Christian Doppler Labors

Christian Doppler Labor für optische Quantencomputer an der Universität Wien (2025)

Christian Doppler Labors sind technisch-wissenschaftliche Forschungsinstitute, die an österreichischen Hochschulinstituten ab dem Jahr 2000 gegründet wurden. Sie werden jeweils zur Hälfte durch die öffentliche Hand und Unternehmenspartner finanziert und sind nach dem österreichischen Wissenschaftler Christian Doppler (1803–1853) benannt.

Struktur der Laboratorien

Ziele

Die Laboratorien dienen drei Zwecken:

Durch das Modell soll ein „Brückenschlag zwischen Grundlagenforschung und industrieller Anwendung“ erfolgen.

Kooperation zwischen Hochschulinstituten und Unternehmen

Die meisten dieser Laboratorien sind als Abteilungen an bestehende Hochschulinstitute angegliedert. So kann die bestehende wissenschaftliche Infrastruktur optimal genutzt werden. Die Forschungsaufträge stammen von Partnern aus der Industrie. Die Laboratorien forschen im Auftrag und mit Unterstützung der Partner an einem Thema der anwendungsorientierten Grundlagenforschung.

Durch dieses Modell sollen beide Seiten profitieren: Die Unternehmen erhalten Zugriff auf die Forschungskapazität am Hochschulinstitut. Dieses erhält im Gegenzug Unterstützung und Rückmeldung des Industriepartners, der an einer praxisorientierten Forschung interessiert ist. Das Modell ist für beide Seiten über längere Zeit finanziell und organisatorisch abgesichert und erleichtert so die Zusammenarbeit.

Finanzierung

Jeweils die Hälfte der Kosten eines Christian Doppler Labors werden von der öffentlichen Hand und den Industriepartnern getragen. Im Rahmen einer Public Private Partnership finanzieren die Unternehmen gemeinsam mit dem Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort und der Nationalstiftung für Forschung, Technologie und Entwicklung die Forschung der CD-Labors. Für die Unternehmen bedeutet dies, dass jeder investierte Euro vom Staat verdoppelt wird. Die öffentliche Hand hingegen kann so sicherstellen, dass die beteiligten Universitätsinstitute anwendungsorientierte Grundlagenforschung betreiben. Die Abwicklung und Prüfung der Projektanträge sowie finanzielle Abwicklung der Förderung laufen über die Christian Doppler Forschungsgesellschaft, einen gemeinnützigen Verein mit Sitz in Wien.

Im Jahr 2005 betrug das Budget für die damaligen Laboratorien 12,508 Millionen Euro, im Jahr 2019 lagen die Forschungsausgaben der Christian Doppler Forschungsgesellschaft für CD-Labors und JR-Zentren bei insgesamt 33 Millionen Euro.

Wissenschaftlich-technische Arbeitsbereiche der CD-Labors

Die Spannweite der Forschung und Entwicklung an diesen Labors reicht von Physik, Elektrotechnik und Informatik über geometrische Anwendungen (Satellitengeodäsie, Bauvermessung) und Verkehrstechnik bis zur Biologie und Medizin.

Im Detail betreffen die genannten Laboratorien u. a. die folgenden Fächergruppen (alphabetisch):

Liste von Laboratorien

Alpen-Adria-Universität Klagenfurt:

Georg-August-Universität Göttingen

Joanneum Research:

Johannes Kepler Universität Linz:

Karl-Franzens-Universität Graz:

Max-Planck-Institut für Eisenforschung:

Medizinische Universität Wien:

Medizinische Universität Innsbruck:

Montanuniversität Leoben:

Österreichische Akademie der Wissenschaften:

Technische Universität Graz:

Technische Universität München:

Technische Universität Wien:

Universität für Bodenkultur Wien:

Universität Innsbruck:

Universität Salzburg:

Christian Doppler Labor für optische Quantencomputer an der Universität Wien (2025)

Universität Wien:

Veterinärmedizinische Universität Wien:

außeruniversitär: Research Center for Non Destructive Testing (RECENDT)

Einzelnachweise

  1. 1 2 Aktivitätsbericht der CDG 2005-2006 (Memento vom 30. September 2007 im Internet Archive), abgerufen am 8. April 2024.
  2. ↑ https://www.cdg.ac.at/impressum/
  3. ↑ Infobroschüre der CDG. In: cdg.ac.at. Christian Doppler Forschungsgesellschaft, 1. Juli 2020, archiviert vom Original am 20. Oktober 2020; abgerufen am 26. März 2024.
  4. ↑ CD-Labor für Adaptives Streaming über HTTP und Entstehende Netzwerk-basierte Multimediadienste. In: cdg.ac.at. 22. Januar 2020, ehemals im Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 22. Januar 2020. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)
  5. ↑ Universität Klagenfurt und Bitmovin arbeiten gemeinsam an innovativen Videoübertragungstechnologien. In: aau.at. 21. Januar 2020, abgerufen am 22. Januar 2020.
  6. ↑ Forschungserfolge. Abgerufen am 7. März 2018.
  7. ↑ Neues CD-Labor an der JKU: Maschinelles Lernen und Signalverarbeitung in der Stahlindustrie. In: jku.at. 1. Dezember 2025, abgerufen am 3. Dezember 2025.
  8. ↑ CD-Labor für Datengestützte Simulationen komplexer Strömungen. In: cdg.ac.at. Abgerufen am 7. Juni 2026.
  9. ↑ Stefan Pühringer: Neues Christian Doppler Labor an der Johannes Kepler Universität. In: meinbezirk.at. 6. Juni 2026, abgerufen am 7. Juni 2026.
  10. ↑ Christian Doppler Forschungsgesellschaft: CD-Labor für Verformungs-Ausscheidungs-Interaktionen in Aluminiumlegierungen. Abgerufen am 8. März 2025 (englisch).
  11. ↑ Christian Doppler Forschungsgesellschaft: CD-Labor für Nachhaltige Hartstoffschichten. 7. März 2025, abgerufen am 8. März 2025 (englisch).
  12. ↑ Christian Doppler Forschungsgesellschaft: CD-Labor für Einfluss von Recyclingmaterialien auf die mechanische Lebensdauer von Kunststoffen. 24. Oktober 2024, abgerufen am 8. März 2025 (englisch).
  13. ↑ Christian Doppler Forschungsgesellschaft: CD-Labor für Wissensbasierte Entwicklung fortschrittlicher Stähle. Abgerufen am 8. März 2025 (englisch).
  14. ↑ Grüner Stahl: CD-Labor in Leoben eröffnet orf.at, 17. Jänner 2023, abgerufen am 17. Jänner 2023.
  15. ↑ Christian Doppler Forschungsgesellschaft: CD-Labor für Einschlussmetallurgie in der modernen Stahlherstellung. 5. November 2024, abgerufen am 8. März 2025 (englisch).
  16. ↑ Christian Doppler Laboratory | CDL Special Metals | Leoben. Abgerufen am 8. März 2025.
  17. ↑ Christian Doppler Forschungsgesellschaft: CD-Labor für Magnetohydrodynamische Anwendung in der Metallurgie. 2. August 2022, abgerufen am 8. März 2025 (englisch).
  18. ↑ Neues CD-Labor ist der Metallurgie gewidmet derstandard.at, 30. Jänner 2019, abgerufen am 1. Februar 2019.
  19. ↑ Christian Doppler Forschungsgesellschaft: CD-Labor für Fortgeschrittene Aluminium-Legierungen. 26. Februar 2024, abgerufen am 8. März 2025 (englisch).
  20. ↑ Christian Doppler Forschungsgesellschaft: CD-Labor für Computergestütztes Design von Kristallzuchtprozessen. Abgerufen am 8. März 2025 (englisch).
  21. ↑ Neues Christian Doppler Labor in Leoben. In: science.apa.at. 6. März 2023, abgerufen am 8. März 2023.
  22. ↑ Zwei neue CD-Labors an der TU Graz. In: tugraz.at. 24. September 2019, abgerufen am 24. September 2019.
  23. ↑ Christian Doppler Labors - CDL. 11. Februar 2020, abgerufen am 5. März 2020.
  24. ↑ TU Wien: Neues Labor will lernende eingebettete IT-Systeme entwickeln - derStandard.at. Abgerufen am 5. März 2020 (österreichisches Deutsch).
  25. ↑ CD-Labor für Embedded Machine Learning. In: Mission Embedded. Archiviert vom Original am 21. Oktober 2020; abgerufen am 26. März 2024.
  26. ↑ Neues Christian Doppler Labor an der Universität Wien: Neuer Ansatz bei der Medikamentenentwicklung. In: idw-online.de. 27. Januar 2020, abgerufen am 27. Januar 2020.
  27. ↑ Neues Christian Doppler Labor an der Universität Wien. In: univie.ac.at. 24. November 2025, abgerufen am 3. Dezember 2025.