Christian Essellen

Christian Essellen (* 18. Dezember 1824 in Ibbenbüren; † 15. Mai 1859 in New York City) war ein deutschamerikanischer Publizist, demokratisch gesinnter Revolutionär von 1848/49 und als Forty-Eighter Immigrant in den USA.

Leben

Christian Essellen wurde in Ibbenbüren als zweiter Sohn des Gerichtsrendanten und späteren Hofrats Moritz Friedrich Essellen geboren; seine Jugend verbrachte er in Hamm, wo er 1840 sein Abitur ablegte. Er studierte Rechtswissenschaften an den Universitäten in Freiburg, Heidelberg und Berlin. Als Einjährig-Freiwilliger leistete er 1846 seinen Militärdienst in einem Garderegiment ab. Bereits im Vormärz gehörte er der politischen Opposition an. Er schrieb für Gustav Struves Mannheimer Volkszeitung.

Er hat zu Beginn der Revolution von 1848 in Hamm zusammen mit anderen westfälischen Demokraten wie Otto Lüning einen revolutionären Aufruf unterzeichnet. Er soll dem Bund der Kommunisten nahegestanden haben. Im weiteren Verlauf der Revolution war er Führer des Frankfurter Arbeitervereins und einer der Herausgeber der Allgemeinen Arbeiterzeitung. Er bekämpfte vor allem die bürgerliche, meist liberale Führungsschicht der Stadt. Der Arbeiterverein forderte einen Mindestlohn und bessere Bildung. Das Blatt konnte infolge von Repressionen nur dreimal in Frankfurt erscheinen, zwei weitere Ausgaben kamen in Hanau heraus, ehe die Zeitung endgültig eingestellt werden musste. Um der Verfolgung zu entgehen, wechselte Essellen ständig seinen Wohnsitz. Er nahm am Frankfurter Septemberaufstand teil. Im Kampf gegen die Gegenrevolution gehörte er dem Stab der Volkswehren unter Johann Philipp Becker an. Nach der Niederlage der Bewegung emigrierten beide in die Schweiz. Dort veröffentlichten sie in Genf die Geschichte der süddeutschen Mairevolution 1849.

Im Jahr 1852 wanderte Essellen in die USA aus. Er war in Detroit Herausgeber der von ihm begründeten Zeitschrift Atlantis. In dieser kritisierte er die Sklaverei und versuchte europäische und amerikanische Kultur miteinander zu verbinden. Dabei hielt er an seinen revolutionären Zielen fest: „The best preparation for the revolution is to remain fresh in body and spirit, and to prepare and condition ourselves for the coming struggle in Europe by taking part in the battle for freedom here. We must not look upon ourselves as refugees in America. This nation is not our land of exile. Here one can fight as vigourously as in Europe for our highest and most sacred ideals.“ Da das Blatt einging, zog er nach Milwaukee und wurde Redakteur des Wisconsin Banner. 1854 gelang es ihm, mit fremder Unterstützung die Zeitschrift Atlantis erneut herauszugeben. Sie trug nun den Untertitel: Eine Monatsschrift für Wissenschaft, Politik und Poesie. Aber auch diesmal konnte er nicht genügend Abonnenten gewinnen. Essellen ging nach Buffalo, wo er den Buffalo Telegraph herausgab. Daneben hielt er weiterhin an seiner Zeitschrift fest. Danach zog er nach New York City, wo im Dezember 1858 die letzte Nummer von Atlantis erschien. Möglicherweise als Folge seiner dauerhaft prekären wirtschaftlichen Lage begann er zu trinken und starb bald darauf verarmt in einem Hospital.

Werke

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Friedrich Weltz: Die Familie Essellen. [Weltz, Icking 2016], (unpaginiert).
  2. ↑ Jörg Nagler: Politisches Exil zur Zeit des Vormärz und der Revolution von 1848/49. In: Deutschland und der Westen im 19. und 20. Jahrhundert. Stuttgart, 1993, S. 284.
  3. ↑ Reprint: Detlev Auvermann, Frankfurt / M. 1968. Mit einer Einleitung von Max Quarck: Die erste Frankfurter Arbeiterzeitung.
Personendaten
NAME Essellen, Christian
ALTERNATIVNAMEN Esselen, Christian
KURZBESCHREIBUNG deutscher Publizist und Revolutionär
GEBURTSDATUM 18. Dezember 1824
GEBURTSORT Ibbenbüren
STERBEDATUM 15. Mai 1859
STERBEORT New York City