Christian Chemnitz

Christian Chemnitz

Christian Chemnitz auch: Chemnitius (* 17. Januar 1615 in Königsfeld; † 3. Juni 1666 in Jena) war ein deutscher lutherischer Theologe.

Leben

Christian Chemnitz stammte aus einer Gelehrtenfamilie, die ihren Ursprung in Pritzwalk in der Prignitz hatte. Der Vater Martin Chemnitz (1564–1627) war Pfarrer in Königsfeld in Sachsen, die Mutter Dorothea Jentsch († 1634) war die Tochter des Bürgermeisters von Geithain und Stadtschreibers Johann Jentzsch. Mit seinem Bruder Christoph Chemnitz zog er im Juni 1626 nach Zeitz, wo er die dortige Schule besuchte. Im Mai 1632 verließ er mit der Abschiedsrede de laudibus musices die Bildungseinrichtung und begann an der Universität Leipzig ein Studium. Wegen der dort herrschenden Pest begab sich am 4. August 1633 an die Universität Jena. Hier erwarb er 1633 unter Paul Slevogt das Baccalaurat und avancierte am 8. August 1637 zum Magister der Philosophischen Wissenschaften. Danach beteiligte er sich weiter am Vorlesebetrieb der Hochschule und wurde am 14. September 1638 Rektor der Jenaer Stadtschule.

1643 wurde er Diakon in Weimar und stieg 1645 zum Archidiakon daselbst auf. 1652 ging er wieder nach Jena, wo er seit dem 3. August als Koadjutor des Superintendenten Johannes Major wirkte. Am 31. August desselben Jahres promovierte er zum Doktor der Theologie und übernahm eine außerordentliche theologische Professur an der Universität Jena. Nach dem Tod von Major übernahm er einen ordentlichen Lehrstuhl an der theologischen Fakultät und erhielt die dortige Superintendentur. Zudem beteiligte er sich an den organisatorischen Aufgaben der Salana. So war er einige Male Dekan der theologischen Fakultät und in den Wintersemestern 1655 und 1659 Rektor der Alma Mater.

Chemnitz gehört zu den milderen Vertretern der lutherischen Orthodoxie des 17. Jahrhunderts. Von diesem Standpunkt aus setzte er sich u. a. mit Angelus Silesius auseinander. Auch wenn seine exegetischen, dogmatischen und erbaulichen Werke heute überholt sind, bleiben sie doch wertvolle Zeitzeugnisse.

Familie

Christian Chemnitz war zweimal verheiratet. Seine erste Ehe schloss er am 12. November 1638 mit Christina Kiesenhöfer (* 24. Mai 1620 in Jena; † 22. Mai 1657 ebd., begr. 24. Mai 1657 St. Michael ebd.), der Tochter des Jenaer Bürger und Kaufmanns Johann Kiesenhöfer († 5. Februar 1622 in Jena) und dessen Frau Christina Geibert (auch Geubert; † 15. August 1638 in Jena). Aus der Ehe stammten 6 Söhne und 4 Töchter. Christina starb nach der letzten Entbindung. Am 12. Juli 1658 heiratete Chemnitz in Jena in zweiter Ehe Maria Gerhard, die Tochter des Johann Gerhard und Witwe des Gothaer Hofarztes Johann Volck. Aus der Ehe stammte eine Tochter.

Von den Kindern kennt man:

Werke (Auswahl)

Literatur

Commons: Christian Chemnitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien