuß. Provinz Schlesien, mit Einschluß des jetzt ganz zur Provinz gehörenden Markgrafthums Ober-Lausitz und der Grafschaft Glatz; nebst beigefügter Nachweisung von der Eintheilung des Landes nach den verschiedenen Zweigen der Civil-Verwaltung. Melcher, Breslau 1830, S. 345.
  6. ↑ Johann Georg Knie: Alphabetisch-statistisch-topographische Uebersicht der Dörfer, Flecken, Städte und andern Orte der Königl. Preusz. Provinz Schlesien. 2. Auflage. Graß, Barth und Comp., Breslau 1845, S. 296–297.
  7. 1 2 Felix Triest: Topographisches Handbuch von Oberschlesien, Wilh. Gottl. Korn, Breslau 1865, S. 318, Ziffer 21.
  8. 1 2 Gustav Neumann: Das Deutsche Reich in geographischer, statistischer und topographischer Beziehung. Band 2, G. F. O. Müller, Berlin 1874, S. 177 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  9. 1 2 Königliches Statistisches Bureau: Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Schlesien und ihre Bevölkerung. Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. Dezember 1871. Berlin 1874, S. 336–337, Ziffer 2.
  10. 1 2 3 4 5 Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: eirenicon.com. Abgerufen am 10. Mai 2023.
  11. ↑ Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 11, Leipzig/Wien 1907, S. 390.
  12. ↑ Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon der Regierungsbezirke Allenstein, Danzig, Marienwerder, Posen, Bromberg und Oppeln. Auf Grund der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 und anderer amtlicher Quellen. Heft VI: Regierungsbezirk Oppeln, S. 22–23, Stadtkreis Königshütte.
  13. ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 4. Juni 2024.
  14. ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 11. August 2020.
  15. ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 4. Juni 2024.
  16. ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 11. August 2020.
  17. ↑ Dehio-Handbuch der Kunstdenkmäler in Polen. Schlesien. München 2005, S. 226f. ISBN 3-422-03109-X
  18. ↑ Fest-Schrift zur 50-jährigen Jubel-Feier der katholischen St. Barbara-Pfarrgemeinde in Königshütte O.-S. Königshütte OS.: St. Hyacinth-Druckerei, 1902
  19. ↑ Dehio-Handbuch der Kunstdenkmäler in Polen. Schlesien. München 2005, S. 226, ISBN 3-422-03109-X
  20. ↑ Dehio-Handbuch der Kunstdenkmäler in Polen. Schlesien. München 2005, S. 226f. ISBN 3-422-03109-X
  21. 1 2 3 Dehio-Handbuch der Kunstdenkmäler in Polen. Schlesien. Deutscher Kunstverlag, Berlin / München 2005, ISBN 3-422-03109-X, S. 227 f.
  22. 1 2 Paul Rother: Chronik der Stadt Königshütte Oberschlesien. Laumann, Dülmen 1994, ISBN 3-87466-193-8.
  23. ↑ Kapitel „Entwickelung und Stand des Jugendspiels der Stadt Königshütte O/S“ In: Idzinski, Pompa: Jahrbuch für Volks- und Jugendspiele 1902.
  24. ↑ DFB-Jahrbuch 1912.
  25. ↑ DFB-Jahrbücher, Fonfara-Erinnerungen, Königshütter Heimatblatt vom 9. April 1970
  26. ↑ Ulrich Schicha auf Kreuzkirchenkantorei Dresden (Memento vom 2. April 2015 im Internet Archive), abgerufen am 8. April 2024.